Sonntag, Dezember 5, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Plastic2Beans: Mit jeder Tasse Kaffee hilfst du uns, Recycling in Äthiopien aufzubauen.

Stellen Sie sich und das Startup Plastic2Beans doch kurz unseren Lesern vor! 

Wir sind Plastic2Beans und betreiben nachhaltigen Handel und Entwicklungszusammenarbeit in den Bereichen Kunstoffrecycling und Kaffee. 

Das heißt wir entwickeln gemeinsam mit unseren Partner:innen vor Ort Konzepte für den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft. Wir wollen die Kunststoffindustrie in Entwicklungsländern nachhaltiger machen um so eine zukunftsfähige Wirtschaft zu schaffen und unseren Teil für eine grünere Zukunft beisteuern. 

Gleichzeitig kaufen wir biologisch angebauten und im direct trade fair gehandelten Spezialitäten Kaffee aus Äthiopien. Den bringen wir dann in deutsche (bzw. europäische) Büros und zu unseren Kund:innen nach Hause.
Dabei achten wir strikt auf faire Bezahlung direkt an die Kollektiven und verzichten auf Chemikalien und Pestizide. 

Zu mir kann ich sagen: Ich bin der Gründer von Plastic2Beans und bin promovierter Polymerchemiker. Daher kommt mein Interesse an Kunststoffen und Kreislaufwirtschaft, aber auch meine Expertise. Natürlich steht hinter mir noch ein ganzes Team ohne die das alles nicht möglich wäre. 

Außerdem sind wir leidenschaftliche Kaffeetrinkende mit großem Weltverbesserungswillen. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen? 

Ein großer Motivationspunkt ist die Klimakrise und der unzureichende internationale politische Alarmismus. Es besteht viel Handlungsbedarf. Man muss auch sagen, dass es bereits viele schlaue Ideen und bestehende Technologien gibt, welche klimaschädliche Gase einsparen könnten und endliche Ressourcen schonen können. Gerade im Bereich Kunststoffe und Kreislaufwirtschaft schlummert noch viel ungenutztes ökologisches Potenzial. 

In meinem Studium und während der Promotion habe ich viel über die (verpassten) Chancen und Potenziale von Recycling und dem Ausblick einer Kreislaufwirtschaft nachgedacht. Genau diese Potenziale wollen wir in echten Impact verwandeln. 

Zum anderen wollte ich gerne einen Arbeitsplatz schaffen an dem alle Lebensstile willkommen sind, eine flexible Arbeitsgestaltung möglich ist und ein wertschätzendes und freundliches Arbeitsklima herrscht. Dafür bin ich mein eigener Chef geworden. Plus: Ich will meinen Kindern eine grünere Zukunft hinterlassen. 

Welche Vision steckt hinter Plastic2Beans? 

Wie bereits gesagt: Es ist unsere Vision die Kunststoffindustrie, durch die Entwicklung einer globalen Kreislaufwirtschaft, nachhaltiger zu gestalten. Gerade in den Ländern in denen sich aktuell und in Zukunft viel verändern wird, z.B. durch eine wachsende Wirtschaft, steigender Wohlstand und eine wachsende Bauindustrie, wird die Rohstoffnachfrage zunehmen und der Ressourcenverbrauchen steigen. 

Genau das soll auch passieren, aber ressourceneffizient und nachhaltig. Gemeinsam mit den Partner:innen vor Ort wollen wir eine echte und neue Recyclingwirtschaft mitgestalten. Wir können gemeinsam den Neu Rohöl-Verbrauch eindämmen und enorme Mengen CO2 Emissionen, Wasser und Energie sparen. 

Ähnliches schwebt uns in der Kaffeebranche vor. Durch einen ökologischen und ressourcenschonenden Anbau sowie einer umweltbewussten Weiterverarbeitung der Bohne können Wasser und Energie eingespart werden. Außerdem wollen wir eine faire Bezahlung der Bauern und Bäuerinnen garantieren. Durch den Druck am Weltmarkt und vielen Zwischenhändler:innen kommt häufig nicht mehr viel bei den Produzent:innen an. Das wollen wir ändern. 

Rund um wollen wir etwas zu einer grüneren und fairen Zukunft beisteuern, durch Ressourcenschonung und sichere Arbeitsbedingungen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Eine große Herausforderung war es (auch wenn man total überzeugt von seiner Idee ist) auch bei Rückschlägen weiter zu machen. Glücklicherweise wurde ich von meiner Frau und Familie immer unterstützt. Und es hat sich gelohnt dran zu bleiben. Eine zusätzliche große Herausforderung war es als mein damaliger Mitgründers aus privaten Gründen ausgeschieden ist. Allerdings hat es auch hier eine glückliche Wendung genommen. Aktuell sind wir zu 6 und das Team passt gut zusammen. Wir können gut miteinander diskutieren und parallel eng zusammenarbeiten. 

Zur Finanzierung kann ich sagen, dass wir das 1-jährige NRW Gründerstipendium erhalten haben. Das war eine super wichtige Finanzierungsstütze. Gerade am Anfang sind solche externen Hilfen wirklich entscheidend. Ansonsten liefen unsere ersten Kaffeeverkäufe erstaunlich gut, was uns einen kleinen Puffer verschafft hat. Zusätzlich konnten wir einen Teil über Start-up Wettbewerbe und Förderprogramme finanzieren. Immer regelmäßiger erhalten wir inzwischen Beratungs- und Forschungsaufträge sowie Anfragen für Vorträge und Workshops. 

Wer ist die Zielgruppe von Plastic2Beans? 

