Wir wollen das System knacken! Zahnhygiene geht über die Bürste hinaus

Vor vier Jahren gründete Paul Varga mit seinen Studienkollegen und Freunden Matthäus Ittner und Tolulope Ogunsina das Erfolgsstartup Playbrush. Die Zahnbürsten und Apps für Kinder sorgten für einen Durchbruch an der Badezimmer-Front und sind nun erwachsen geworden: Das Team aus Wien und London launcht ein Produkt für Erwachsene, das die Zahnpflege für alle revolutionieren und den Markt umkrempeln wird: die Playbrush Smart One. Gründer Paul Varga über die Entwicklung von Playbrush hin zur Familienmarke und warum die Dental Health Branche einen Umbruch braucht. 

Ihr seid mit der Playbrush Smart für Kinder gestartet um Kinder zum Zähneputzen zu motivieren. Was hat euch bewegt, das Erwachsenenprodukt Smart One zu kreieren?

Paul: Playbrush hat bei Kindern und Familien relativ schnell sehr gutes Feedback bekommen. Durch unseren spielerischen Ansatz putzen Kinder länger, regelmäßiger und gründlicher. Seitdem es uns gibt wurden wir praktisch durchgehen gefragt wann denn eine Playbrush für Erwachsene kommt. Irgendwann haben wir das dann intern besprochen und gemerkt, dass wir alle nicht sonderlich glücklich mit den herkömmlichen Lösungen für Erwachsene sind, denn auch hier werden schnell mal kleine Änderungen als große Innovation verkauft. 

Ist der Wechsel vom Kinder- ins Erwachsenensegment nicht ungewöhnlich?

Paul: Unsere Gründungs-Idee war es, Kinder zum Zähneputzen zu motivieren und mit Spielen an das Ritual der Mundhygiene heranzuführen. Das haben wir geschafft und neben begeisterten Kids auch die Eltern als Fans gewonnen. Zum einen, weil ihnen Playbrush das Leben erleichtert und den Badezimmer-Blues reduziert. Ebenso aber, weil sie gesehen haben, dass unsere Schallzahnbürste eine top Preis-Leistungsverhältnis hat. Studien haben sogar gezeigt, dass Kinder mit Playbrush doppelt so lange und vor allem regelmäßiger putzen. Ein Ergebnis, das sich nur positiv auf die Mundhygiene auswirken kann. Dazu wurde für uns immer deutlicher, dass auch Erwachsene Motivation brauchen. Dass Zahnpflege wichtig ist und Unterlassen teuer werden kann, ist gelernt. Doch im Alltag klappt es nicht immer und schlechte Gewohnheiten setzen sich durch, wenn man nicht aktiv gegensteuert. Zähneputzen ist also in jedem Alter ein Thema. Wir sehen uns als eine Familien-Marke. 

Wo seht ihr eure klaren Stärken und Vorteile gegenüber den Big Playern?

Paul: Die größten Stärken liegen sicher in der Innovationsfähigkeit und Technologie, und dass wir direkt vom Kunden lernen und unsere Produkte dadurch schnell verbessern können. Dazu kommt, dass wir durch flachere Hierarchien schneller und mutiger sein handeln. Wir wollen, dass der Nutzer im Mittelpunkt steht und spart, wenn er gut putzt. In dieser neuen Perspektive liegt ein riesiges Potential mit jeder Menge Innovationskraft. 

Aber Zahnbürsten mit Apps werden doch auch von anderen angeboten? 

Paul: Das schon, aber wir würden hier charmant anmerken, dass manche Aspekte wie Usability, Interaktivität oder Personalisierbarkeit ausbaufähig sind und zweitens werden sie zu einem sehr, sehr hohen Preis angeboten. Wir haben mit Playbrush den Status Quo in Frage gestellt und waren vor vier Jahren die Ersten, die mit Connectivity gearbeitet haben. Die Big Player beginnen jetzt auch damit, allerdings liegt ihr Schwerpunkt noch immer auf der Hardware und damit bieten sie lediglich Insellösungen, während wir ein Ökosystem um die Zahnbürste aufbauen: Das umfasst die innovative Software mit Versicherungsoptionen und die Lieferung von Verbrauchsartikeln. 

Was genau ist das Konzept der Playbrush Smart One?

