Mache kleine Schritte und teste diese stetig am Markt

PlagScan: Plagiatsprüfung und Urheberrechtsschutz von Texten

Stellen Sie sich und das Startup PlagScan doch kurz unseren Lesern vor!
PlagScan ist ein rein browserbasierter Web-Dienst (SaaS), der Texte auf Originalität prüft. Der Nutzer kann die Dateien hochladen oder den Text direkt einfügen und diese im Anschluss von unserer Software prüfen lassen.
Unser Service nutzt einen zweistufigen, technisch hochaktuellen Algorithmus, der auf den aktuellen Erkenntnissen der Computerlinguistik basiert. Unter täglich rund 30.000 Besuchern auf unserer Webseite vertrauen über 1500 Bildungseinrichtungen und Unternehmen auf unseren multilingual angebotenen Dienst.

Wie ist die Idee zu PlagScan entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Johannes Knabe und Markus Goldbach haben im Jahr 2009 die Firma PlagScan gegründet, um Lehrer und Forscher bei der Plagiatsprüfung zu unterstützen und die Qualität ihrer Arbeit hervorzuheben.
Johannes´ Frau lehrt an einem Gymnasium. Anfang 2009 kam Sie mit Hausarbeiten nach Hause, wobei eine davon eins zu eins von Wikipedia kopiert worden war. Auch die Formatierung wurde nicht geändert. Deswegen war dieses Plagiat einfach zu erkennen.

Dieser Fall weckte ihre Neugier und sie untersuchte auch andere Hausarbeiten nach Plagiaten, um alle Schüler fair zu behandeln. Nach genauer Überprüfung stellte sie fest, dass auch andere Schüler kopiert hätten: Schüler, die Sie nie verdächtigt hatte. Diese Schüler waren intelligenter und daher war es schwerer das Kopieren zu entdecken. In dieser Nacht entstand die Idee von PlagScan: Eine automatische Plagiatssoftware Prüfung für ganz unterschiedliche Texte, die einen fairen Standard für alle garantieren.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung, die wir mittlerweile gemeistert haben, ist die kaufmännische Seite, die eine Firma mit sich bringt. Wir sind beide als Wissenschaftler in die Gründung gegangen und hatten die Produktentwicklung gut im Griff. Dass nun Finanzamt, Versicherungen, Stadtverwaltungen auch noch alle etwas von uns wollten – darauf waren wir zwar gefasst, aber nur bedingt vorbereitet.
Eine stetig andauernde Herausforderung ist es für unsere Kunden die bestmöglichen Quellen zur Verfügung zu stellen. Das heißt konstant mit den Rechteinhabern, insbesondere den Wissenschaftsverlagen im Diskurs stehen und sie davon überzeugen, dass sie nur gewinnen können, wenn sie mit uns zusammenarbeiten.

Finanziert ist PlagScan ausschließlich durch Einnahmen. Abgesehen von den 25.000,-€ Stammkapital, die eine GmbH als Auflage mit sich bringt, ist kein Geld mehr in PlagScan geflossen, dass nicht auch mit seinen Produkten selbst verdient wurde.

Wer ist die Zielgruppe von PlagScan?
Unsere Zielgruppen sind breit und unterschiedlich: Wir bieten unsere Dienstleistung einerseits Bildungseinrichtungen an, um akademische Integrität zu sichern: Schulen, primär ab der Oberstufe und sämtlichen Einrichtungen weiterführender Bildung, insbesondere natürlich den Hochschulen. Professoren und Studenten können auch direkt zu uns kommen, falls Ihre Organisation PlagScan noch nicht nutzt.
Auf der anderen Seite findet unsere Technologie Anwendung bei der Prüfung und dem Schutz von Urheberrechten, was interessant ist für Blogger, Webseitenbetreiber und Verlage.

Wie funktioniert PlagScan?
Nach der Registrierung, kann der Benutzer seine Datei hochladen und mit einem Mausklick prüfen lassen.
Das Resultat der Plagiatsprüfung ist ein interaktiver Bericht, in dem die möglichen plagiierten Passagen in verschiedenen Farben hervorgehoben werden. Die vermeintlichen Vorlagen dieser Passagen aus denen potentiell abgekupfert wurde sind auf einen Blick mit einem Quellverzeichnis quantitativ einzuordnen und einzusehen. Unsere Maxime ist hier, diese Überprüfung möglichst benutzerfreundlich und zeitsparend zu gestalten. Denn die Bewertung der Funde im Detail muss immer durch einen Menschen geschehen.

