Wenn Ihr Euch nicht zeigt, dann sieht Euch niemand.

Querido Mundo Reisen Gruppenreisen nach Lateinamerika

Stellen Sie sich und das Startup Querido Mundo Reisen doch kurz unseren Lesern vor!

Wir zwei lieben das Reisen. Wir lieben Lateinamerika. Und wir lieben Menschen. Hinter Querido Mundo stecken zwei weibliche Gesichter: Joanna Krupa & Andrea Babilon. 

Viele Jahre lang haben wir als Reiseleiterinnen Gruppen durch sämtliche Länder Lateinamerikas geführt. Bis wir schließlich 2017 auf Drängen treuer Teilnehmer – die sich von uns ein neues Reiseziel wünschten – Querido Mundo gründeten. Aus dem Spanischen oder Portugiesischen übersetzt bedeutet Querido Mundo „geliebte Welt“. Wir sind ein Reiseveranstalter für tiefe und authentische Gruppenreisen für Alleinreisende und auf Rundreisen durch lateinamerikanische Länder spezialisiert. 

Dabei sind die Reisen nicht von vorne bis hinten durchgetaktet – wie bei den meisten Reiseveranstaltern. Unsere Teilnehmer haben immer wieder viel Freizeit, die sie nach Herzenslust selbst gestalten können. Und spannende Gruppenaktivitäten, die zusammenschweißen!

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Weil Freiheit für uns beide extrem wichtig ist. Wir können uns einfach nicht mit der Idee anfreunden, dass ein Arbeitsvertrag über unsere kostbare Lebenszeit bestimmt (und nicht wir selbst).  Auch beim bloßen Gedanken an das Wort „Routine“ stehen uns die Haare zu Berge. Wir zwei lieben Abwechslung und finden es toll, im Unternehmen an unterschiedlichen Baustellen arbeiten zu können. Uns wird nie langweilig!

Außerdem sprudelt unser Kopf nur so vor tollen Ideen, die wir bei Querido Mundo direkt einbringen können. Angestellten wird immer noch viel zu wenig Raum geboten ihre eigene Kreativität auszuleben. …und weil 30 Tage Zeit zum Reisen im Jahr einfach viel zu wenig sind. 

Was war bei der Gründung von Querido Mundo Reisen die größte Herausforderung?

Lustigerweise war während der Gründung an sich unsere größte Herausforderung ein Bankkonto zu eröffnen. Wir hatten bereits Buchungen für unsere erste Reise nach Kolumbien, konnten aber keine Überweisungen entgegennehmen, weil wir noch kein Geschäftsbankkonto hatten. 

Grundsätzlich eröffnen deutsche Banken nur ein Geschäftskonto, wenn alle Geschäftsinhaber persönlich in der Bankfiliale erscheinen und den Vertrag unterschreiben. Ich (Joanna) lebe allerdings in Kanada und es war mir zu diesem Zeitpunkt unmöglich nach Deutschland zu reisen, nur um eine Unterschrift abzugeben. Es hat lange gedauert und wir haben so gut wie alle Banken in Deutschland abgeklappert, bis wir endlich eine gefunden haben, die eingewilligt hat unser Geschäftskonto zu eröffnen, ohne dass ich persönlich antanzen musste. 

Nach der Gründung folgten natürlich noch viele weitere – und viel größere – Herausforderungen. Andrea und ich scherzen sogar zwischendurch, dass wir aus all unseren Anekdoten ein Buch machen werden mit dem Titel „Wenn‘s einfach wär, würd‘s jeder machen“ (unser Mantra für schwierige Zeiten). Aber die größte Herausforderung bis jetzt war ohne Zweifel, neue Kunden von uns zu begeistern. Da Reisende für die Teilnahme an einer dreiwöchigen Gruppenreise vierstellige Beträge ausgeben, muss man sich das Vertrauen erst mal hart erarbeiten.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist? 

Mal andersherum gefragt: Kann alles perfekt sein, wenn man mit einer Idee startet? Auf gar keinen Fall!  Wenn du mit einer Idee startest, dann triffst du erst mal ganz viele Annahmen für deinen Markt. Für dein Produkt oder deine Dienstleistung! Für deine Zielgruppe! Und schnell wirst du feststellen, dass viele dieser Vermutungen nicht richtig waren.  Bei Querido Mundo zum Beispiel hätten wir anfangs fast den Fehler gemacht, die Reisen für uns selbst zu konzipieren. Privat haben wir aber ganz andere Erwartungen an eine Reise als unsere Teilnehmer. 