Playbrush Smart One: Die Zahnbürste für Erwachsene

Paul: Die Playbrush Smart One ist eine Schallzahnbürste der neuesten Generation: Die ausgeklügelte Software, mit der sich die Bürste verbindet, ist das Herzstück – sie geht intuitiv auf die Schwächen und Potenziale des Nutzers ein. Der persönliche Bereich in der App zeigt das jeweilige Brushing Level an und hilft mit personalisierten Empfehlungen, die Routine zu verbessern. Zum Beispiel, wenn die Tendenz besteht, die Zähne oben rechts auszulassen oder zu kurz zu putzen. Die Smart One bietet für jeden Putztypen das passende Programm: Für Perfektionisten misst der Zahnputz-Coach die Putzleistung in den diversen Mundregionen.  

Interaktive Games sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt und in den Challenges können die Nutzer beweisen, dass sie jeder Herausforderung gewachsen sind. Dazu setzen wir aber auf ein ganz anderes Geschäftsmodell. Wir verdienen nicht an der Hardware, sondern an der langfristigen Zahngesundheit unserer Familien. Unsere Zahnbürste ist quasi kostenlos, da sie sich nach der Anschaffung in wenigen Monaten durch die Nutzung unserer Serviceleistungen amortisiert. Wer nämlich regelmäßig putzt, bekommt die professionelle Zahnreinigung und Füllungen erstattet, sowie regelmäßig neue Bürstenköpfe. 

Der Slogan der neuen Playbrush One ist „Brush as you are“. Was ist damit gemeint? 

Paul: Wir wissen aus zahlreichen Studien und Nutzerbefragungen, dass sehr wenige Menschen so Zähne putzen, wie es der Zahnarzt empfiehlt. Dazu hat jeder seine Angewohnheiten und Tagesformen. Manch einer ist schnell abgelenkt, andere vergessen immer eine Ecke. Rechtshänder schrubben oft auf der rechten Seite zu fest und links sporadisch. All die Angewohnheiten, Schwächen, Launen, Schwankungen, kann unsere App prima ausgleichen. Die meisten Nutzer sind bei der Draufschau überrascht. Die Playbrush Smart One erinnert, denkt mit – und das auch ohne App, über den Leuchtring, der den On-/Off-Schalter umgibt: Dieser zeigt über vier Lichter an, ob auch alle Regionen im Mund ausreichend geputzt wurden und speichert die Putzdaten offline bis zu 6 Monate, um sie im Onlinemodus in die persönliche Statistik aufzunehmen. 

Wo wird die neue Zahnbürste Smart One hergestellt?

Paul: Wie schon bei unseren Kinder-Produkten, dem Handzahnbürstenaufsatz Smart und der Schallzahnbürste Smart Sonic, setzen wir auch bei der Smart One auf Entwicklung und Produktion in Europa. Konkret: in der Schweiz, Großbritannien, Slowenien und Österreich. Bei Tech denken immer alle gleich an China, aber wir sehen, dass „Made in Europe“ viele Wettbewerbsvorteile bietet. Dazu gibt es im Bereich Elektronik kaum Kostenunterschiede zu Asien – Produktion, Qualität und Kommunikation sind dafür deutlich verlässlicher. 

Zum Schluss: Welcher Zahnputz-Typ bist Du? Was hast Du von der Playbrush Smart One gelernt

Paul: Ich bin leider ein recht ungeduldiger Typ. Dinge können nicht schnell genug gehen: Sowohl in der Arbeit als auch beim Zähneputzen. Daneben checke ich immer mein Handy oder räume Dinge in der Wohnung herum. Insofern habe ich durch die Smart One gelernt, dass ich eigentlich zu kurz putze und die rechten oberen Innenflächen mein „weak spot“ sind. Außerdem bin ich unglaublich sportaffin und entsprechend mag ich Herausforderungen. Die Mehrtages-Challenges, die die Smart One bietet, kommen mir hier sehr gelegen, wobei ich doch des Öfteren gegen meinen Mitgründer Matthäus verliere. 

Und wo erhältlich?

Paul: Ab September online über https://eu.playbrush.com/ und ab Oktober auf Amazon und im ausgewählten Handel. 

Quelle Public Relations GmbH

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