Nimm dir die Zeit und mach eine Marktanalyse

Pivigo ist die weltweit größte Community von Datenwissenschaftlern

Stellen Sie sich und Pivigo doch kurz unseren Lesern vor!
Pivigo ist die weltweit größte Community von Datenwissenschaftlern. Wir sind davon überzeugt, dass Daten unsere Welt bestimmen und arbeiten gerne mit interessanten Menschen zusammen. Jedes Jahr bieten wir Europas größte Fortbildung ins Sachen Datenwissenschaft an – das Trainingsprogramm S2DS (science to data science) – das Doktoranden und Master of Science Absolventen den Einstieg in die Welt der Datenwissenschaften ermöglicht
Ich bin Mitgründerin und Geschäftsführerin bei Pivigo. Ich verstehe die Herausforderungen und die Probleme denen Akademiker gegenüberstehen, wenn sie aus der akademischen Laufbahn in die Wirtschaft kommen, da ich dies ebenso erfahren habe. Ich selbst habe einen Doktortitel in Astrophysik und habe in Deutschland ein paar Jahre als Wissenschaftlerin gearbeitet bevor ich in die Wirtschaft gewechselt bin. Dabei habe auch ich mir mit dem Übergang schwer getan und konnte erst durch einen Master in Business Administration richtig Fuß fassen.

Wie ist die Idee zu Pivigo entstanden?
Die Idee zu Pivigo kam mir während meines Masterstudiums in Business Administration. Mein Mitgründer Jason und ich wollten beide eine Community erschaffen, die die Brücke zwischen Firmen und Datenwissenschaftlern schlägt. Viele Firmen sind darauf angewiesen Big Data zu verstehen und zu nutzen, doch wissen sie meist nicht was der eigentliche Nutzen ist. Auf der anderen Seite gibt es einen großen Pool von sehr talentierten Individuen, die gerne eine anderer Richtung in ihrer Karriere einschlagen würden. Das ist das Problem, das wir lösen möchten und auch der Grund warum wir bei Pivigo nicht nur eigene Wissenschaftler haben, sondern auch das S2DS Programm anbieten.
Dabei schulen wir Doktoranden und Masterabsolventen fünf Wochen lang intensiv und bringen sie mit Firmen wie Marks & Spencer und Royal Mail zusammen, um Projekte im Bereich Datenwissenschaften durchzuführen. Somit lernen die Teilnehmer schnell, können ihre Motivation beweisen und netzwerken gleichzeitig mit den Firmen. Für die Firmen ist der Mehrwert natürlich das abgeschlossene Projekt und die Möglichkeit zukünftige Mitarbeiter durch direkte Zusammenarbeit besser kennenzulernen. Zu Beginn dachten wir uns “wenn die Firmen die Ergebnisse der Zusammenarbeit und das Potenzial der Menschen sehen, werden sie diese sofort übernehmen” – und genau das ist passiert.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Es war irgendwie ein langsamer und frustrierender Start. Wir hatten nicht den Weg über ein Investment gewählt, also mussten wir einen kleinen Schritt nach dem anderen machen. Das bedeutet natürlich, dass die Entwicklung langsamer vonstatten ging. Dafür hatten wir aber auch die Möglichkeit den Markt genau kennenzulernen und uns auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzustellen. Ich denke wir sind daher letztlich besser aufgestellt. Der Start des S2DS Programms war noch einmal eine besondere Herausforderung. Da wir keine Finanzierung hatten, mussten wir sicherstellen, dass alle Kosten durch Sponsoring gedeckt waren. Gleichzeitig wollten wir das Programm so große wie möglich starten, um viele Teilnehmer, eine große Diversität und viele Möglichkeiten zum Netzwerken zu gewährleisten. Daher brauchten wir letztlich einen größeren Sponsor. Glücklicherweise konnten wir KPMG schon frühzeitig von unserer Idee überzeugen und hatten diese dann als Partner zur Seite. Deren Vertrauen in uns und unser Programm war die Initialzündung zum durchstarten.