Zum Beispiel haben wir richtig Spaß daran, eine Reise selbst zu planen und während der Reise nochmal spontan alles umzuschmeißen. Auch genießen wir es, alleine unterwegs zu sein, weil wir fließend Spanisch und Portugiesisch sprechen und sehr offen gegenüber Fremden sind, so dass wir im Ausland schnell Anschluss finden.  Die meisten unserer Teilnehmer sind allerdings berufstätig und haben keine Zeit oder Lust ihre Reise selbst zu organisieren. Oft finden sie keinen zum Mitreisen, möchten aber ihre Erlebnisse während der Reise mit jemandem teilen. Ganz nach dem Motto „Glück ist nur echt, wenn man es teilt“. Und sicher durch Lateinamerika reisen ohne Spanisch- oder Portugiesischkenntnisse ist auch ein großes Thema für unsere Reisefreunde.

Also, erst mit der Zeit lernst du deinen Markt richtig kennen, so dass deine Idee weiter Form annehmen kann. 

Welche Vision steckt hinter Querido Mundo Reisen?

Mehr Lebensfreude, mehr Community und mehr Empathie auf der Welt – das sind die drei Pfeiler unserer Vision. Zunächst möchten wir Lebensfreude aus Lateinamerika in die Welt hinaustragen. Unser Herz hüpft gegen Ende jeder Reise immer wieder auf‘s Neue, wenn ein Teilnehmer zu uns kommt und sagt: „Ich bin grad so Energie geladen. Ich will nicht zurück nach Deutschland. Ich möchte hier bleiben.“

Und ja, Lateinamerika versprüht tatsächlich diese Lebensfreude-Magie. Die Sonne scheint. Aufenthalte in unwirklichen Naturwelten laden die Batterien wieder auf. Herzliche Einheimische geben einem menschliche Wärme. Farben soweit das Auge reicht – alles wirkt lebendiger. Und fröhliche Musik überall, die sich positiv auf die Stimmung auswirkt. 
Zusammengefasst: Während die Medien eifrig damit beschäftigt sind, die Aufmerksamkeit auf die 10% Probleme in Lateinamerika zu lenken, zeigen wir die 90% Schönheit.

Dann möchten wir eine starke Community von Gleichgesinnten aufbauen und mit Querido Mundo eine Plattform schaffen, wo Freundschaften für‘s Leben entstehen können.  Aktuell ist Einsamkeit ein großes Problem in den Industrienationen. Es gibt viele berufstätige Singles, denen es im Zeitalter von „keine Zeit“ und Smartphone-Sucht schwer fällt, neue Leute zwanglos an ihrem Heimatort kennenzulernen.

Und zu guter Letzt möchten wir zu mehr Empathie und Respekt auf der Welt beitragen, indem wir unseren Reisefreunden fremde Kulturen nicht nur näher bringen, sondern auch vernünftig erklären und dadurch ein tiefes Verständnis in jedem Einzelnen erzeugen können.  Als Menschen neigen wir dazu, Dinge zu kritisieren oder als schlecht abzustempeln, die wir nicht verstehen. 

In den letzten Jahren hat der Fremdenhass auf der ganzen Welt und speziell bei uns in Europa deutlich zugenommen. Weltweit werden Politiker an die Macht gewählt, die Mauern bauen und ihrem Volk Waffen in die Hand drücken.  Er braucht wieder mehr offene, neugierige und lernbereite Menschen auf der Welt. 

Wer ist die Zielgruppe von Querido Mundo Reisen?

Typischerweise sind unsere Teilnehmer berufstätig, Single und zwischen 30 und 50. Aber nicht nur!  Anders als andere Reiseveranstalter definieren wir unsere Zielgruppe nicht anhand demographischer Merkmale, sondern machen sie an der Persönlichkeit fest.  Wir hatten einen Aha-Moment, als ein Teilnehmer Anfang 20 zu uns kam, weil er keinen typischen Party-Urlaub wollte. Und eine Teilnehmerin Mitte 50 uns vorsichtig am Telefon fragte, ob sie mitkommen dürfte. Sie sei total fit und von unserem Konzept begeistert.

Da hat‘s bei uns Klick gemacht. Wären wir streng bei unserer ursprünglichen Altersbeschränkung 30-50 geblieben, wären uns fantastische Teilnehmer durch die Lappen gegangen. Es geht nicht um‘s Alter. Die Lebenseinstellung macht‘s! 

