Ihr müsst einen langen Atem beweisen, wenn ihr euch beweisen wollt

POTTWATCH: Der Charakter des Ruhrgebiets in einer Uhr

Stellen Sie sich und POTTWATCH kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Lucas Heinen, Jason Sell und Damian te Heesen, drei Freunde aus Oberhausen, aufgewachsen im Schatten des Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop, gleich nebenan. Damit beginnt auch schon die Story von POTTWATCH. Wir gründeten eine Uhrenmarke für das Ruhrgebiet, aus dem Ruhrgebiet. Eine lokale Wertschöpfungskette, lokale Partner und ein lokales Produkt – das sind wir. Wir fühlen uns im Pott einfach wohl und sind stolz auf die Geschichte und die hier entstandenen Werte und Traditionen unserer Region. Genau diese, wollten wir in unseren Zeitmessern vereinen. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Schon immer wollten wir etwas gemeinsames erschaffen um dabei die verschiedenen Fähigkeiten unseres Trios voll auszunutzen. Jeder bringt wichtige Werkzeuge mit ins Unternehmen ein, es wäre töricht gewesen dieses Potenzial nicht zu nutzen. Wir wollten jedoch etwas gründen, von dem wir drei felsenfest überzeugt sind. Als uns dann die Idee zu POTTWATCH kam, waren wir uns schnell einig

Welche Vision steckt hinter POTTWATCH?

Von Anfang an wollten wir dem Ruhrgebiet Anerkennung zeigen. Doch nicht nur dem Ruhrgebiet, auch den Menschen die hier wohnten und immer noch wohnen. Besonders von der Tugend der Bergmänner waren wir beeindruckt. Sich nicht unterkriegen lassen, alles für die eigene Familie geben, manchmal sogar das eigene Leben. Über Tausend Meter unter der Erde wurden Werte geschaffen, die auch heute noch ihre Gültigkeit finden. Diese Werte beizubehalten und an die Vergangenheit unserer Heimat zu erinnern, ist ein Teil unserer Vision. Wir wollen ein Produkt schaffen, mit dem man sich identifizieren kann. Ein Produkt, welches den Träger seine Heimat mit auf Reisen nehmen lässt – in alle Zeitzonen der Welt. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größten Herausforderungen hatten wir bei der Suche nach geeigneten Partnern für unsere Zeitmesser, eine Armbanduhr ist kein T-Shirt. Es ist ein weitaus komplexeres Produkt, bei dem gute Qualität von höchster Priorität ist. Finanziert haben wir uns durch Crowdfunding.

Über Startnext.com ließen wir unsere Kunden zu Mitgründern werden. Im Ruhrgebiet kann man sich auf seine Kumpel verlassen, das haben wir gesehen. Viele haben uns anfangs davon abgeraten eine Crowdfunding-Kampagne zu starten – wir sind froh dass wir auf uns selbst vertraut haben, und auf die 5.1 Millionen Pottpeople. 

Wer ist die Zielgruppe von POTTWATCH?

Die Zielgruppe von POTTWATCH ist breit gefächert. Ob jung oder alt, Frau oder Mann, jeder der Gefallen an seiner Heimat, dem Bergbau, der Montanindustrie oder einfach dem Produkt findet, ist herzlich eingeladen Mitgründer zu werden. Das Ruhrgebiet hat viele Facetten und ist in Deutschland und überall sonst auf der Welt viel vertreten. Doch es sind nicht nur Menschen aus dem Ruhrgebiet, die wir mit der POTTWATCH ansprechen möchten. Es sind Menschen, die auf Solidarität, Toleranz und Vertrauen wert legen, die für harte Arbeit einstehen, die unsere Wirtschaft am Leben halten. Der Begriff Zielgruppe hat uns eh nie gefallen. 

Was ist das Besondere an der Uhr? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

An unserer Uhr finden sich viele Besonderheiten. Im Gehäuse haben wir die letzte jemals im Ruhrgebiet geförderte Kohle des Bergwerks Prosper-Haniel verarbeitet. Auf dem Zifferblatt leuchten in der Dunkelheit verschiedene Elemente in einem Förderturm-Grün. Die Dreiecke einer Wanduhr der Zeche Ewald inspirierten uns zu den Dreiecken auf unserem Zifferblatt. Die Uhr wird in der ZEITpunkt. Chronometrie in Duisburg lokal gefertigt. Wir unterscheiden uns von anderen Anbietern indem wir einen Zeitmesser geschaffen haben, der nicht nur die Uhrzeit verrät. Er erzählt die Geschichte einer vergangenen Zeit. Die Geschichte von über 250 Jahren Bergbau im Ruhrgebiet, die Geschichte von Kohle und Stahl, aber auch von Kriegen und Frieden. Was sich in dieser Uhr verbirgt, verleitet zum Dialog – und davon gibt es heutzutage viel zu wenig. 

Wie ist das Feedback?

Bisher ist das Feedback unglaublich positiv. Wir sind mehr als überwältigt von der Resonanz unserer Unterstützer und Mitgründer. Das Design der Uhr kommt unglaublich gut an, genauso wie unser Image-Film. Dabei haben uns besonders Bene und Tobi unterstützt, zwei Freunde von uns – Danke euch beiden! Natürlich haben wir ab und zu auch negative Kommentare. Man kann es nie jedem Recht machen.

POTTWATCH, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Die Vision ist klar, wir möchten weitermachen. Wir möchten weitere Uhren auf den Markt bringen und POTTWATCH in der Branche etablieren. Die Welt der Armbanduhren ist kompliziert und manchmal schwer nachzuvollziehen Wir sind aber optimistisch, dass es weitergeht. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Smartwatch, wer weiß das schon. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Uns wurde damals gesagt: „Ihr müsst einen langen Atem beweisen, wenn ihr euch beweisen wollt.“ Das trifft voll zu! Unser Prozess dauerte nun knapp zwei Jahre, da wir hauptberuflich alle noch anderen Jobs nachgehen. Aber gute Qualität braucht nun mal seine Zeit. 
  2. Verliert nie den Spaß aus den Augen. Wir haben kaum einen Tag zusammen verbracht an dem es nicht mindestens einen Lachkrampf gegeben hat. Wenn euch die Gründung keinen Spaß macht, dann wird euch auch das Geschäft führen keinen Spaß machen. 
  3. Fangt nicht mit einem Businessplan an, sondern fangt einfach an zu arbeiten. Ein Businessplan hilft euch zwar Dinge zu strukturieren, oft kommt aber eh alles anders als es geplant ist. Solltet ihr also keinen Businessplan für eure Finanzierung brauchen, dann lasst es einfach sein. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Lucas Heinen, Jason Sell und Damian te Heesen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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