Daten und Zahlen sammeln und analysieren

Pickawood individuelle maßgefertigte und langlebige Möbel

Stellen Sie sich und das Startup Pickawood doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Tim Ehling, gebürtiger Hamburger und habe 2012 Pickawood gegründet. Wir verkaufen maßgefertigte Möbel, die man sich auf www.pickawood.com so konfigurieren kann, dass sie ganz genau in den eigenen Wohnraum passen. Ob Regal, Sideboard, Schrank oder Tisch, bei uns findet jeder sein Wunschmöbelstück.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Während des Studiums habe ich mich bereits mit dem Thema SEO beschäftigt und Websites für Bekannte gebaut. Nach Freiberuflicher Tätigkeit in dem Bereich, gründete ich 2008 eine Online-Marketing Agentur und 2011 ein Vermarktungsnetzwerk. In meiner Funktion als Berater konnte ich zwar Impulse geben und umsetzen, allerdings nicht in vollem Maße. Als Gründer von Pickawood wollte ich genau da ansetzen und es besser machen. Die Agentur und das Vermarktungsnetzwerk verkaufte ich dann erfolgreich, um mich voll und ganz auf Pickawood zu konzentrieren. 

Welche Vision steckt hinter Pickawood?

Pickawood entstand eigentlich aus einem Problem heraus. Ich war damals mit meiner Frau auf der Suche nach einem passenden Schuhregal, welches in unseren Flur passen sollte. Wir mussten uns dann mit einem Regal begnügen, was nicht wirklich gepasst hat. Daraufhin entstand dann die Idee, hochwertige Möbel anbieten zu wollen, die man an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Die Vision war, dass sich jeder Kunde den individuellen Möbeltraum erfüllen kann – zentimetergenau. Das haben wir mit unseren Konfiguratoren auch geschafft. Die Anwendungen in unserem Online-Shop sind kinderleicht, sodass man sich in wenigen Klicks, sein perfektes Möbelstück zusammenstellen kann.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine der größten Herausforderungen war es, die Konfiguratoren vom Handling so einfach wie möglich zu gestalten. Wir haben vor ein paar Jahren einen externen IT-Dienstleister ins Boot geholt, der uns dabei unterstützen sollte unsere Konfiguratoren zu überarbeiten. Leider ist das Projekt dann gescheitert, weil wir es zu dem Zeitpunkt nicht eng genug begleiten konnten. Das Ergebnis war unbrauchbar und hat uns damals ein ganzes Jahr an Arbeit gekostet. Das war eine ziemliche Herausforderung. 

Das Thema Finanzierung ist natürlich für jedes Unternehmen ein zentrales. Die ersten Jahre haben wir uns mit Eigenkapital finanziert und sind ganz ohne Millionen Investments gewachsen. 2015 sind wir dann in die erste Crowd-Finanzierungsrunde mit der DUB gegangen. 2018 haben wir eine zweite Runde über Seedmatch gelauncht, in der wir 750.000 EURO einsammeln konnten. Da sich das Crowdinvesting für uns bewährt hat, kam der Entschluss eine erneute Kampagne mit Seedmatch zu starten. Start dafür ist der 9. April 2020.

Wer ist die Zielgruppe von Pickawood?

Unsere Kunden sind in der Regel über 30 Jahre alt, haben Familie sowie ein mittleres bis hohes Einkommen und sind oft Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses. Der Wunsch nach individuellen Möbeln, die gleichzeitig hochwertig und langlebig sind, führt sie zu Pickawood.  

Wie funktioniert Pickawood? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir bietenKunden die Möglichkeit über verschiedene Konfiguratoren ihr Möbelstück nach Maß zu planen und direkt zu bestellen. Die Auftragsdaten vermitteln wir dann an einen unserer aktuell 15 Produktionsbetriebe, die das Möbelstück herstellen. Durch die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Produktionspartnern können wir so ein umfangreiches Sortiment anbieten und bleiben gleichzeitig flexibel. Durch die externen Fertigungsstätten, können wir immer Tischler finden, die ein bestimmtes Möbelstück oder Feature herstellen können. Andere Anbieter sind da durch die eigene Produktion deutlich eingeschränkter. Dazu kommt, dass wir durch die ausgelagerte Produktion keinerlei Investments für Maschinen zur Fertigung der Möbel tätigen müssen. Für den Kunden bleiben wir als Marke dabei immer der zentrale Ansprechpartner. Die gesamte Logistik von der Produktion bis zur Auslieferung organisieren wir selbst. Ferner bieten wir zusätzlich buchbare Services an. Kunden können z.B. das Aufmaß von einem Profi nehmen lassen oder auch einen Aufbauservice buchen, wenn sie möchten.