Und unsere Teilnehmer finden zusammen, weil sie alle eine junge Seele haben – egal, welches Geburtsdatum im Reisepass steht. Sie sind körperlich fit, erkunden am liebsten neue Orte zu Fuß und verbringen gerne viel Zeit in der Natur.  Übrigens, bei Querido Mundo nennen wir unsere Teilnehmer „Queridos“. Im Spanischen bezeichnet man als Querido eine Person, die man gern hat. 

Und was die Persönlichkeit unserer Queridos angeht: Sie sind freundlich, offen und haben einen starken Gruppengedanken. Neue Gesichter begrüßen sie mit einem warmen Lächeln, der fremden Kultur im Reiseland treten sie neugierig entgegen und während der Fahrt in den nächsten Ort wird die Gummibärchentüte ausgepackt und mit allen geteilt. Sie sind sehr gesellig, und obwohl die Querido Reisen viel Freizeit bieten, verbringen sie auch diese Zeit am liebsten zusammen.

Hauptsache zusammen lachen und zusammen Spaß haben! Viele Queridos halten den Kontakt auch noch nach der Reise und bauen langfristige Freundschaften untereinander auf. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir behandeln unsere Kunden nicht wie Kunden, sondern wie Freunde. Herzlichkeit wird bei uns ganz groß geschrieben. Mit allen sind wir per Du – egal, ob Kunden, Partner oder Team. Damit schaffen wir eine offene und freundschaftliche Umgebung. 


Außerdem sind die meisten von uns im Querido Team ausgebildete interkulturelle Trainer. Das heißt, dass während der Reise unsere Teilnehmer nicht nur in direkten Kontakt mit Land und Leuten kommen, sondern durch die Erklärungen unserer Querido Guides auch ein tiefes Verständnis für die Kultur entwickeln. Das geschieht durch spannende Geschichten aus dem Alltagsleben, und nicht durch langweilige Vorträge. 

Querido Mundo steht für tiefes Reisen. Von Anfang an bieten wir 23-tägige Rundreisen an, so dass jeder Teilnehmer genügend Zeit hat das Land mit all seinen Facetten kennenzulernen. Und es bleibt genügend Zeit zum Entspannen. Schließlich ist es für viele Teilnehmer der Jahresurlaub!

Querido Mundo Reisen, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich muss schmunzeln, denn genau diese Frage haben wir uns erst vor wenigen Wochen auf Kuba gestellt. Andrea und ich sind auf die Karibikinsel geflogen, um eine neue Reise auszuarbeiten. Aber auch, um Abstand vom Tagesgeschäft zu gewinnen und 14 Tage lang konzentriert AM Unternehmen zu arbeiten (statt wie sonst IM Unternehmen). Kann ich nur jedem empfehlen!


Aber zurück zur Frage: Wir möchten stetig an der Qualität der Reisen schrauben, um sie für unsere Teilnehmer so besonders wie möglich zu machen. Dann möchten wir jedes Jahr mindestens ein neues Reiseland ins Querido Repertoire aufnehmen, und langfristig auch außerhalb Lateinamerikas unvergessliche Querido Erlebnisse anbieten. 

Zurück in Deutschland möchten wir regelmäßig Community-Treffen für unsere Reisefreunde veranstalten, wo sie die Möglichkeit haben, sich nach der gemeinsamen Reise wiederzusehen oder neue Gleichgesinnte kennenzulernen. Ansonsten lautet das Motto – wie auch während der Reise: Zusammen lachen und eine gute Zeit haben!


In fünf Jahren sehen wir uns mit einem tollen Team an der Seite – sowohl an Querido Guides als auch im Büro. Dabei teilen wir alle die gleichen Werte: Herzlichkeit im Umgang mit anderen Menschen und grenzenlose Begeisterung für das, was wir tun.  Und zu guter Letzt, Andrea und ich können die Büro-Arbeit abgeben und das tun, was wir am besten können und am meisten lieben: Reisen und tolle Erlebnisse ausarbeiten. Und in der Heimat interkulturelle Geschichten erzählen und somit mehr Menschen inspirieren, authentisch und tief zu reisen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

GRÜNDET ZU ZWEIT!


Mein Lieblingssprichwort aus Afrika sagt eigentlich schon alles: „Wenn du schnell gehen willst, geh alleine. Wenn du weit gehen willst, geh zusammen“.Wenn Ihr Euch alleine nicht raus traust, dann holt Euch eine Partnerin mit ins Boot, die auf das gleiche Bock hat wie Ihr. Wichtig ist, dass Ihr beide loyal seid, Euch gegenseitig vertraut und Euch aufeinander verlassen könnt. 

