Das Wichtigste ist, dass man immer an sich selbst und seine Ideen glaubt

PlanPro – Mängelerfassungs- und Dokumentationssystem für das Bauwesen

Stellen Sie sich und das Startup PlanPro kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Elvedin Kusur, ich bin Mitte 30 und habe die HTL für Hochbau in Wiener Neustadt abgeschlossen. Gleich danach ging es für mich in die Baubranche, wo ich seit 5 Jahren als leitender Bauingenieur international tätig bin.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?
Aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit in der Baubranche – es sind mittlerweile 15 Jahre – habe ich schon lange darauf gehofft, dass sich mein Arbeitsalltag mit der zunehmenden Digitalisierung erleichtert. Da ich auf dem Markt kein Produkt gefunden habe, das alle notwendigen Anforderungen erfüllt, habe ich mich dazu entschlossen, dies selbst in die Hand zu nehmen.

Welche Vision steckt hinter PlanPro?
Ich möchte allen an Bauprojekten Beteiligten die Arbeit erleichtern. Mit PlanPro hat man einfach eine bessere Übersicht über alle Abläufe!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Da ich kein Programmierer bin, war es für mich sehr hilfreich, dass mein Bruder Ermin Kusur diesen Part übernommen hat. Unsere enge Beziehung hat wesentlich dazu beigetragen, dass er meine Vision und meine Ideen schnell verstanden hat und diese perfekt umsetzen konnte. Jeder, der schon einmal ein Unternehmen gegründet hat, weiß, welch vielschichtige Aufgaben auf einen zukommen – so war beispielsweise auch die Namens- und Logofindung ein schwieriger, aber wohl überlegter Prozess. Die größte Herausforderung steht mir noch bevor:

Es ist für mich völliges Neuland ein Softwareprodukt auf den Markt zu bringen, denn auch wenn PlanPro mit meiner Branche zu tun hat, der Vertrieb ist ein neues Betätigungsfeld für mich.

Wer ist die Zielgruppe von PlanPro?
Grundsätzlich wird allen Generalunternehmern, Architekten, Bauleitern, Ingenieuren, Handwerksbetrieben und Bauherren die Arbeit durch den Einsatz von PlanPro wesentlich erleichtert. Die App ist aber nicht nur für große Bauprojekte geeignet, sondern hilft auch dem privaten Häuslbauer ungemein.

Eine kleinere Version ist dazu auf unserer Homepage verfügbar.

Wie funktioniert PlanPro? Wo liegen die Vorteile?
Mit der App „PlanPro – Mängelerfassungs- und Dokumentationssystem für das Bauwesen“ können Mängel, Aufgaben, offene Leistungen direkt auf der Baustelle mittels Smartphone oder Tablet mit Text, Foto und/oder Ton erfasst und zugewiesen werden. Die Software ist für die Betriebssysteme iOS und Android verfügbar und kann mit Smartphones, Tablets und Standrechnern verwendet werden.

Um die Praktikabilität der App ein wenig zu erläutern, folgend ein Beispiel:

Auf einer Baustelle wird bei der Begehung ein Mangel festgestellt. Dieser wird direkt mittels Smartphone oder Tablet fotografiert und die Bilder in der App hochgeladen, im Plan markiert und mit einem Text versehen. Das betreffende Unternehmen, welches für die Behebung des Mangels zuständig ist, wird ausgewählt und somit digital auf dem kürzesten Weg informiert. Unmittelbar nach Behebung eines Mangels wird dies auf demselben Weg wieder mittels der App zurückgemeldet.

Der große Vorteil ist die direkte und dokumentierte Kommunikation via Smartphone/Tablet, die später Schritt für Schritt nachvollziehbar ist und eine wesentliche Zeitersparnis von bis zu acht Stunden pro Woche bedeutet. Die Effizienz der Dokumentation und Beweissicherung wird somit um bis zu 70 % gesteigert.

Besonders wichtig war mir auch die Verfügbarkeit der Daten und Pläne im Offline-Modus. Darüber hinaus sind immer alle auf dem gleichen Wissensstand.

PlanPro kann zudem im gesamten Lebenszyklus einer Immobilie verwendet werden: von Anmerkungen während der Planungsphase über die Dokumentation während der Ausführungsphase bis hin zum Facility Management. Auch die Gewährleistungsphase kann durch den Einsatz der App besser genutzt werden.

Wie ist das Feedback?
Aktuell sind alle, die die Software verwenden, begeistert. Das freut mich natürlich sehr, denn immerhin haben wir mehr als zwei Jahre an PlanPro programmiert und getestet. Wir freuen uns auch über Anmerkungen und Anregungen der Nutzer, damit wir die App immer weiterentwickeln können. Da ich jedoch weiterhin in der Baubranche tätig bleibe, ist für mich klar, dass ich stets Anpassungen vornehmen werde.

PlanPro, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Es heißt immer, man soll groß denken: Mein Ziel ist die Marktführerschaft im deutschsprachigen Raum. Ob sich das in fünf Jahren realisieren lässt?

Ich werde jedenfalls hart dafür kämpfen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1) Das Wichtigste ist, dass man immer an sich selbst und seine Ideen glaubt. Jeder Gründer weiß, dass unerwartete Hürden auftauchen, aber diese muss man als Ansporn sehen. Man muss sich immer vor Augen führen, dass man mit seiner eigenen Idee schon den Grundstein für seine Zukunft gelegt und damit vielen sehr vieles voraus hat!

2) Damit man an sich selbst glauben kann, sind das Umfeld bzw. die Basis wichtig – nicht nur im Privaten, sondern auch die Partner, die einem bei der Realisierung seiner Idee bis zum fertigen Produkt begleiten.

3) Negativ denkende Menschen bzw. Personen, die einem zu Beginn schon sagen, dass „das nie was wird“ muss man ignorieren. Vielleicht sind diese auch nur neidisch, weil sie selbst diese Idee nicht hatten!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Elvedin Kusur für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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