Im Vergleich zu anderen Anbietern, haben wir aktuell die größte Produktauswahl.

Die Konfigurationsmöglichkeiten in Holzarten, Dekoren und Zusatzoptionen bieten Kunden in der Kombination das größtmögliche Spektrum, um ihren Möbeltraum zu verwirklichen. Allein für einen Tisch ergeben sich durch die Kombination der unterschiedlichen Holzarten, Ölungen und Zusatzoptionen allein über eine Million mögliche Tischvarianten – darin sind die Maße nicht eingerechnet. Wir möchten den Kunden einfach so viel Freiheit wie möglich bieten, deswegen ist bei uns auch Raum für Sonderwünsche. So gibt es quasi kein Möbelstück, das wir nicht herstellen können. Zudem fertigen wir unsere Möbelstücke ausschließlich mit Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Die Krise betrifft leider gerade viele Unternehmen im E-Commerce-Bereich. Mitte März gab es auch bei Pickawood einen Einbruch in den Bestellungen. Aktuell steigen die Bestellungen und Umsätze allerdings wieder.  

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben früh an einem Notfallplan gearbeitet. Bereits vor den Einschränkungen für das öffentliche Leben, haben wir das Home Office getestet. Das war vor allem für die Kundenberater ein noch nie dagewesener Fall. Dadurch waren wir gut vorbereitet als unser Hamburger Showroom schließen musste. Wir versuchen in dieser Situation auch neue Wege zu gehen und testen gerade die Video-Beratung, die von Kunden sehr gut angenommen wird. 

Ebenso wichtig ist uns auch eine offene Kommunikation mit unseren Mitarbeitern. Es gibt natürlich kein Regelhandbuch für so eine Situation, deswegen ist es uns umso wichtiger, klar und transparent gegenüber unseren Mitarbeitern zu sein. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Viele unserer Kunden verbringen gerade viel Zeit in den eigenen vier Wänden und haben auch zum Teil mehr freie Zeit als sonst. Da bleibt es nicht aus, ein paar Gedanken in die Einrichtung zu stecken. Da es derzeit auch nicht möglich ist, Möbel stationär zu kaufen, kommen die Kunden automatisch mit Online-Lösungen in Kontakt. So finden auch Kunden zu uns, die davor ausschließlich offline Möbel gekauft haben. Zumindest vernehmen wir auf, dass vermehrt Möbelstücke geplant werden. Ein gutes Zeichen für uns. 

Pickawood, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben seit der Gründung in 2012 einige Meilensteine erreicht und gehören aktuell schon zu den bekanntesten Marken für Möbel nach Maß. Hier möchten wir mit unserer Sortimentsauswahl weiter herausstechen und die Kunden weiterhin mit unserem Service begeistern. Im Allgemeinen steht mit der dritten Crowdinvesting-Kampagne der weitere Ausbau des Unternehmens an. Ganz konkret bedeutet das, dass wir zwei weitere Showrooms in Berlin und München eröffnen wollen. Ein großes Thema ist für uns auch die Verkürzung der Lieferzeiten. Hier arbeiten wir an einer Optimierung der Datenanlieferung und setzen auf die weitere Technologisierung in der Herstellung. Nach Deutschland, der Schweiz und Frankreich möchten wir in den nächsten fünf Jahren Marktführer im Bereich Möbel nach Maß werden und in den meisten europäischen Ländern aktiv sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Als Unternehmer steht man häufig vor Herausforderungen, die es schwer machen können, das große Ganze zu sehen. Meiner Erfahrung nach, haben sich folgende Themen, für mich als besonders wichtig herausgestellt. Zum einen finde ich es ungemein wichtig, viele Daten und Zahlen zu sammeln. Aus diesen sollte man dann Analysen ziehen und die Ergebnisse auch wirklich in Entscheidungen ableiten. Für mich hat sich zudem herausgestellt, dass es oft Sinn macht, Ideen schnell zu testen, als immer große Projekte daraus zu machen. Das kann einem viel Arbeit ersparen. Zuletzt würde ich vorschlagen, große Probleme zu lösen, bevor man sich in Details verliert.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei  Tim Ehling für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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