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Poco Loco Kitchen Tasty Teigtaschen ( Empanadas)

Stellen Sie sich und das Startup Poco Loco Kitchen doch kurz unseren Lesern vor!

Hola, ich bin Fine (29) und komme ursprünglich aus dem schönen Rheinland. In Berlin habe ich Modedesign studiert und über ein paar Umwege (Köln, Helsinki und Paderborn) bin ich für meinen damaligen Job nach Münster gezogen, wo ich aktuell lebe. 

Im Mai 2017 habe ich nach einem längeren Kolumbienurlaub die Firma „Poco Loco Kitchen“ gegründet, um eigens kreierte Teigtaschen (Empanadas) herzustellen und zu verkaufen. 

Empanadas, wie man die Teigtaschen in Lateinamerika nennt, sind ein bisschen so wie bei uns der Döner. An jeder Straßenecke zu finden, super lecker und ein absoluter Sattmacher. Ich war von der praktischen Handhabung der Empanadas und dem geselligen Zusammentreffen der Menschen an den Imbissständen so begeistert, dass ich die Idee mit nach Münster nahm und seit dieser Zeit diese köstlich schmeckenden Teigtaschen anbiete. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich bin ein eher quirliger und ungeduldiger Mensch. Acht bis zehn Stunden im Büro zu sitzen, fällt mir sehr schwer. 

In der Selbstständigkeit kann ich alle meine Fähigkeiten und Talente ausleben, in kürzester Zeit viele Erfahrungen sammeln und gleichzeitig ein Zeichen setzen. Das wäre im Berufsleben mit vielen Hierarchien nicht so leicht möglich gewesen. 

Mein Lieblingsthema ist und bleibt die Ernährung, der Genuss und die damit verbundene Leidenschaft zum Kochen und Experimentieren. Ich möchte mit Poco Loco Kitchen auch ein politisches Zeichen setzen und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger, indem ich mit gutem Beispiel voran gehe.

Welche Vision steckt hinter Poco Loco Kitchen?

Meine Vision ist es, ein Unternehmen aufzubauen, das sich mit einem so wichtigen Thema wie Ernährung und Genuss auseinandersetzt. Noch immer ist das Thema Ernährung und die damit verbundene Landwirtschaft, vor allem in Deutschland, eher zweitrangig. Das möchte ich gerne ändern. 

Es ist so wichtig, dass die Menschen sich damit auseinandersetzen, woher ihr Essen kommt und beispielsweise welche Pestizidbelastung Lebensmittel im konventionellen Bereich aufweisen. Am Ende ist alles ein Kreislauf und eins bedingt das Andere. Wenn uns jemand eine Flasche mit Chemikalien vorsetzen würde, dann würden wir das ja auch nicht zu uns nehmen. Aber versteckt und unsichtbar tun wir das in unseren Lebensmitteln jeden Tag. 

Es kann und darf uns nicht egal sein, wie unsere Nahrungsmittel produziert werden. 

Keiner möchte heutzutage noch Landwirt werden. Es ist einfach nicht lukrativ genug. Wir geben unser Geld lieber für teure Smartphones, Tablets, Play-Stations…. aus anstatt für gute Lebensmittel, die uns ernähren. Das ist schade, denn das, was wir an Geld einsparen, wirkt sich auf die Qualität der Lebensmittel aus. Es schmeckt einfach nicht und der Produzent sieht am wenigstens von dem Geld (siehe Milchbauern). Wer einmal in den Genuss kam, Gemüse aus dem eigenen Garten zu verzehren, der weiß, wovon ich spreche, wenn ich sage, dass beim Verzehr eigens angebauter Früchte ein Gaumenorgasmus stattfindet, wie er bei konventionell produzierten Lebensmitteln niemals stattfinden kann.

Mit Poco Loco Kitchen möchte ich den Menschen genau das bieten. Einen Gaumenorgasmus. Ich möchte die Geschmacksnerven meiner Kunden kitzeln und zeigen, dass es einen Unterschied macht, was wir kaufen. 

Wir müssen wieder weg kommen von den großen billigen Supermärkten, die eine monokulturelle Landwirtschaft fördern, hin zu kleinen im Umland produzierenden Händlern. So können wir als Konsument wieder Vielfalt schaffen, die sich doch eigentlich jeder von uns wünscht. 

Dafür steht Poco Loco Kitchen. Für Vielfalt, Lebensfreude und Genuss. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen?

Im Food-Bereich gibt es gesetzliche Hygienevorgaben, an die man sich halten muss. Ich hatte Glück, dass ich gleich zu Beginn in einer Gastroküche bei Freunden untergekommen bin, um überhaupt meine Tasty Teigtaschen produzieren zu können. Hat man diese Möglichkeit nicht, startet man mit hohen Investitionssummen. 

Ist die Gründungsphase erst einmal erfolgreich gemeistert, nehmen die Aufgaben und die Bürokratie in einer rasanten Geschwindigkeit zu. Da muss man wirklich aufpassen, dass man nicht ausbrennt. Da ist ein gutes Netzwerk sehr wichtig, aber auch Familie und Freunde, die in schwierigen Situationen weiter helfen können. 

 Wie haben Sie sich finanziert?

