Freitag, Juni 18, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Gamification meets Kunst und Kultur: QUARTIER vereint Digitalisierung lokaler Kulturzenen mit Entertainment für Stadtentdecker

Stellen Sie sich und das Startup QUARTIER doch kurz unseren Lesern vor!

QUARTIER ist eine hyperlokale Plattform, die neuen Talenten und etablierten Künstler:innen die Möglichkeit bietet, mit ihrer Kunst einen persönlichen Fußabdruck im virtuellen Stadtbild zu hinterlassen. QUARTIER ist eine App, die Menschen einer Stadt – Einheimische und Touristen – mit der lokalen Kulturszene verbindet. Kunstschaffende (Creator) laden Snippets (kurze Beiträge) ihrer Werke hoch und pinnen diese an die digitale Stadtkarte. Kunstinteressierte (User) wiederum erkunden das Kulturangebot bei einem Streifzug durch ihre Umgebung. Sie rufen den künstlerischen Content standortgebunden ab und die App benachrichtigt über neue Snippets.
Diese neue Art des Stadtspaziergangs ist wie „Geocaching“ für Kunst und Kultur: Während man durch die Straßen läuft, öffnet sich hier und da virtuell ein Fenster und DJs, Musiker oder Performance-Artists fügen dem Stadtleben mit ihrer Kunst inspirierende Facetten hinzu.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Für uns waren zwei Faktoren für die Gründung von QUARTIER entscheidend. Zum einen haben wir ein Problem identifiziert, das uns allen sehr am Herzen liegt. Durch die Corona-Pandemie hat sich einmal mehr gezeigt, dass die Digitalisierung in allen Sektoren weiter vorangetrieben werden muss. So auch in der nach wie vor sehr analogen Kulturszene. Auch wenn Kunst und Kultur nicht durch digitale Medien ersetzt werden können – wir sollten digitale Technologien nutzen, um Kunstschaffenden eine digitale Bühne zu bieten und sie damit stärker sichtbar zu machen. Zum anderen haben wir in unserem direkten Umfeld erfahren, wie mit der Kulturszene verbundene Menschen unter den Auswirkungen der Pandemie-bedingten Beschränkungen leiden. Diesen Menschen haben uns dazu motiviert -und motivieren uns weiterhin – die Idee von QUARTIER in die Tat umzusetzen.

Ein dritter Aspekt, der uns das Gründen von QUARTIER erleichtert hat, war das Glück, ein großartiges, interdisziplinäres Team zu sein. Wir nutzen unsere verschiedenen Hintergründe und Erfahrungen, um voneinander zu lernen und unsere Fähigkeiten bestmöglich einzusetzen. Was uns verbindet, ist unsere Leidenschaft für Social Entrepreneurship. Wir alle drei brennen dafür, nicht nur ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu realisieren, sondern zugleich sozial und ökologisch nachhaltig zu agieren, um einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu leisten. So ist es für uns das Schönste, unsere eigenen Ideen gemeinsam in die Tat umzusetzen.

Welche Vision steckt hinter Quartier?

Gamification meets Kunst und Kultur: QUARTIER vereint Digitalisierung lokaler Kulturzenen mit Entertainment für Stadtentdecker. Mit unserer Plattform sorgen wir für mehr Sichtbarkeit für lokale Kulturschaffende, in der Pandemie und darüber hinaus. QUARTIER wird, sobald es wieder sicher möglich ist, die Städte mit neuem Leben füllen. Wir verfolgen die Vision, Menschen miteinander zu verbinden und lokale Kulturszenen digitaler, nahbarer und damit zukunftsfähiger zu gestalten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Idee zu QUARTIER ist bei einem, während der Corona-Pandemie von Jägermeister durchgeführten, virtuellen Hackathon im Rahmen der “Safe The Night” Initiative zum Erhalt des Nachtlebens entstanden. QUARTIER hat dort den zweiten Platz belegt, und ist mit Jägermeister in Bezug auf die Realisierung der Lösung in Kontakt geblieben. So standen wir unmittelbar nach dem Hackathon vor der Herausforderung, aus unserer ersten Idee ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Dabei kommen uns unsere persönlichen Erfahrungen als Gründer:innen zu Gute wie auch die Unterstützung des digitalHUB Aachen. Dessen „Startup Coaches“ stehen uns mit ihrem Fachwissen und Erfahrungswerten rund um digitale Geschäftsmodelle zur Seite.