Wer ist die Zielgruppe von Pivigo?
Wir haben zwei Zielgruppen, wie es für einen Marktplatz üblich ist. Auf der einen Seite möchten wir mit so vielen Datenwissenschaftlern und den verschiedenen, akademischen Gruppen in Kontakt kommen. Dazu haben wir das “data science Ambassador Programm” ins Leben gerufen, um mit denen die ein Interesse an Datenwissenschaften haben und noch an der Universität sind in Kontakt zu kommen. Zusätzlich sponsoren wir noch verschiedene Konferenzen wie die PyData, DataNatives und Big Data London. Auf der anderen Seite sprechen wir mit hunderten kommerzieller und nichtkommerzieller Organisationen – von internationalen Konzernen wie KPMG, Barclays und M&S, zu mittelständischen Unternehmen und spannenden Start-ups, wie Stratified Medical, Ravelin und Digital Shadows. Dabei gibt es viele verschiedene Themen die die Firmen interessieren – von “wie können wir Big Data nutzen” bis hin zu “könnt ihr uns helfen diesen AI Algorithmus zu entwickeln”.

Was ist das Einzigartige an Pivigo?
Wir bieten Menschen für die Lösung von Big Data Fragen. Auf dem Markt sind schon viele Firmen unterwegs, die technische Lösungen für die Auswertung von Big Data entwickeln und anbieten. Darüber hinaus benötigt es aber Menschen, die diese Anwendungen sinnvoll einsetzen können und letztlich auch die richtigen Fragen stellen. Das ist der Aspekt an dem Pivigo ansetzt. Wir haben jetzt schon eine Community mit tausenden Datenwissenschaftlern weltweit und über dreihundert aktive Teilnehmer in unserem S2DS Programm, die den Kern darstellen. Zusätzlich haben wir noch drei Jahre Erfahrung im Zusammenstellen von Teams aus Datenwissenschaftlern mit verschiedenen Fähigkeiten und Hintergründen, um Projekte erfolgreich abzuschließen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?
Oh, ich glaube es gibt gar keinen! Als Geschäftsführerin bin ich in alle Bereiche von Pivigo eingebunden, darunter Vertrieb, Marketing, das operative Geschäft, strategische Ausrichtung, usw.. Mein Tag ist typischerweise voll mit Meetings – intern und extern. Interne Meetings um das Team mit meiner Erfahrung aus den letzten vier Jahren zu unterstützen und externe, um mit Kunden und Datenwissenschaftlern die nächsten Schritte und das beste Vorankommen abzustimmen. Nebenbei gibt es natürlich noch die klassische Flut von Emails jeden Tag…

Wo sehen Sie sich und ihr Start-up in fünf Jahren?
In fünf Jahren wird Pivigo DER Ort sein, wo Datenwissenschaftler und Unternehmen zusammenfinden – für Datenwissenschaftler um ein neues spannendes Projekt zu finden und für Unternehmen um den Zugang zu Datenwissenschaften zu bekommen. Meine Vision ist es Pivigo zu einer Alternative für Datenwissenschaftlern zu machen, verglichen zu starren Festanstellungen in Unternehmen. Viele technisch affine Menschen lieben projektbezogene Arbeit, aber nicht den Part sich auf neue Projekte zu bewerben. An dieser Stelle kann Pivigo vermitteln. Auf der anderen Seite möchten wir auch kleineren und nicht so technisch versierten Unternehmen den Zugang zu Experten aus der Datenwissenschaft bieten und somit Datenwissenschaften für die Massen nutzbar machen.

Welche drei Tipps würden Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben?
Nummer eins wäre, “nimm dir die Zeit und mach eine Marktanalyse”. Das bedeutet nicht, dass es nur durch theoretische Daten erfolgen sollte, sondern mehr, dass man rausgehen muss und mit potenziellen Kunden spricht. Man muss herausfinden was sie möchten und benötigen. Es ist ein großer Fehler zu denken, die erste Lösung wäre schon perfekt. Die Lösungen benötigen zur Anpassung immer auch den Input und das Feedback der Kunden. Daher muss man immer bereit sein, sich den Anforderungen anzupassen.
Zweitens, unterschätze nicht den Wert von Netzwerken. Wir haben unsere Idee nur durch durchgehendes Netzwerken umsetzen können. Man weiß nie, wen man auf Events alles trifft und was sich daraus ergibt. Ich bin noch immer überrascht, wenn sich aus einem Treffen, das schon Jahre zurückliegt, auf einmal eine spannende Möglichkeit ergibt. Netzwerken ist wichtig.
Letztlich, mach es einfach! Zögere nicht und zweifle nicht an dir selbst. Wenn du eine Idee hast und die finanziellen Mittel, dann mach es einfach. Gib dir ein Zeitlimit und ein Ziel, an dem du dann evaluierst ob es Wert ist weiterzumachen. Wenn du es aber nie versuchst, dann wirst du es bereuen und dich fragen wie es wohl gewesen wäre wenn…

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Kim Nilsson für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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