Gründen ist kein Sprint, sondern ein Marathon!

PLINTHIT: Sonnenschirmständer mit weltweit einzigartigem, patentierten Schließsystem

Stellen Sie sich und das Startup PLINTHIT doch kurz unseren Lesern vor!
Josefine Østerby: PLINTHIT, das ist unser Startup, dass wir, Christian und Ich, vor 2,5 Jahren in unserer Heimat Aarhus in Dänemark gegründet haben. Die Idee war einen der nervigsten Gebrauchsgegenstände der Gartenwelt zu revolutionieren: Den Sonnenschirmständer. Herausgekommen ist unser Produkt, der erste Sonnenschirmständer mit einem patentierten, intelligenten Schließsystem, der nicht nur Funktionalität sondern auch typisch dänisches Design verkörpert. Mittlerweile sind wir nicht mehr zu zweit sondern zu sechst in unserem Büro in Aarhus und arbeiten jeden Tag mit Leidenschaft an unserem Produkt und uns als Marke. Seit diesem Jahr verkaufen wir unsere Sonnenschirmständer auch in Deutschland und können dort mittlerweile 70% unserer Kunden verzeichnen.

Wie ist die Idee zu PLINTHIT entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Josefine Østerby: Die Idee zu PLINTHIT hatte ursprünglich mein Vater. Er war genervt von seinem herkömmlichen Sonnenschirmständer- schwerer Beton, kaum zu bewegen, hässlich. Also brachte er die Idee zu unserem Produkt auf Papier und verstaute sie in seiner Schreibtischschublade – wo sie dann 10 Jahre lang verstaubte. Das hat mich geärgert, denn ich war überzeugt von der Idee, fühlte mich mit 23 Jahren aber noch nicht stark und erfahren genug, um die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Bis ich im Herbst 2013 auf Christian traf. Wir fingen an zu daten, wurden ein Paar und dann schließlich auch Geschäftspartner. Christian hatte die Motivation – sozusagen den Entrepeneur-Drive – der mir bis dato fehlte und zusammen entschlossen wir dann Anfang 2014 das Projekt PLINTHIT in Angriff zu nehmen. Millionen Menschen auf der Welt haben gute Ideen – Die Herausforderung ist, sie aus der Schublade raus auf den Schreibtisch zu bekommen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Christian Jakobsen: Josefine und ich haben schnell gemerkt: wir wollen beide unabhängig sein und etwas schaffen, das bleibt. Die Vision, dass wir mit unserem Produkt anders sein können, vielleicht eine Bewegung starten mit der wir den traditionellen Markt verändern hat uns genau so angetrieben wie die feste Überzeugung, dass unser Produkt einzigartig und notwendig ist.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Christian Jakobsen: In Dänemark sind die Barrieren, die man überwinden muss, um eine Firma zu gründen, sehr gering. Studenten, die eine gute Idee haben, werden mit einem sogenannten micro grand unterstützt. 50.000 DKK, umgerechnet knapp 7000€, wurden uns so als Startkapital zur Verfügung gestellt. Ich habe noch etwas Eigenkapital investiert. Sehr hilfreich war außerdem, dass die Universität uns unsere Büroräume kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Die Bedingungen für Gründer in Dänemark sind wirklich ideal. Natürlich mussten wir uns trotzdem bei mehreren production funds um Kredite bewerben, die wir dann auch bekamen.

Josefine Østerby: Die größte Herausforderung war so weniger die Finanzierung, sondern die Entscheidung zu sagen: „Ok wir machen es.“ Ich hatte vorher zwei Jobs, einen in der Uni und einen als Consultant. Ich habe gut verdient, wir hatten eine schöne Wohnung. Die Entscheidung, dieses Leben erst mal hinter sich zu lassen, wieder zusammen in ein Zimmer zu ziehen, um einen anderen Traum zu verwirklichen, war erst mal hart. Natürlich war auch unser junges Alter eine Herausforderung. Mit 23 waren wir zwar überzeugt von unserem Produkt, wussten aber nicht, wo wir es und uns im Markt positionieren wollen. Trial and Error – aus Fehlern lernen, ist das einzige, was da hilft.

Wer ist die Zielgruppe PLINTHIT?
Christian Jakobsen: Unsere Zielgruppe sind alle Menschen mit Garten, Balkon oder Terrasse, die, so wie wir, Alltagsgegenstände neu denken wollen. Manchmal kann die Lösung für ein lästiges wenn auch kleines Problem so einfach sein. Wir wollen mit unserem Produkt Leute ansprechen, die sich nicht mit dem zufrieden geben, was zu ändern ist. Leute, die etwas anderes als der Nachbar auf der Terrasse stehen haben wollen.

