Das richtige Team ist ausschlaggebend

Ponix Systems: Herbert eine vertikale hydroponische Wandfarm

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Ponix Systems doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Alexander Penzias, Co-Founder von Ponix Systems. Mit Ponix Systems haben wir es uns zum Ziel gesetzt, ein Umdenken zu bewirken und ein altes Bewusstsein für den Umgang mit Nahrungsmitteln wieder zu beleben. Wir wollen zeigen, dass Anbauen Spaß macht, sauber sein kann und nicht so zeitintensiv ist, wie man es glauben könnte.
Letzten Endes ist durch diese Herangehensweise unser erstes Produkt entstanden: Herbert. Eine vertikale hydroponische Wandfarm, mit der man das ganze Jahr über Gemüse, Kräuter und Früchte züchten kann. Pflanzen wurzeln direkt in eine Nährlösung, wodurch das Anbauen zu einer sauberen Angelegenheit wird.
Unseren Herbert werden wir im Rahmen einer Kickstarter Kampagne im Februar 2017 auf den Markt bringen.
Wir bauen zusätzlich maßgeschneiderte hydroponische Systeme für Restaurants und bieten unsere LED Systeme für kommerziellen Gewächshausanlagen an.

Wie ist die Idee zu Ponix Systems entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Mit 13 Jahren entdeckte ich meine Leidenschaft für die Aquaristik und begann mich mit der Chemie und Biologie dieser kleinen Ökosysteme auseinanderzusetzen. So kam ich vor etwa 10 Jahren zur Aquaponik, wo Fische gemeinsam mit Nutzpflanzen in einem Wasserkreislauf gezüchtet werden. Die Fische liefern über ihre Exkremente die wichtigen Nährstoffe für Pflanzen, diese wiederum reinigen und filtern das Wasser für die Fische.
Mit Alvaro Lobato-Jimenez, einem guten Freund von mir, wurde daraus die Idee für Ponix Systems geboren. Alvaro als Computer- und Elektrotechniker und ich als Betriebswirt ergänzen uns sehr gut in unseren Fähigkeiten. So wurden schnell erste Prototypen gebaut, für die wir uns Unterstützung in unserem Freundeskreis suchten. Daraus ist Ponix Systems entstanden, das Unternehmen was von uns gemeinsam 2016 gegründet wurde.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war und ist es, ein Produkt fast zur Gänze unter Berücksichtigung von skalierbarer Produktion zu entwickeln, sowie gleichzeitig Ästhetik und Funktionalität im Auge zu behalten und die Wertschöpfungskette dafür aufzubauen. Es wurde zusätzlich darauf geachtet, so viele Teile wie möglich so regional wie möglich produzieren zu können.
Finanziert haben wir uns bis jetzt größtenteils selber, teilweise durch Förderungen von staatlichen Instituten wie dem AWS und der FFG.

Wer ist die Zielgruppe von Ponix Systems?
Wir wollen Menschen in Städten, die wenig Platz und Zeit haben, aber dennoch auf eine bewusste Lebensweise nicht verzichten wollen, mit Herbert die Möglichkeiten bieten ein Stück Garten in die eigenen vier Wände zu bringen. Wir liegen derzeit bei einem brutto Verkaufspreis von €490. Der Einführungspreis im Rahmen der Kickstarter Kampagne startet bei €299.

Wie funktioniert das System?
Die Pflanzen wachsen in biologisch abbaubaren Schwämmen heran und wurzeln direkt in ein mit Nährstoffen angereichertes Wasser. Die Hydroponik hat den Vorteil, dass Pflanzen um bis zu 40% ertragreicher sind, da sie weniger Energie für die Nährstoffsuche aufwenden müssen. Folglich wachsen sie wesentlich schneller. Der Wasserbedarf für hydroponische Systeme ist geringer als bei herkömmlichen Anbaumethoden. Zubehör für den ganzjährigen Anbau werden in einem Anzucht Starterpaket, als auch in Form von einem Abonnement angeboten.

Welche Vorteile haben die Kunden? Was kann angebaut werden?
Der Vorteil besteht darin, dass man durch ein vertikales System auf recht kleiner Grundfläche recht viel Gemüse und Kräuter produzieren kann. Wenn man als Beispiel eine Salatsorte über ein gesamtes Jahr produzieren will, kann man je nach Sorte und richtiger Beleuchtung bis zu 80 oder 90 Salate züchten. Also jeden vierten bis fünften Tag im Jahr ein frischer Salat. Hydroponische Systeme sind zusätzlich sauberer und man kann auf Pestizide und Herbizide verzichten. Durch den integrierten Wassertank und die einstellbare Beleuchtung kann man sorglos auf Urlaub fahren.
Man kann sehr viele unterschiedliche Kräuter, Salate und sogar bestimmte Fruchtesorten in Herbert züchten. Bei Pflanzensorten, die wir anbieten, haben wir auch auf die Wuchshöhe und -breite geachtet, damit sie sich nicht zu stark gegenseitig das Licht wegnehmen.

Ponix Systems, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wenn in fünf Jahren Städte nicht nur an den Fassaden, sondern auch von innen grün sind und man mit der Hydroponik und Aquaponik in Städten Ponix Systems in Verbindung bringt, dann haben wir unser erstes Ziel erreicht.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
• Das richtige Team ist ausschlaggebend. Nicht nur die Ausbildung und Kompetenzen sind wichtig, sondern vor allem die intrinsische Motivation, die jede Person mit sich bringt und die Art und Weise, wie das Team miteinander umgeht. Kommunikationsfähigkeit und Auffassungsgabe spielen eine ganz wichtige Rolle.
• Man sollte ein Produkt nicht ohne Gespräche mit potentiellen Kunden entwickeln. Wenn man ein Produkt ohne Feedback entwickelt, kann man schnell seine Zielgruppen verfehlen.
• Wer sich selbstständig machen will, soll sich dieses Vorhaben gut überlegen und ordentliche Recherchen zur potentiellen Konkurrenz machen. Ein Unternehmen zu gründen und erfolgreich zu führen wird sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und ist eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Allerdings wird man dafür tagtäglich mit seiner Leidenschaft konfrontiert und es gibt nichts schöneres, seine eigene Leidenschaft auch Arbeit nennen zu dürfen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Alexander Penzias für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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