Nie den Fokus verlieren!

PlusPeter: Wir wollen Studenten den kostenlosen Druck von Skripten ermöglichen

Stellen Sie sich und das Startup PlusPeter doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind Cecil von Croy (27) und Karl Bagusat (26), Gründer von PlusPeter. Mit unserem Berliner Startup haben wir es innerhalb von zwei Jahren geschafft, uns von der simplen Idee des kostenlosen Drucks von Uni-Skripten, als schnellst wachsende, crossmediale Studentenplattform und Marktführer im Personen-genauen Targeting zu positionieren. Darüber hinaus ist es über PlusPeter erstmals möglich, Job- und Werbeanzeigen in der Hyperlokal-App Jodel, der beliebtesten Studenten-App Europas, zu platzieren.

Als Exklusiv-Vermarkter von Jodel unterstützen wir Unternehmenskunden mit unserer Expertise in Puncto Lokal-Targeting und Employer Branding.

Wie ist die Idee zu PlusPeter entstanden?
Die Idee zu PlusPeter entstammt unserer eigenen Erfahrung aus der Studienzeit. Karl und ich haben einen Teil unseres Studiums in den USA verbracht und dabei erlebt, wie viel praxisnäher dort gelehrt und gelernt wird, und wie viel enger Universitäten und Unternehmen miteinander verknüpft sind. Es ist dort selbstverständlich, dass potenzielle Arbeitgeber auf dem Campus um Nachwuchstalente für ihre Einstiegsprogramme werben und den Studierenden stets einen Mehrwert anbieten.

Zurück in Deutschland haben wir an diesem Punkt angesetzt und uns gefragt, was wir über welche Kanäle tun können, um den Kontakt von Unternehmen zu Studierenden zu stärken und eine ähnliche Verknüpfung zu schaffen, wie sie in den USA super funktioniert. Nachdem schnell klar wurde, dass der Weg über die deutschen Universitäten und Hochschulen sehr bürokratisch und lang werden würde, haben wir unseren Fokus auf die Studierenden verlagert – und landeten so bei Vorlesungsskripten und Lernunterlagen. Denn wenn die Klausurphasen anstehen und es an’s Lernen geht, bevorzugen die Studenten auch heute noch das haptische Papier in der Hand, in das Anmerkungen und Markierungen einfach reingekritzelt werden können. Dem entgegen stehen teure Druckerpatronen, die sich viel zu schnell entleeren, und überfüllte Copyshops mit ewigen Wartezeiten. Da lag die Idee plötzlich auf der Hand: Wir wollen Studenten den kostenlosen Druck von Skripten ermöglichen.

Dabei unterstützen uns kleine, mittelgroße und große Unternehmen, lokale und regionale Dienstleister, Manufakturen und Online-Shops.

Welche Vision steckt hinter PlusPeter?
Auf Grundlage einer eigens initiierten Studie wissen wir: Der Offline-Online-Mix spielt heutzutage eine große Rolle beim Studieren. Skripte und Journals sind zu 99% nur noch digital verfügbar, Lernunterlagen werden digital zusammengefasst und mit Kommilitonen geteilt – in der Lernphase wird zuvor digital erstelltes Material dann in ausgedruckter Form verwendet. Doch hier steckt die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen und Zeit, um sich mit Programmen zum digitalen Organisieren auseinanderzusetzen, bleibt neben den Prüfungen wenig.