Was ist das Besondere an dem Sonnenschirmständer? Was unterscheidet ihn von anderen?
Josefine Østerby: Die größte Innovation ist wohl unser weltweit einziges, patentiertes Schließsystem, auf dem wir auch weitere Produkte aufbauen wollen. Herkömmliche Sonnenschirmständer sind meist nicht nur aus schweren Betonklötzen oder unanschaulichen Kanistern gefertigt, sondern bergen auch das Problem des standardisierten Halterungsrohres, in welches nur ein Sonnenschirm mit einem bestimmten Stabdurchmesser passt. Unser flexibles Schließsystem, das dem Prinzip eines Kabelbinders folgt, ermöglicht es, jeden beliebigen Sonnenschirm zu fixieren.

Ein weiteres Kriterium ist natürlich das Erscheinungsbild – da haben wir, typisch skandinavisch, auf schlanke Linien und natürliche Farben gesetzt. Unser Sonnenschirmständer ist der erste, der durch zwei formschöne Sandbeutel a 15 oder 25 kg beschwert wird. So ist er für jede Person leicht zu verschieben. Die Verwendung recyclebarem Polypropylen als Stoff für unsere Beutel ist wohl bisher auch einzigartig im Sonnenschirmständer -Geschäft. So kann man unseren Sonnenschirmständer entweder in Anthrazit, Hellgrau oder Taupe erwerben. Wir glauben auch, dass wir selbst als Marke ein Unikum darstellen. Wir sind ein junges, kreatives Team und das wollen wir auch durch unser Produkt, unser Werbematerial und unsere Online-Präsenz ausdrücken.

Wo kann man ihn kaufen und wie viel kostet er?
Christian Jakobsen: Wir sind momentan dabei, unser Händlernetzwerk in Deutschland zu erweitern. Man kann unseren Sonnenschirmständer bereits in vielen Baumärkten wie zum Beispiel bei Pflanzen Mauk, Hagebau oder Bellandris kaufen. Außerdem haben wir einen Online-Shop. Der Preis für das 30kg Modell beläuft sich momentan auf 89€, der für das 50kg Modell auf 99€. Der Preis liegt somit unter dem durchschnittlichen Marktwert – wir wollen wirklich eine Alternative zu herkömmlichen Sonnenschirmständern bieten und jedem ermöglichen, sich für Funktionalität und Design entscheiden zu können.

PLINTHIT, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Josefine Østerby: Wir wollen uns gerne ale eine exklusive Messemarke, die gleichermaßen für Qualität und Originalität steht, weiter etablieren. Anders sein ist ein wichtiger Aspekt für uns. Wer weiß – vielleicht gibt es ja in ein paar Jahren einen pinken Sonnenschirmständer von PLINTHIT. Auf dem Schulhof der Gartenmarken wollen wir sozusagen die coolen Kids mit Alleinstellungsmerkmal sein, die Alternativen bieten. Unsere Vision ist außerdem, dass wir fest im Portfolio der wichtigsten Baumärkte in ganz Europa und vielleicht sogar darüber hinaus zu finden sind. Wir wollen nicht nur irgendein Sonnenschirmständer sein, sondern auf Grundlage unseres Schließsystems eine Marke für außergewöhnliche Base-Produkte aufbauen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben
Christian Jakobsen:
Zum einen ist Gründen kein Sprint, sondern ein Marathon. Geduld ist eine goldene Regel um langfristig ans Ziel zu kommen. Unsere Fehler sind oft aus schnellen, impulsiven Entscheidungen entstanden.

Zweitens: Dream big. Sich immer wieder zu sagen: „Du kannst das!“, auch wenn Leute dir das Gegenteil beweisen wollen. Sei es wegen des Alters oder einer ausgefallenen Idee. An der Floskel: „Glaub an dich selbst“ ist wirklich etwas dran.

Drittens: Fail fast. Wir sind mit unserem Produkt sozusagen sofort ins Feld gegangen. Am Anfang ist man auf Feedback angewiesen. Es bringt nichts, sein Produkt zu verstecken, bis es nach eigenem Ermessen „perfekt“ ist. Fällt Feedback negativ aus? Macht nichts – weiter machen. Ich fahre mehrmals im Monat mit unserem Produkt zu potentiellen Händlern – suche also den persönlichen Kontakt zu Leuten vom Fach – so bleibt man selbst und das Produkt im Gedächtnis.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Josefine Østerby für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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