Pixum macht Fotos zum Erlebnis!

Interview mit Daniel Attallah Gründer und Geschäftsführer der Diginet GmbH & Co. KG, zu der Pixum und artboxONE gehören

Stellen Sie sich und das Startup Pixum doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Daniel Attallah, ich bin Baujahr 1963 – ein gutes Jahr, denn da kam auch der erste 911er raus [schmunzelt]. Ich bin verheiratet und Vater von 3 Kindern.

Nach einer Karriere in der Industrie im Bereich Computer entschloss ich mich 2000 zur Gründung von Pixum, dem damals ersten Online-Fotoservice mit der Möglichkeit, klassische Fotoabzüge zu bestellen. Heute beschäftigt die Diginet GmbH mit ihren Marken Pixum und artboxONE über 140 Mitarbeiter. Neben der Aufgabe als CEO von Diginet bin ich für die Venture Capital Aktivitäten unser Muttergesellschaft CEWE verantwortlich. Darüber hinaus habe ich einen Lehrauftrag an der Fresenius University of Applied Sience und helfe als Beirat weiteren Unternehmen bei Fragen rund um digitale Transformation, Innovationsmanagement und Corporate Venture Aktivitäten. Im Privatleben steht an erster Stelle natürlich meine Familie, dann folgen meine Leidenschaften für gutes Essen, gute Weine, Oldtimer und Rennwagen.

Wie ist die Idee zu Pixum entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zur Unternehmensgründung entstand aus einem eigenen Bedürfnis heraus. Ich erfüllte mir 1999 einen Jugendtraum und meldete mich bei einer Flugschule in Florida an, um meinen Flugschein zu machen. Dafür kaufte ich vor Ort auch meine erste Digitalkamera. Ich kehrte mit einer Handvoll 3,5 Zoll-Disketten zurück und wollte die Bilder meiner Reise digital entwickeln lassen. Zu diesem Zeitpunkt existierte in Europa jedoch noch kein Online-Fotoservice. Die Idee für Pixum war geboren. Gemeinsam mit zwei Mitgründern haben wir dann pünktlich zur photokina 2000 die Website pixum.de gelauncht und seitdem wachsen wir in Deutschland und Europa stetig und nachhaltig. Gefunden haben wir uns als Gründerteam damals durch frühere Begegnungen bei anderen Firmen.

Im Jahr 2000 gab es in Deutschland kaum Gründerinitiativen oder Institutionen für diesen Bereich. Auch Orte und Veranstaltungen, bei denen Gründerinnen und Gründer sich kennenlernen und austauschen konnten, waren rar. Der Markt für Venture Capital war noch sehr übersichtlich. Übrigens gab es auch noch kein Google, Facebook, Instagram, WhatsApp oder andere Kanäle, über die man Online-Kunden erreichen konnte.

Von der Idee bis zum Startup – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größten Herausforderungen ergeben sich in den verschiedenen Phasen des Unternehmens und sind ganz unterschiedlich. Zu Beginn war es, die richtigen Mitstreiter zu finden und das erste Kapital zu organisieren. In der Phase des raschen Wachstums war es, Prozesse zu definieren, die sich skalieren lassen. Ab 50-70 Mitarbeitern beginnt man Management-Strukturen zu etablieren und man muss darauf achten, dass der “StartUp Spirit” nicht verloren geht.

Ein StartUp in der digitalen Welt wird – falls es wächst – zu einem ScaleUp oder auch StartOver, was bedeutet, dass man die Agilität und den Pragmatismus eines kleinen StartUps mit der Notwendigkeit der Erneuerung und Veränderung kombinieren muss. Das bedeutet: Gleichzeitig innovieren und renovieren, gleichzeitig effizient und flexibel sein, gleichzeitig neue Wege gehen und parallel die bereits gefundenen Pfade zu Autobahnen ausbauen. Und natürlich gehört zu jeder Zeit auch die Anpassung an Marktgegebenheiten dazu. Märkte verändern sich. Dies muss man antizipieren und rasch darauf reagieren, um erfolgreich zu bleiben. Nur so haben wir es geschafft, alle 68 Quartale, die es die Marke Pixum jetzt gibt, ein Year-Over-Year-Wachstum zu verzeichnen.

Unsere Finanzierung war übrigens ein klassischer StartUp-Weg:

1.Schritt : Das selbst Ersparte
2.Schritt : Business Angel / Seed
3.Schritt : Series A
4.Schritt : Series B
dann folgte der Exit.

