Man sollte stets darauf achten, dass die eigentliche Idee im Fokus steht

Playmobox – Webeditor und Jobsystem

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Playmobox doch kurz vor!
Ich bin 32 Jahre alt, Diplom-Informatiker und arbeite freiberuflich als Frontend-Entwickler.In meiner Freizeit entwickle ich an einer Webanwendung namens Playmobox. Mit Playmobox lassen sich Weblayouts schneller, sicherer und effizienter gestalten. Hochmoderne Bausteine, sog. Boxen, helfen dabei mittels Drag’n’Drop Webseiten zu erstellen. Zudem bietet es die Möglichkeit zu jeder Box Aufgaben, auch bekannt als Micro-Jobs, anzulegen. Das heißt, jeder Benutzer kann über das integrierte Jobsystem nach Hilfe suchen und einen Job ausschreiben oder selbst nach Jobs suchen.

Wie ist die Idee zu Playmobox entstanden?
Ich wurde oft von Bekannten und Freunde gefragt, ob ich für sieeine Webseite erstellen könne. Oftmals habe ich solche Angebote abgelehnt, da ich nicht schon wieder die ein und selben Dateien anlegen und mitProgrammiercode befüllen wollte. Baukästensysteme, wie z. B. WordPress, zu verwenden ist ebenfalls zu aufwändig, da ich den Auftraggeber im Anschluss einlernen muss. Darüber hinaus gestaltet sich der weitere Projektverlauf i. d. R. schwierig (Erklären am Telefon, was der Kunde anklicken muss, kleinere Aufgaben werden nicht berechnet etc.).
Mittlerweile ist es zwar relativ einfach eine Webseite zu erstellen, wenn es jedoch um das Erstellen des Inhalts einer Webseite geht, d.h. Texte, Bilder, Logo, Icons, Überschriften u. v. m., würden die meisten Menschen dies am liebsten von Dritte erledigen lassen. Doch jemanden für solche Kleinigkeiten zu finden, ist nicht einfach. Es ist immer noch viel zu kompliziert einen Entwickler/Designer zu finden und diesen an der eigenen Webseite arbeiten zu lassen, da es bisher kein System auf dem Markt gibt, das eine Projektvermittlung bei gleichzeitiger Umsetzung in Einem bietet!

Es musste also eine Lösung her, die…
1) Basiswebelemente zur Verfügung stellt, die mehrfach wiederverwendbar und leicht anpassbar sind sowie…
2) die Vermittlung zwischen Kunden und Webentwickler/-designer (u. a.) übernimmt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine der größten Herausforderungen war es geduldig zu sein! Ich durfte maximal einen Teilzeitjob annehmen, wenn ich einen Projektfortschritt fühlen wollte. Das bedeutet weniger Geld bei verhältnismäßig kleinem Zeitgewinn. Unterschiedliche Technologien bei Arbeit und eigenem Projekt, sowie ein kaum spürbarer Projektfortschritt erschwerten das Durchhalten ungemein.

Wer ist die Zielgruppe von Playmobox?
Die Zielgruppe lässt sich grob in zwei Bereiche aufteilen, die jeweils einer gesonderten Marketing-Strategie bedürfen.

Zielgruppe 1: „(Frei-)Berufliche Webarbeiter“
Die modernen Möglichkeiten der Telearbeit und die gestiegene Nachfrage nach Internet- und Mobilanwendungen fördern immer stärker die Berufsgruppe der (meist) freiberuflich arbeitenden Webnutzer. Web-Experten können diese nicht genannt werden, da die Personengruppe sehr heterogen ist; Hier tummelt sich die Bandbreite von Menschen, die von Zuhause aus für eine Firma im Homeoffice tätig sind, über neue Video- und Audiokünstler, die als Amateurmoderatoren (sog. „Youtuber“) ihre Kanäle monetarisiert haben, bis (natürlich) hin zu der Gruppe der professionellen Grafik- ,Text- und Websitegestaltern, Design-Agenturen und Beratungsfirmen, die alle – mehr oder minder – erfolgreich im und mit dem Web Geld verdienen. Es ist aber festzustellen,dass sich die Playmobox -relevante Zielgruppe stärker aus den Webexperten und dahingehend Richtung Freiberuflern bewegt,da diese Zielgruppe den höchsten Nutzen aus der Verwendung von Playmobox ziehen kann. Nichtsdestotrotz werden darüberhinaus auchWeb-Agenturen und private Webdesigner in den Werbebotschaften angesprochen.

Zielgruppe 2: „KMU-Firmeninhaber und -Entscheider, Webmarketingbeauftragte“
Die zweite Zielgruppe bilden die klassischen „Auftraggeber“ der mittelständischen Wirtschaft, diemitOnline-Shops,Home-und Informationspages unterschiedlicher Komplexitätsgrade eine Präsenz im Internet möchten. Ebenso sind alle Personen angesprochen, die beruflich mit dem Internet arbeiten um Umsätze zu generieren bzw. zu steigern. Die Gruppe zeichnet sich weniger durch eine zugeringe Preiselastizität aus. Sie legt viel stärker Wert auf eine angemessene Qualität, einfache Auftragsgestaltung und transparente Arbeits- und Preisstrukturen.
Während erstere Gruppe weniger beworben werden muss–da sie allein aus beruflichen Gründen stets auf dem aktuellen Stand in Bezug auf Internetneuheiten sein muss, rückt die zweite Gruppe in den Fokus des Marketings. Wenn die potentiellen Auftraggeber die Werbe und Produktbotschaft verstanden haben, werden die opportunistisch arbeitenden Web-Designer automatisch nach Aufträgen suchen und der Nachfrage folgen.

