Sich auf das wesentliche konzentrieren

Frederic Geiger, Gründer von Questlog, wurde als Kultur- und Kreativpilot 2019 ausgezeichnet.

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!

Mein Name ist Frederic, mein Startup „Questlog“ habe ich 2018 neben dem Technikphilosophie-Studium an der TU München gegründet. Questlogs sind besondere Aufbewahrungsorte für Erinnerungsstücke, die dabei helfen besondere Momente präsent und zugänglich zu halten.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Im Studium und während Praktika habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich die Beschäftigung mit einem Thema nur dann wie Arbeit anfühlt, wenn man sich nicht wirklich dafür interessiert. Mein Ziel war es, ein Produkt zu erschaffen das Menschen Freude bereitet und mir ermöglicht mich mit Themen zu beschäftigen die mich interessieren. 

Welche Vision steckt dahinter?

Besondere Momente und Erfahrungen sind oft zeitlich sehr kurz und die Erinnerungen daran gehen schnell in den Routinen des Alltags verloren. Questlogs sollen ein sichtbarer Anker sein, der diese Momente vergegenwärtigt und damit die Reichweite ihrer positiven Wirkung verlängert. 

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?

Den ersten Schritt zu tun und sich im Angesicht der Verlockungen und Kräfte die von scheinbar sichereren Wegen auf diesen unsicheren Pfad zu begeben. Außerdem all den medialen und kulturellen Ballast abzuwerfen und zu ignorieren, der ein Bild von Unternehmern zeichnet, das schwer ausfüllbar erscheint.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Viel über noch in der Entstehung befindliche Ideen zu sprechen kann helfen, aber es besteht auch die Gefahr das so ein zartes Pflänzchen erdrückt wird. Sobald man einen Prototyp hat sollte man damit aber raus in die Welt und alles Feedback aufsaugen. Wirklich am Markst starten sollte man mit einem Produkt, das zumindest halbwegs skalierbar ist um bei sich einstellendem Erfolg auch wachsen zu können. Perfekt wird es nie sein aber mit steigenden Einnahmen kann man schrittweise in eine Professionalisierung investieren.

Wie sind Sie auf die Auszeichnung Kultur und Kreativpiloten aufmerksam geworden?

Da ich von einer technischen Universität komme, mein Gründungsprojekt aber sehr geisteswissenschaftlich-kreativ angesiedelt ist habe ich mich nach Programmen umgeschaut, die in dieser Branche aktiv sind. Dabei bin ich recht schnell bei der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft, dem u-Institut und den Kultur- und Kreativpiloten gelandet.

Wie wichtig sind solche Auszeichnungen?

Sehr wichtig, da es eine Anerkennung des eingeschlagenen Weges darstellt. Unschätzbar wertvoll ist die Erkenntnis, dass es im Land auch noch andere Menschen gibt für die Unternehmertum nicht ein Wettrennen zum Börsengang, sondern ein kreativer und erfüllender Prozess ist.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?

Questlogs sollen ein bekanntes Werkzeug sein, das zahlreichen glücklichen Kunden dabei hilft schöne Momente präsent zu halten. Questlogs sollen der zentrale Ort im Zuhause der Kunden werden, an dem analoge und digitale Erinnerungsanker aufbewahrt werden. Wenn jemand fragt „Wie war XYZ?“ Soll die Antwort sein: „Warte, ich hole kurz mein XYZ-Questlog und erzähle es Dir“.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer*innen mit auf den Weg geben?

Austausch: Mit vielfältigen anderen Gründern sprechen, das nimmt die Angst und man muss nicht alle Fehler erst selber machen.

Iterieren: So früh wie möglich mit anderen über die Idee sprechen, einen Prototyp bauen, der die Idee greifbar macht und zu einem Minimal-Produkt weiterentwickeln, für das Kunden bereit sind Geld zu bezahlen.

Fokussieren: Sich auf das wesentliche konzentrieren, oft „Nein“ sagen und alle Ressourcen nutzen, die die digitale Welt für das Erledigen von notwendigen Aufgaben bietet. 

Jedes Jahr werden im Namen der Bundesregierung 32 Unternehmen als Kultur- und Kreativpiloten Deutschland ausgezeichnet. Bewerben können sich Unternehmen, Selbständige, Gründer*innen und Projekte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft und deren Schnittstellen zu anderen Branchen. Die Bewerbung kann via Online-Formular auf www.kultur-kreativpiloten.de eingereicht werden. Das diesjährige Bewerbungsverfahren geht vom 1. Juli – 16. August 2020.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Frederic Geiger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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