Welche Vision steckt hinter Pixum?
Wir haben sehr früh verstanden, dass die gravierendste Veränderung für die Geschäftsmodelle rund um die Fotografie die Tatsache war bzw. ist, dass in der alten analogen Welt mit Film und Fotoabzügen die Abzüge von den Kunden selbst gekauft wurden.
Dank der neuen digitalen Fotografie war das allererste Bedürfnis – nämlich zu sehen, was man fotografiert hat – schon durch das Ansehen am Bildschirm befriedigt. Fotoabzüge mussten also fortan aktiv an die Kunden verkauft werden.

Weiter gedacht bedeutete dies auch, dass wir Fotos für unsere Kunden (wieder) erlebbar machen wollten. Dies waren damals digitale Fotoabzüge und sind heute vermehrt Pixum Fotobücher, in denen man ganze Geschichten erzählen kann.
Die daraus formulierte Vision lautet:

Pixum macht Fotos zum Erlebnis.

Auch als Unternehmer hat man eine Vision. Die lautete in unserem Fall immer, ein Unternehmen zu gründen, das nachhaltig Wert schafft, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fair und respektvoll behandelt und bei dem es Spaß macht, zu arbeiten. Dies führte zu einer starken und authentischen Unternehmenskultur, die uns – jetzt auch offiziell und belegt – zu einem “Great Place To Work” macht, sogar zu einem der 10 besten Arbeitgeber in ganz Deutschland.

Wie funktioniert Pixum?
Pixum ist ein klassischer Online-Fotoservice. Salopp gesagt können Sie Ihre digitalen Fotos zu uns hochladen und wir machen daraus sehr hochwertige, nachhaltig produzierte, schöne und wertvolle Fotoprodukte, durch die Sie Ihre schönsten Momente wieder erleben können.
Derzeit funktioniert die Bestellung für Kunden über folgende Wege. Unsere Produkte sind auf der Website pixum.de, in der Desktop-Software “Pixum Fotowelt” www.pixum.de/fotobuch und auf iOS und Android Telefonen und Tablets mit der neuen Pixum App bestellbar.

Richtig “funktionieren” kann Pixum jedoch nur aufgrund unserer großartigen Mitarbeiter. Inzwischen arbeiten rund 140 Kollegen in unserem Kölner Headquarter und sorgen dafür, dass das Einkaufserlebnis bei Pixum Spaß macht und einfach ist.

Welche Vorteile bietet Pixum? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Pixum bietet die gesamte Palette von Fotoprodukten an. Das Pixum Fotobuch, Pixum Kalender, Pixum Wandbilder, Grußkarten, klassische Fotoabzüge, Handyhüllen u.v.m.

Alle Produkte werden in Europa hergestellt, die meisten davon in Deutschland. Wir produzieren nachhaltig, in höchster Qualität, mit sorgfältig ausgewählten Materialien und in Bezug auf die Umwelt jederzeit verantwortungsvoll. Dementsprechend werden wir regelmäßig von renommierten Institutionen und Fachmedien ausgezeichnet (Stiftung Warentest, CHIP, Computer Bild, FSC-Zertifizierung, u.v.m.). Darüber hinaus ist es besonders intuitiv und einfach bei Pixum Fotoprodukte zu bestellen und es macht auch einfach Spaß.

Last but not least legen wir höchsten Wert auf Kundenservice! Unser Motto: “Wenn es ein Problem gibt, gibt es kein Problem!”

Pixum, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir befinden uns mitten in der nächsten digitalen Transformation unserer Industrie. Meiner Meinung nach ist es bereits die dritte. Die erste war der Shift vom analogen Input (Film) zum digitalen Input, einhergehend mit neuen Vertriebsmodellen über das Internet. Die zweite war der Shift vom chemischen Fotoabzug zum digital gedruckten Fotobuch. Und derzeit ändert sich das Benutzerverhalten: weg vom Desktop-Computer hin zum mobilen Endgerät, das auch mehr und mehr zur einzigen Kamera wird.

In 5 Jahren wird also der Großteil unseres Umsatzes durch mobile Endgeräte generiert und die Mega-Trends Machine-Learning (ML) und Artificial Intelligence (AI) spielen dabei auch für uns eine wichtige Rolle. Auf einem kleinen Handy-Bildschirm ein großes, tolles Pixum Fotobuch zu erstellen benötigt bessere und intelligentere Assistenten als heute, diese Assistenten werden durch ML und AI unterstützt.

In 5 Jahren sind wir weitere 20 Quartale Year-Over-Year gewachsen, so wie auch schon die vergangenen 68 Quartale in Folge. In 5 Jahren wird Diginet neben Pixum und artboxONE ein bis zwei weitere Geschäftsbereiche haben, über 200 Menschen hier in Köln und mehr als 400 Menschen in unseren Produktionsstandorten einen sicheren Arbeitsplatz bieten, weit über 100 Mio. € Umsatz machen und dabei auch weiterhin nachhaltig profitabel sein.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Daniel Attallah für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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