Wir möchten daher das digitale Lernen revolutionieren und Studierenden die Brücke zwischen Off- und Online bestmöglich erleichtern – und das weltweit.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir schätzen uns sehr glücklich und sind unheimlich dankbar, dass wir schon früh großen Zuspruch und Unterstützung von Investoren erhalten haben, darunter Michael Brehm, Gründer des ehemaligen Sozialen Netzwerks studiVZ, der uns bei der Bewältigung der ersten Druckkosten und Weiterentwicklung des Produkt unter die Arme griff. Das war im Juni 2016. 2017 investierten weitere Unternehmer und Business Angels, darunter die Employour-Gründer Daniel Schütt, Stefan Peukert und Dieter Dahlhoff sowie Gesellschafter und Verleger Hendrik teNeues. Vor zwei Monaten erhielten wir von Müller Medien und der Core Ventures Group eine weitere Finanzspritze in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

Eine der größten Herausforderungen für uns war die Tatsache, dass wir und unser anfänglich reines Print-Produkt in der digitalen Szene nicht ernst genommen, sondern nur nett belächelt wurden. Inzwischen konnten wir nachweislich aufzeigen, dass wir mit dem Kernprodukt PrintPeter den perfekten Log-In in die Welt der zukünftigen Absolventen und jungen Talente geschaffen haben.

Wer ist die Zielgruppe von PlusPeter?
Mit PlusPeter sprechen wir mittlerweile drei Zielgruppen an: Die Studierenden, denen wir das digitale Lernen, den nach wie vor bevorzugten analogen Austausch und den Einstieg ins Berufsleben über unsere crossmediale Plattform, die PlusPeter-App und die hauseigene Jobbörse erleichtern wollen. Eine zweite Zielgruppe setzt sich aus den Unternehmenskunden zusammen, die als Werbepartner den Druck der Skripte finanzieren und durch uns ein Personen-genaues Targeting der für sie relevanten High Potentials und Young Professionals erfahren.

Und zuletzt erreichen wir diejenigen Unternehmenskunden, die wir mit unserer Marketing & Employer Branding-Expertise in der Vermarktung zielgenau und ohne Streuverluste unterstützen, so wie beispielsweise die Studenten-App Jodel.

Wie funktioniert PlusPeter?
Studenten melden sich bei PlusPeter an und hinterlassen ausgewählte Daten wie bspw. Studiengang, Semester, Alter, Wohnort und Interessen. Anschließend laden sie ihre Skripte online oder via App hoch. Wir lassen die Unterlagen über unseren Exklusiv-Partner, die Deutsche Post DHL Group, drucken, binden und innerhalb von drei Werktagen versenden. Dabei platzieren Unternehmen unter den Lerninhalten passgenaue Job- und Werbeanzeigen – so wird die tatsächliche Relevanz anhand der eingespeisten First Party Daten der Studierenden sichergestellt. Wer dann offline auf Werbung oder eine vakante Stelle stößt, kann diese mittels PlusPeter App einscannen und wird zur jeweiligen Landingpage oder Karriereseite des Unternehmens geführt. Neben der App setzen wir auf interaktives Lernen, verbunden mit zahlreichen Features: Jeder Druckauftrag und jeder Scan wird mit PlusPunkten belohnt, die später gegen Gewinne oder für den guten Zweck neuer Baumpflanzungen eingetauscht werden können.

Über Jodel wird die Ad in voller Bildschirmgröße über den Picture-Feed ausgespielt. Über einen Klick werden Neugierige ebenfalls auf eine entsprechende Landingpage geleitet, die bspw. Rabattaktionen enthält.

Welche Vorteile bietet PlusPeter? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
PlusPeter erreicht mehr als 1,5 Millionen Studierende – und damit mehr, als jedes andere Unternehmen bis dato. Auf der anderen Seite haben wir mehr als 800 Unternehmenskunden, die sich über Response-Raten von sehr guten 10% freuen. Wir können gezielter targeten als die meisten Online Medien, u.a. nach Wohnort, Studiengang, Interessen etc. zielgerichtet filtern und erreichen sowohl off- als auch online treffsicher genau diejenige Zielgruppe, die für die entsprechenden Job- und Werbeanzeigen wirklich relevant ist. Gemeinsam mit uns können Firmen ihre gesamte crossmediale Mediaplanung umsetzen. Kampagnen werden dabei anhand unserer eigens generierten First Party Daten gezielt auf die sozialen Netzwerke der Studenten ausgeweitet. Anhand der Profile sind wir in der Lage, die Anzeigen auf das gewünschte Online-Format anzupassen.

