Seid geduldig und vorrausschauend bei euren großen Zielen, die nun mal Zeit brauchen!

Postando: Postkarten individuell am Smartphone gestalten und als echte Postkarte in den Briefkasten versenden

Stellen Sie sich und das Startup Postando doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Johannes Duttenhöfer, ich bin 28 Jahre alt und Mitbegründer sowie Geschäftsführer von Postando. Ich arbeite seit 2010 im Aktiengeschäft bei Goldman Sachs in Frankfurt und habe täglich mit etablierten Unternehmen sowie innovativen Geschäftsmodellen zu tun. Wie bei vielen BWL-Studenten war es immer mein Ziel, eine Idee in der Praxis umzusetzen und ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Postando ist im Oktober 2016 nach intensiver Entwicklungszeit auf den Markt gekommen. Mit unserer Postkarten App kann jeder Nutzer – ob jung oder alt – seine individuelle „Postando“ mit eigenen Bildern vom Smartphone gestalten und weltweit als echte Postkarte in den Briefkasten seiner Liebsten versenden. Wir wollen moderne Technologien mit traditionellen Werten verbinden und das Teilen von Freude und schönen Momenten mit Familie und Freunden so einfach wie möglich machen.

Wie ist die Idee zu Postando entstanden und wie haben Sie sich als Team zusammengefunden?
Die Idee ist wie so häufig aus einem Problem entstanden. Meine Frau und ich wollten unsere unbeschreiblichen Urlaubsmomente aus Bali mit unseren Liebsten teilen und haben gemerkt, wie vergänglich eigentlich eine kurze Whatsapp sowie ein Facebook-Post sein können. Daher wollten wir eine traditionelle Postkarte verschicken, was sich – überspitzt formuliert – als Mission Impossible mit mir als schlechten Hauptdarsteller erwies. Einige Stunden sowie eine kurze Ehekrise später hatten wir uns auf ein Motiv geeinigt, Briefmarken besorgt und eine angebliche Poststelle gefunden, die im Nachhinein die (eher unschönen) Karten nie ausgeliefert hat.

Zu Hause habe ich das Problem mit zwei Freunden diskutiert und wir kamen gemeinsam auf eine Lösung: Eine App mit der der Nutzer aus seinen individuellen und persönlichen Bildern ganz einfach echte Postkarten in Auftrag geben kann, welche wir zuverlässig für ihn versenden, um dem Empfänger eine Freude zu bereiten. Der Nutzer sollte neben einer enormen Zeitersparnis beim Versand von Postkarten, einen erhöhten Mehrwert durch Verwendung seiner eigenen Fotos erhalten und zusätzlich nachhaltig im Sinne der Umwelt agieren können. Um die Idee für wirklich jedermann zugänglich zu machen, haben wir Postando gegründet.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die App sollte so einfach wie möglich und extrem nutzerfreundlich programmiert werden. Dieses Ziel haben drei Perfektionisten verfolgt, was viele Diskussionen und lange Nächte bedeutete. Bei der Entwicklung sowie in der Endphase der Vorbereitung des Launches waren unzählige Tests nie genug, um uns alle zufrieden zu stellen. Die absolute Vereinfachung der App für jedermann sowie die Mobilisierung erster Nutzer vor dem Start waren echte Zerreißproben und haben uns als Team wahnsinnig zusammengeschweißt. Ich denke, aber genau dieser Aufwand hat sich enorm ausgezahlt, wenn man jetzt sieht wie einfach die App zu bedienen ist. Die Finanzierung haben wir bis dato aus Eigenmitteln gestemmt.

Wer ist die Zielgruppe von Postando?
Unser oberstes Ziel ist es, dass wirklich jedermann die App bedienen kann. Es geht um das Erlebnis der Postkarte sowie die Freude am Briefkasten und eben nicht um eine Doktorarbeit beim Bedienen der App. Es soll einfach sein und die bisherige Erfahrung zeigt uns, dass es nicht die typische Personengruppe oder den klassischen Anlass für eine Postkarte gibt. Wir versenden „Postandos“ von Studenten, Rentnern, jungen Müttern oder Vätern, Liebespaaren, Nachbarn, Freunden oder Arbeitskollegen – wirklich von jedermann. Auch die Anlässe sind denkbar unterschiedlich: Urlaubsgrüße, Geburtstage, Weihnachten oder sogar im geschäftlichen Kontext an Kunden.