Ich habe ganz klein angefangen – mit 100 Euro – und mich stetig hoch gearbeitet. Bei vielen kleinen Veranstaltungen habe ich meine Tasty Teigtaschen zu Beginn verkauft. So konnte ich nach einem halben Jahr aus 100 Euro 5000 Euro und nach einem weiteren halben Jahr 17.000 Euro machen. Anfangs habe ich noch nebenher als Freelancerin im Grafik-Bereich gejobbt. Da konnte ich mir die Zeiten selbst einteilen, das war ein großer Vorteil. 

In dieser Anfangsphase konnte ich unglaublich wertvolle Erfahrungen über mein Produkt und meine Kunden sammeln. Das half mir, die Tasty Teigtaschen schnell weiter zu entwickeln. Ich konnte austesten, ob überhaupt eine Nachfrage am Markt besteht ohne ein hohes Risiko einzugehen.

Meine zweite Finanzierungsrunde konnte ich mit Hilfe meiner Familie und einem Wettbewerb stemmen. Bei dem Wettbewerb „Gründerstein – von Unternehmen für Unternehmen“ konnte ich mit Poco Loco Kitchen den vierten Platz belegen und damit 1000 Euro Preisgeld einsammeln. Außerdem habe ich das große Glück, dass meine Familie mich nicht nur mental, sondern auch finanziell in meinem Vorhaben unterstützt.

Das hat mir einmal wirklich aus der Patsche geholfen, weil Kunden nicht bezahlt haben und ich für zwei Wochen nicht liquide war. Das sollte man unbedingt in seine Kalkulation miteinbeziehen. 

Wer ist die Zielgruppe von Poco Loco Kitchen?

Jung und alt, Kinder, Studenten, Senioren, alle, die Wert auf gutes, biologisches Essen legen. Meine Tasty Teigtaschen sind für Schlemmermäuler und die, die es noch werden wollen. Kinder sind oft von der Farbe der Tasty Teigtaschen angetan, was es den Eltern leicht macht, die Kleinen für gesundes Essen zu begeistern. Tasty Teigtaschen sind perfekt für einen schnellen, vollwertigen Snack auf die Hand, also für Menschen wie mich, die immer viel unterwegs sind. Die Tasty Teigtaschen sind aber auch super geeignet für einen Weinabend mit Freunden, aber auch für Firmen, die mit ihrem Catering und Finger Food bei ihren Gästen punkten wollen. Ihr seht, das Spektrum ist weit und den Einsatzmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. 

Welche Produkte bieten Sie an? Was ist das Besondere an den Teigtaschen?

Poco Loco Kitchen bietet eigens kreierte Tasty Teigtaschen an. Das Sortiment besteht aus veganen und vegetarischen Füllungen. 

Der Teig der Tasty Teigtaschen wird mit Lebensmitteln eingefärbt und bietet so auch optisch eine Menge. Darüber hinaus sind alle Produkte biozertifiziert.

Die Tasty Teigtaschen können entweder ein perfekter Snack auf die Hand oder eine vollwertige Mahlzeit sein, je nachdem wie viele man davon nascht. 

Bei den vielen unterschiedlichen Farben wird das Snacken zum richtigen Erlebnis. Egal ob alleine oder mit Freunden unterwegs oder mit der Familie am Esstisch. Außerdem sind die Teigtaschen leicht zu handhaben. So passiert es einem nicht mehr, gerade bei Empfängen, dass man sich verkleckert und man hat noch eine Hand frei, um Hände zu schütteln. 

Wie ist das Feedback?

Das Feedback ist sehr positiv. Die Menschen, die die Teigtaschen einmal probiert haben, sind begeistert. Sowohl im B2B also auch im B2C Bereich. 

Es ist einfach etwas Neues und die Füllungen sind ausgefallen. Anders als die Standard Sachen, die man sonst so kennt. Den Kunden macht es Spaß und es zaubert ihnen ein Lächeln auf das Gesicht, wenn ich die bunten Teigtaschen ausliefere. Das macht dann auch mich glücklich. 

Poco Loco Kitchen, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Poco Loco Kitchen beliefert schon jetzt Bio Bäckereien, Cafés, Firmen und private Personen. Dieses Netz soll natürlich weiter ausgebaut werden. Die Tasty Teigtaschen sollen vor allem den Snackbereich bereichern. Da gibt es noch viele Vertriebswege, die es zu erschließen gilt. 

In fünf Jahren will ich den Snackbereich mit Neuerungen erweitern. Mehr will ich aber noch nicht verraten.

Mein innigster Wunsch ist es, mit Poco Loco Kitchen eine Firma aufzubauen, in der Menschen gerne arbeiten, einen fairen und sozialen Arbeitsplatz mit flachen Hierarchien zu schaffen. Ich wünsche mir eine Gemeinschaft, in der ich gemeinsam mit Anderen an der Firma „Poco Loco Kitchen“ arbeiten kann. Mit mehr Menschen kann man mehr bewegen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Sprich mit den Menschen, denen du vertraust, über dein Vorhaben. Wisse aber, wen du vor dir hast, um das Urteil der Person richtig einordnen zu können. Suche den Austausch und baue dir ein starkes Netzwerk auf.

Blamiere dich täglich! Gehe dort hin, wo es unbequem für dich ist. 

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ein altes, aber wahres Sprichwort.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Fine Kadenbach für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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