Damit schaffen wir es, auch in der virtuellen Welt Werbedauer- und -wert um ein Vielfaches zu erhöhen und die Nutzungs- und Sehgewohnheiten der Zielgruppe auf allen Kanälen voll auszuschöpfen.

Hinzukommt, dass wir die Exklusivvermarktung der beliebtesten Studenten-App Europas übernommen haben: Ganz neu ist es jetzt möglich, über den Picture-Feed der Hyperlokal-App Jodel Werbung auszuspielen. Das großartige ist dabei die unvergleichliche Nutzeraktivität und Reichweite: Allein über den Picture-Feed werden mehr als 620.000 monatlich aktive Jodler verzeichnet, die im Schnitt gute 27 Minuten mit der App verbringen. Dabei kommt Unternehmen derzeitig noch der First Mover Advantage zu Gute: Über 24 Stunden wird nur eine Werbeanzeige geschaltet, sprich, der Jodel-Nutzer sieht die Anzeige eines einzigen Unternehmens alle 24 Stunden – und wird nicht durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Werbeanzeigen beeinflusst.

Schon sehr bald wird die Ad-Schaltung viele weitere Features ermöglichen – insbesondere solche, die den einzigartigen „Jodel-Charakter“ haben.

PlusPeter, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir wollen uns in der Zukunft noch mehr auf die Zielgruppe Studenten fokussieren und den Lernalltag der Studenten verändern. Hierzu bauen wir gerade ein Smart Learning Tool, welches das Lernen mit den relevanten Lerninhalten effizienter macht und vor allem den Wissensaustausch fördert. Ziel ist es mit unser Community ins weitere europäische Ausland zu wachsen und dann Anfang 2020 den Schritt nach Amerika zu gehen. Wenn ein Student in der Zukunft Lernen will, wollen wir ihn dabei unterstützen. Offline haben wir es schon geschafft, jetzt wollen wir online nachziehen.

Unsere Mission ist es, Studenten ein intelligentes Lernen zu ermöglichen, um sie dann mit ihrer Zukunft zu verbinden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Mein erster Tipp lautet: Betrachte dein Produkt oder deinen Service aus Kundensicht. Warum sollte ein Kunde das nutzen, was du anbietest? Da draußen gibt es die tollsten Ideen, Gedanken, Vorstellungen, aber wenn der Nutzen für den Kunden nicht sofort klar ist, kannst du einpacken. Darum waren wir auch immer überzeugt, dass PlusPeter ein Erfolg wird: weil es so praktisch für Studenten ist, wenn sie nichts für ihre Lernunterlagen bezahlen müssen.

Zweiter Tipp: Nicht stehenbleiben, nicht ausruhen. Kommt der erste Erfolg, ist das toll, ein unbeschreibliches Gefühl. Man darf aber nicht den Fehler machen und sich ausruhen. Man muss das, was man anbietet, weiterentwickeln. Die Welt verändert sich in rasendem Tempo. Deshalb sollten auch Existenzgründer immer schauen, wie sie ihr Produkt besser machen können.

Dritter Tipp: Nie den Fokus verlieren. Das ist etwas, das auch ich lernen musste. Wenn anfangs die ersten Erfolge kommen, gibt es Momente, in denen man schnell zu viel will und auch andere Dinge angeht, die mit dem eigentlichen Ziel und Kernprodukt aber nicht viel gemein haben. Bei all den vielen Chancen und Möglichkeiten sollte man nie vergessen, sich zu einhundert Prozent auf den eigentlichen Kern des Unternehmens zu fokussieren und zu analysieren, was wirklich wichtig ist, um das Business voran zu bringen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Cecil von Croy und Karl Bagusat für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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