Das Schöne ist, dass Ihr in schwierigen Zeiten – und die werden garantiert kommen – nicht allein seid und Euch gegenseitig Mut zusprechen könnt. 

VERZWEIFELT NICHT AN MÄNNER-BÜCHERN

Die meisten Business-Bücher sind von Männern geschrieben. Das ist auch nicht verwunderlich, da die Business-Welt eine männerdominierte Welt ist. In vielen Büchern für Unternehmer geht es um das gleiche: Ziele setzen, fokussiert arbeiten und nur eine Sache machen.  Wie oft haben Andrea und ich uns aber die Zähne daran ausgebissen, Jahresziele zu formulieren, und letztendlich nichts auf‘s Papier bekommen.

Auch fokussiert und einen ganzen Tag an nur einer einzigen Sache zu arbeiten hat uns viel Willenskraft gekostet.Und klar, schaut man sich die Evolutionsgeschichte an, wird schnell klar: Früher sind Männer rausgegangen mit einem Ziel – etwas zu essen zu jagen. Dafür brauchten sie all diese Eigenschaften, die heute sämtliche Business-Bücher füllen.

Wir Frauen allerdings sind Zuhause geblieben und machten in der Zwischenzeit allerhand von Dingen: um die Familie kümmern, kochen und was sonst noch alles daheim anfiel. Mit Fokus auf eine Sache war da nicht viel! Also, verzweifelt nicht, solltet Ihr einmal daran scheitern, solche Tipps auf Anhieb umzusetzen.

Dafür punkten wir Frauen oft auf andere Art und Weise, vor allem wenn es um Zwischenmenschliches geht oder auf emotionale Intelligenz ankommt. Nutzt diese Stärken!

ZEIGT EUCH


Wir Frauen zeigen uns leider viel, viel weniger als Männer. Wir vermarkten uns nicht so gut wie Männer.  Die bittere Wahrheit ist aber: Wenn Ihr Euch nicht zeigt, dann sieht Euch niemand. Ich muss immer wieder schmunzeln, dass selbst Themen wie Kochen oder Shoppen, die traditionell eher Frauen zugeschrieben werden, von Männern nach außen repräsentiert werden. Tim Mälzer und Shopping-Queen lassen grüßen!

Das müssen wir unbedingt ändern!

Viele Frauen denken, dass sie nichts Besonderes zu erzählen haben. Oder dass sie nicht gut genug sind. Mir und Andrea ging es manchmal nicht anders. Obwohl ich selbst extrovertiert bin und die Idee vor einem Publikum zu stehen mich antreibt, hatte ich Angst mich zu zeigen. Ich hatte Angst Fehler zu machen oder abgelehnt zu werden. Bei Andrea war es sogar noch schlimmer. Sie ist introvertiert und hat es regelrecht gehasst, sich vor die Kamera zu stellen. 

Schließlich haben wir uns beide überwunden, weil uns klar wurde, dass es nicht um uns geht. Es geht um etwas viel größeres! Um unsere Vision! Und darum, so vielen Menschen wie möglich zu zeigen, wie besonders die Welt ist!  Fragt Euch doch einfach mal: Beherrsche ich mein Thema besser als meine beste Freundin? Als mein Partner? Als meine Mutti? Hat jemand aus meinem Bekanntenkreis mich schon mal nach Tipps zu meinem Thema gefragt?

Falls Ihr diese Fragen mit „Ja!“ beantworten könnt, habt Ihr eine absolute Berechtigung Euch zu zeigen. 

Marie Forleo sagt so schön: „The world needs that special gift that only you have. And you are doing the world a disservice by not sharing your gifts.“
Also los! Zeigt Euch! Und fangt damit lieber früher als später an. Denn sich einmal zu zeigen reicht leider nicht aus. Menschen müssen Euch immer wieder sehen, um Euch auch tatsächlich wahrzunehmen und mit der Zeit Vertrauen zu Euch aufzubauen. 

Was viele nicht wissen: Menschen wollen nicht nur von Eurem Wissen zehren. Sie sind auch neugierig, wie Ihr tickt.  Wer seid Ihr? Was ist Eure Geschichte? Wofür brennt Ihr noch (abgesehen von Eurem Thema)? Lasst die Welt da draußen daran teilhaben!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Andrea Babilon und Joanna Krupa für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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