Wie funktioniert Postando?
Für den Nutzer ist der Prozess kinderleicht und dauert vom Download der App bis zum Versenden der ersten „Postando“ nur wenigen Minuten. Erstens gilt es ein Layout sowie ein oder mehrere tolle eigene Motive auf dem Smartphone zu finden, z.B. Selfies, Gruppenfotos oder gerne auch schöne Landschaften. Zweitens ist eine persönliche Nachricht an den Empfänger sowie seine Adresse einzugeben. Bei der Textangabe kann man natürlich zwischen unterschiedlichen Farben und Schriftarten individuell wählen. Danach begutachtet man noch ein letztes Mal sein Meisterwerk und schließt schlussendlich den Warenkorb ab. Der vierte, und wichtigste Schritt, liegt dann beim Empfänger, nämlich die Postkarte zwischen den Rechnungen im Briefkasten zu entdecken und sich herzlich zu freuen.

Hinter den Kulissen beginnen wir mit der Herstellung der „Postando“, dem eigenen Druck und der Frankierung mit einer klassischen Briefmarke, um die „Postando“ weltweit zu versenden. Unseren Kunden sind lokal keine Grenzen gesetzt, sodass gerne Karten in Australien beauftragt und nach Deutschland oder auch New York versendet werden können.

Warum sollte man Postando nutzen?
Gute Frage und ich hoffe, dass ich nicht zu philosophisch bei meiner Antwort bin: der Erhalt einer Postkarte wird Studien zu Folge beim Empfänger wie ein Geschenk empfunden. Jemandem eine derartige Freude zu bereiten und diese in unseren Alltag zu integrieren, ist schon Grund genug. Darüberhinaus sollen auch unsere Kinder das Gefühl der Freude am Briefkasten erfahren. Sie sollen wissen, dass es viel mehr gibt als nur WhatsApp & Facebook. Es gilt online und offline miteinander zu verbinden, um bleibende Erinnerungen zu schaffen und das auf einem CO2-neutralem Papier, mit einem umweltschonenden Druck, dem Verzicht auf umweltbelastenden UV-Lack sowie einem CO2-neutralem Go-Green-Versand der Deutschen Post. Wenn jede Postkarte nach Deutschland CO2-neutral versandt werden würde, sparen wir den CO2-Ausstoß von ca. 5.000 Fahrten mit einem Familien-PKW quer durchs Land.Nachhaltigkeit haben wir in unserer Firmenstrategie verankert.

Wie ist das Feedback?
Überraschend positiv und häufig sehr persönlich. Ich habe das Gefühl, dass der Appetit gegenüber Traditionen wieder zunimmt und sehe für die Postkarte durchaus Potential, nicht mehr „old school“ zu sein. Wir wollen dafür einen modernen Weg finden. Was mir besonders schön in Erinnerung geblieben ist, ist eine Kundenemail, in der eine junge Mama uns für die Möglichkeit dankt, ihrer Oma persönliche Postkarten mit Alltagsfotos senden und sie so immer auf dem Laufenden halten zu können – obwohl sie weit entfernt wohnt.

Postando, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unser Ziel ist es, Postando als DIE Postkarten App in Deutschland und langfristig auch international zu etablieren.Deshalb optimieren wir unsere App kontinuierlich weiter, um das Nutzererlebnis zu verbessern, aber nicht durch unnötige Features zu verkomplizieren. Unser Leitspruch „Einfach Freude Teilen“ lässt sich dabeinatürlich auch noch auf viele weitere Lebensbereiche übertragen. Wir haben da noch so einige Ideen – seid also gespannt. Darüber hinaus möchten wir auch unseren Nachhaltigkeitsgedanken noch weiter ausbauen, um auch über unser Kerngeschäft hinaus einen wichtigen Beitrag zu leisten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
(1) Seid geduldig und vorrausschauend bei euren großen Zielen, die nun mal Zeit brauchen.
(2) Seid ungeduldig und ehrgeizig bei den kleinen Etappen, die viel Arbeit sowie wenig Schlaf mit sich bringen.
(3) Achtet darauf, die Punkte 1 & 2 nicht zu vertauschen und habt Spaß an der Sache.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Johannes Duttenhöfer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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