Wie funktioniert Playmobox?
Playmobox ist der erste Webeditor mit direkter Anbindung zu einem Online-Marktplatz/Jobsystem. Bausteine, basierend auf Technologien wie z. B. Bootstrap von Twitter, Angularjs von Google oder Reactjs von Facebook, helfen dabei mittels Drag’n’DropWebseiten zu gestaltender Editor ist online verfügbar und kann in voller Funktionalität genutzt und getestet werden.
Editor

Welche Vorteile bietet Playmobox?
Die Vorteile für die Webdesigner liegen darin, dass…
• sie alle Arbeiten über Playmobox online erledigen können, somit also die Anschaffung von Entwickler-Software entfällt
• das System immer up-to-date ist.
• die erstellten Seiten direkt online getestet werden können, d.h. der Übergang zwischen Erstellung, Testen und Hosting fließend wird, was eine erhebliche Aufwandsminderung darstellt.
• gemeinsam ortsunabhängig an einem Projekt gearbeitet werden kann: Kollegen und Kunden sind stets auf aktuellem Stand, Redundanzen werden minimiert.
• erarbeitete Lösungen gespeichert und geklont werden, somit mit weniger Aufwand für spätere Kunden lediglich angepasst werden müssen.
• über den Online-¬Marktplatz/Jobsystem bequem Kunden akquiriert werden können: Marketingaufwendungen (eigene Präsenzwebseite, Werbekosten/ -risiken usw.) entfallen.
• selbst erstellte oder erworbene Lösungen Wiederverwendung finden.
• sich Mehrwerte durch Wiederverkauf von Lösungen ergeben.

Vorteile für die Endkunden bestehen…
• durcheiner gesteigerten Angebotsvielfalt.
• in gesunkene Preise (z.B. bei Rückgriff auf bestehende Lösungen)
• durch gesparte Recherchekosten, da Designer und deren Angebote auf einem Portal verfügbar sind oder leicht eigene Anfragen veröffentlicht werden können.
• durch transparente Preise, da direkt vergleichbar.
• durch den Zeitgewinn, da die Designer schneller erreichbar sind und anhand der Editoren effektiver arbeiten können.
• durch Updates für Lösungen, die sich bereits im produktiven Einsatz befinden, leichter durchgeführt werden,da alles übersichtlich aus einer Hand stammt.

Playmobox, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Playmobox ist bereits online und unter der Adresse www.playmobox.com erreichbar. Der Editor kann bereits in voller Funktionalität genutzt und getestet werden. Für das folgende Jahr ist die Umsetzung des Jobsystems/Marktplatzes geplant. Es wurden bereits Pilotprojekte umgesetzt (www.playmobox.com/de/edit/yufka-eberstadt).

Playmobox hat, da es sich um ein Web-Startup handelt, eine, für diese Branche typische, Kostenstruktur, in welcher der Anteil der variablen Kosten sehr hoch im Vergleich zu den Fixkosten ist. Dies liegt darin begründet, dass die Kosten in hohem Maße von der Nutzung abhängig sind. Im Worst-Case-Szenario (kaum/keine Nutzer) lässt sich das Portal in der Anfangsphase mit geringen Fixkosten aufrechterhalten. Werden hingegen sehr hohe Nutzerzahlen erreicht, ist das System so balanciert, dass die Kunden schnell Deckungsbeiträge realisieren. Die Steigerung der Nutzerzahlen über einen Zeitraum von fünf Jahren zu prognostizieren ist generell ein schwieriges Unterfangen. Erschwerend kommt hinzu, dass es für Playmobox keinerlei verlässliche Branchenkennzahlen gibt, da sich die Plattform nicht eindeutig einer Branche zuordnen lässt. Erkennbar ist jedoch der Trend, dass bei fast allen Web-Baukasten-Systeme-Anbietern und bei den Vermittlungsplattformen jährlich stets steigende Nutzer und Umsatzzahlen generiert werden konnten.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Es ist nicht nur wichtig die eigenen Ziele immer im Blick zu haben, sondern auch diese Ziele an die eigene Situation anzupassen. Das heißt, an das verfügbare Budget, die verfügbare Zeit, das Maß an Kompetenz usw. Oft gerät man in die Versuchung zusätzlichen Benutzerkomfort einzubauen. Dies gilt es zu vermeiden. Man sollte also stets darauf achten, dass die eigentliche Idee im Fokus steht. Nach einem erfolgreichen Eintritt in den Markt, kann man das eigene Produkt immer noch optimieren. Wichtig ist, dass man überhaupt an den Markt kommt. Und gerade dann wird man umso erfreuter darüber sein, dass man ein übersichtliches und leichtgewichtiges Produkt hat.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Sufian Abu-Rab für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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