Außerdem bringen sie uns mit Experten aus der Kreativwirtschaft in ganz Nordrhein-Westfalen zusammen. Auch die Unterstützung, die wir von Jägermeister seit Anbeginn von QUARTIER bekommen haben, hilft uns auf unserem Weg. Als die Validierung unserer Geschäftsidee bevorstand, und wir uns parallel auf die Suche nach potentiellen Partnern begeben haben, konnten wir auf das breite Netzwerk von Jägermeister zurückgreifen. Daraus sind wertvolle Kontakte entstanden. Aktuell ist unsere größte Herausforderung die Suche nach einem oder mehreren Investoren.

Wer ist die Zielgruppe von Quartier?

QUARTIER richtet sich an mehrere Gruppen. Auf der einen Seite sind es die User. Das sind Menschen, die lokale Kultur entdecken und die Kunst einer bestimmten Region erleben wollen. Auf der anderen Seite sind die Creator. Das sind Kulturschaffende aller Art oder angeschlossene Institutionen -Musiker:innen, Schauspieler:innen, Theater, Museen – die mit ihren Darbietungen andere begeistern möchten, dafür aber eine digitale Bühne brauchen, um ihre Kunst einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren und ein lokales Netzwerk aufbauen zu können.

Wie funktioniert Quartier? Wo liegen die Vorteile?

Creator (Kulturschaffende), laden Snippets (kurze Beiträge) ihrer Werke in Form von Audios, Videos oder Fotos auf die QAURTIER-Plattform hoch und pinnen diese an die digitale Karte ihrer Stadt. Kulturinteressierte (App-User) rufen beim Streifzug durch ihre Stadt das lokale Kulturangebot automatisch an den Orten ab, wo es stattfindet. Denn Snippets können nur in der Nähe des Ortes abgerufen werden, wo sie gepinnt wurden. So wird jeder Spaziergang zur individuellen Erkundungstour mit einem Aha-Erlebnis, weil man als User plötzlich den kulturellen Facettenreichtum eines Ortes erkennt. Damit bieten wir Kulturschaffenden eine Bühne, um ihre Kunst und Kultur den Menschen in ihrer Umgebung zu präsentieren, ein lokales Netzwerk aufzubauen. Kulturinteressierte entdecken mit Hilfe von QUARTIER ihre Stadt und deren Kulturangebot und ihr Bedürfnis nach neuen Erlebnissen wird gestillt.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Anders als gängige Plattformen macht nur QUARTIER kulturelle Inhalte on-demand verfügbar. So ermöglicht unsere Plattform etablierten Künstler:innen und Newcomern der „Filter-Bubble“ etablierter Anbieter zu entkommen, eigenständig neue Zielgruppen zu erreichen und lokale Sichtbarkeit zu erlangen. QUARTIER priorisiert Content nicht nach Followern oder Likes. Jeder Beitrag ist gleichermaßen wichtig, weil er als Teil der lokalen Kunstszene das Stadtbild prägt.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ab August werden wir in ausgewählten Städten, mit denen wir aktuell in Gesprächen sind, mit unserem Prototypen starten. Bereits jetzt sammeln wir kontinuierlich Registrierungen und Feedback von Creators und Usern, die unsere Plattform erleben und testen. Ende des Jahres werden wir unser Konzept erstmals evaluieren, und Anfang 2022 soll QUARTIER in Deutschland flächendeckend angeboten werden. In fünf Jahren wollen wir den Schritt auf die europaweite Bühne machen und QUARTIER in ersten Städten außerhalb Deutschlands ausrollen. Zusätzlich wollen wir weitere Technologien, wie Augmented Reality, einsetzen, um die Kulturszene in der digitalen Welt noch nahbarer zu machen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erlaubt Euch, Fehler zu machen. Viele Menschen haben Angst vor Fehlern, auch wir sind nicht ganz frei davon. Aber aus Fehlern lernt man und entwickelt sich weiter. Man wird immer besser und sammelt Erfahrungen. Das erleben wir Tag für Tag.

Seid mit dem Herzen dabei und habt Spaß. Wenn du das tust, woran du glaubst und was dir wichtig ist, gibst du automatisch dein Bestes. Mit dieser Haltung begeistert du eher andere Menschen von deinen Ideen.

Einfach mal machen. Oft tendieren wir Menschen dazu, Dinge zu „zerdenken“. Dann verpasst man den Moment, in dem Gedanken zu Taten werden müssen. Hier profitieren wir in unserem Team insbesondere von unseren unterschiedlichen Erfahrungen und Herangehensweisen. Wir wissen um die Stärken und Schwächen der anderen, setzen diese gezielt ein und können damit gemeinsam dafür sorgen,  den Moment des “Einfach mal Machens” für uns zu nutzen.

Foto: Fynn Mazurkiewicz, Annika Büschen und Sebastian Schilling

Fotograf/ Bildcredits: Peter Kerpen

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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