Auf der Kaffeeseite richten wir uns natürlich an alle Kaffeetrinkenden, ob im Büro, zuhause oder unterwegs. Wir bieten verschiedene Pakete und Modelle für Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Größen an. Wir liefern unseren Kaffee in Pfandbehältern um Verpackungen zu sparen. Bei jeder Lieferung tauschen wir diese dann einfach aus. Unsere Partner:innen sind Kanzleien, Schulen, Vereine oder andere Büros. 

In unserem Onlineshop kann man in ganz Deutschland und einigen Nachbarländern bestellen und natürlich kann man auch einfach bei uns im Café in Köln den Kaffee vor Ort kaufen. Hier bieten wir auch Refills in die eigene Kaffeedose an und verpacken unsere Bohnen in Mehrweg-Pfandflaschen. 

Außerdem beliefern wir Cafés und Restaurants mit unseren leckeren Bohnen. Das Preissegment unserer Produkte ist zwar etwas teurer, jedoch sind wir im Bereich der Bio-Kaffees bzw. der Spezialitäten Kaffees im Mittelfeld. Außerdem kann unser Kaffee auch richtige Nerds überzeugen. Unsere Bohnen wurden von unabhängigen Expert:innen auf einer Qualitätsskala von 1-100 mit mindestens 84 Punkten bewertet. Ab 80 Punkten fällt man in die Kategorie Spezialitätenkaffee. 

Insgesamt sind wir einfach qualitativ hochwertig und gleichzeitig ist unser Kaffee unfassbar lecker. 

Im Bereich des Kunststoffrecyclings arbeiten wir aktuell mit deutschen Verbänden und Betrieben der Müllverwertungs-Branche und Kreislaufwirtschaft, äthiopischen Investor:innen sowie kunststoffverarbeitenden Betrieben und internationalen Institutionen zusammen. Durch unser Netzwerk, KnowHow und Beratungsangebot arbeiten wir dementsprechend auf internationalem Parkett mit verschiedensten Kunststoffrecycler:innen und kreislaufwirtschaftlichen Unternehmungen zusammen. 

Allerdings haben wir in den letzten Jahren auch die unterschiedlichsten Projekte unterstützt. Wir haben ein Zero-Waste Pop Up Café eröffnet, ein Hinterhof Konzert organisiert, waren Teil eines Online Shops mit verschiedenen anderen nachhaltigen Start Ups und bieten aktuell Workshops in Schulen zum Thema Nachhaltigkeit von Kunststoffen an. Man kann sagen, dass unsere Zielgruppe sehr divers ist. 

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Das besondere im Recyclingbereich ist, dass es bisher in Äthiopien kaum Technologie und Maschinen gibt. Mit unserem aktuellen Projekt sind wir gerade dabei die erste PET Bottle-to-Bottle Anlage in ganz Äthiopien bzw. ganz Ost-Afrika, mit aufzubauen. Durch die geplante Anlage können jährlich die Materialien aus 5-6 Mrd. Plastikflaschen wieder eingesetzt werden und jährlich 25 000 Tonnen CO2 eingespart werden. Hier weitere solche Projekte umzusetzen, zu planen und möglich zu machen, ist eine echte ökologische Chance in Richtung Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung. 

Darin liegt mehr oder weniger auch unser Vorteil im Kaffeebereich gegenüber anderen Bio Kaffees oder Spezialitätenkaffees. Kein:e andere:r Anbieter:in hat zusätzlich einen so großen ökologischen und sozialen Hebel. So unterstützt man quasi mit jeder Tasse Kaffee von uns auch das Kunststoffrecycling in Äthiopien. Wir sind durch unseren doppelten Impact besonders nachhaltig und durch die ausgezeichneten Bohnen besonders qualitativ. Wir vereinen Qualität und Geschmack mit echter Nachhaltigkeit.

Plastic2Beans, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Das Ziel ist weltweit den Fokus auf Kreislaufwirtschaft zu legen und Produktionen mit recycelten Materialien global zu etablieren. Nicht nur Äthiopiens Ressourcenbedarf und wirtschaftlicher Aufschwung muss gedeckt werden, viele weitere Entwicklungsländer stehen vor einer Umstrukturierung. Diese wollen wir, so gut es geht, sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltig unterstützen. Für eine größere ökologische und wirtschaftliche Wende müssen die Kreisläufe auch tatsächlich vor Ort geschlossen werden, damit reell weniger Ressourcen der Erde entnommen werden und weniger Neu-Materialien eingesetzt werden 

Voraussichtlich steht in den nächsten 2 Jahren die bereits erwähnte PET Bottle-to-Bottle Anlage. Das ist ein echter Meilenstein den wir mit dem internationalen Team erreicht haben. 

In fünf Jahren wollen wir die ersten Recyclingprojekte in der konkreten Anwendung sehen und so zusätzlich Emissionen, Rohöl, Wasser und Energie einsparen. Wir wollen das Konzept auf weitere Länder und evtl. auch weitere Produkte ausweiten und so noch mehr ökologischen und sozialen Impact erzeugen. Außerdem wollen wir Ansprechpartner:in für nachhaltigen und guten Kaffee im Bürobereich werden und auch im Lebensmitteleinzelhandel vertreten sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

1.Mach kein Kleinunternehmen mit Umsatzsteuerbefreiung
2. Gönn dir Spaß bei der Arbeit, dann kommt die Leistung besser. 3. Gemeinsam mit dem Team Erfolge zugestehen und feiern. 

Wir bedanken uns bei Dr. Kalie Cheng und Hanna Kanngiesser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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