Für Organisationen kommt noch die Verwaltung von Nutzern und deren Zugriffsrechte dazu. Oder möglicherweise auch direkt eine Integration in deren Lernmanagementsystem (LMS), damit sich die Plagiatsprüfung optimal in bestehende Arbeitsprozesse einfügt.

Welche Vorteile bietet PlagScan?
Unsere Benutzer haben immer die volle Kontrolle über ihre Dokumente und wir garantieren größtmögliche Datensicherheit. Das bedeutet insbesondere, dass ohne die explizite Zustimmung eines Nutzers auch niemand sonst Zugriff auf Ihr Dokument haben wird. Und sobald das Dokument gelöscht ist, ist der Text auch wirklich von unseren Servern verschwunden. Wir möchten das geistige Eigentum mit all unseren Möglichkeiten unterstützen: Das Urheberrecht zu wahren ist unsere Priorität.

Wie schon oben erwähnt ist es für unsere Nutzer unbedingt notwendig, dass die Software gut verständlich ist. Unsere preisgekrönte Benutzeroberfläche wird hier stetig optimiert, so dass eine effiziente und klare Kontrolle möglich ist. Hervorzuheben ist hier z.B. die Möglichkeit, den Plagiatsbericht als Worddokument herunterzuladen. Sämtliche Formatierungen bleiben somit erhalten und sie können eine Arbeit wie gewohnt Korrekturlesen – ob am Bildschirm oder ausgedruckt – aber mit der Zusatzinformation, wo potentiell plagiiert wurde.

Unsere Datenbasis wächst stetig und umfasst:

• Indizes der größten Web-Suchmaschinen der Welt
• unseren eigenen spezifischen Index von in der Tiefe erfassten Seiten
• über 10.000 wissenschaftliche Verlage
• und zu guter Letzt die Möglichkeit in internen Datenbanken auch eigene Inhalte innerhalb einer Organisation oder auch mit vertrauenswürdigen Partnerorganisationen abzugleichen.

Diese Breite an Quellen, gepaart mit der Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit beim Umgang mit den eigenen Daten bietet so derzeit nur PlagScan.

PlagScan, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere Vision ist glasklar: Wir wollen dazu den fairen Standard für Plagiatsprüfung und Urheberrechtsschutz von Texten liefern. Wir dazu die Entwicklung unserer Technologie vorantreiben und insbesondere die rechtlichen Rahmenbedingungen und organisatorischen Prozesse mitentwickeln, die es Urheberrechtsinhabern ermöglicht in einem rechts- und datensicheren Raum Textplagiate zu verhindern.
In fünf Jahren ist also PlagScan für die Plagiatsprüfung, was Tempo für das Papiertaschentuch ist. Etwas weniger pathetisch gesprochen werden unser Algorithmus und die von uns erschlossenen Daten dabei helfen eigenständiges Denken und kreatives Schreiben zu fördern und zu belohnen – weltweit und in etlichen Sprachen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ich würde nicht sagen, dass ich dazu besonders qualifiziert bin. Jede Unternehmung ist ein komplexes System aus Marktchance und Voraussetzungen wie finanziellen Mitteln und Erfahrungshintergrund der Gründer. Das fordert sicher ganz individuelle Lösungen und zu beschreitende Wege. Wir sind bislang gut damit gefahren den Weg hin zu unserer Vision – einen internationalen, fairen Standard für Plagiatsprüfung – im Auge zu behalten aber nicht gleich morgen realisieren zu müssen. Auf dem Weg dorthin treffen wir Entscheidungen, die Geld verdienen und uns erlauben dieses in die Vision zu investieren.

Daraus ergibt sich:

• Umsatz machen ist kein Verbrechen und darf durchaus ein frühes Ziel sein
• Mache kleine Schritte und teste diese stetig am Markt – kombiniert mit dem Mut sie auch mal wieder zurück zu gehen (Stichwort: Minimal Valuable Product oder Lean Startup)
• Hab Spaß dabei und entwickle etwas, dass Du selbst geil findest! Den Spaß kann man nicht unbedingt in jeder Phase durch Blick auf sein Konto haben

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

X