Auch als Start-up ist eine klare Grundlinie wichtig

Picavi: Kommissionieren mit Datenbrille

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen  doch kurz vor!
Die Picavi GmbH hat als erstes Unternehmen weltweit Pick-by-Vision – die Kommissionierung mit Datenbrillen – zur marktreifen Lösung entwickelt.
2013 als High-Tech-Start-up unter dem Namen Logcom GmbH gegründet, verbinden wir langjährige Erfahrung aus IT und Intralogistik. Auch ich bin in diesen Bereichen seit Jahren zu Hause und konnte vor allem meine Erfahrungen als Mitgründer eines Logistiksoftware-Unternehmens einbringen. Mit unserem gemeinsamen Know-how konnten wir Datenbrillen für den innerbetrieblichen Material- und Warenfluss praktisch nutzbar machen. Unsere innovative Technologie für Lagerprozesse befindet sich seit Mitte 2015 in immer mehr Betrieben erfolgreich im dauerhaften professionellen Einsatz.

Wie ist die Idee zu Picavi entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Als ich durch einen mir fremden Supermarkt lief und die doppelte Zeit benötigte, um meine Einkaufsliste abzuarbeiten. „Das muss doch einfacher gehen“, dachte ich mir und erinnerte mich an zurückliegende Gespräche mit Hochschulen zum Thema Datenbrillen. Über meine Ehefrau, die ebenfalls im Hochschulbereich tätig ist, lernte ich Professor Dr. Alexander Voß von der FH Aachen kennen. Ihn überzeugte die Idee, Datenbrillen für Kommissionierprozesse einzusetzen. Schnell entwickelten wir das Grundkonzept und fandenInvestoren. Dabei halfen uns unsere beruflichen Erfahrungen im Bereich Lagerlogistik, IT und Unternehmensführung.

Dirk Franke
Dirk Franke

Von der Idee bis zum Start:Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir haben die Logcom GmbH Ende 2013 gegründet. Bis zur Marktreife für den Echtbetrieb vergingen nur eineinhalb Jahre. 2015 wurde mit Picavi Pick-by-Vision im weltweit ersten Hochregallager dauerhaft eingeführt – eine Herausforderung, die wir gemeinsam mit unserem Entwicklungspartner und Kunden, dem Kosmetikhersteller Dr. Babor GmbH & Co. KG, schnell und erfolgreich meisterten.
Die Finanzierung wurde gesplittet: Unser eigenes Startkapital wurde durch den Seed Fonds II Aachen der regionalen Beteiligungsgesellschaft S-UBG Aachen und Co-Investor DSA Invest ergänzt. Im Juni 2015 haben beide Investoren ihre Finanzierung aufgestockt, sodass wir die sich zu dem Zeitpunkt bietenden Marktchancen effektiv nutzen und uns auch gegenüber dem Wettbewerb gut positionieren konnten.

Wer ist die Zielgruppe von Picavi?
Picavi eignet sich grundsätzlich für alle Betriebe mit personalintensiven Lagerlogistik-Abläufen, bei denen viele manuelle Tätigkeiten anfallen, wie sogenannte „Mann zu Ware“-Kommissionierprozesse mit sich wiederholenden Routinetätigkeiten.Der Einsatz des Systems rechnet sich typischerweise ab acht Lagerarbeitern, je nach Einsatz sogar schon ab fünf – unabhängig von den zu kommissionierenden Gütern.,.

Wie funktioniert Picavi?
Der Lagerarbeiter wird visuell durch seinen Arbeitsalltag geführt. Mit der konsequenten Prozessführung über das Display der Datenbrille und der Bestätigung einzelner Schritte per in die Brille integriertem Scanner ermöglicht Picavi eine deutliche Zeitersparnis. Zudem haben die Kommissionierer den aktuellen Auftrag jederzeit im Blick und beide Hände frei. Die ausgefeilte Technik hinter Picavi sorgt für einfache Bedienung von Hard- und Software: Jeder Lagerist kann die Datenbrille schon nach kurzer Zeit handhaben und hat so schnell das komplette Lager im Griff.

Warum sollte man Picavi nutzen?
Die Datenbrillen ermöglichen schnelleres und genaueres Kommissionieren – dank freier Hände sowie einer visuellen, ermüdungsfreien und schnell zu erlernenden Bedienerführung.Mit Picavi werden zudem die Ressourcen der Datenbrillen bei idealer Betriebstemperatur und gleichzeitig erhöhter Leistungsdauer optimal genutzt, sodass die Akzeptanz bei den Lagerarbeitern– das zeigen die Erfahrungen –extrem hoch ist.Der integrierte Barcodescanner und der Akku Picavi Power Control sind zusätzliche Hardware-Lösungen, mit denen wir den dauerhaften Datenbrilleneinsatz im Lager optimiert haben.

Picavi, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir werden Pick-by-Vision zur führenden Technik für manuelle Lagerarbeiten entwickeln und in fünf Jahren weltweiter Marktführer in diesem Bereich sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Uns hat gerade in der Gründungsphase die räumliche Nähe zu unseren Investoren Seed Fonds II Aachen und DSA Invest weitergebracht: Sie haben uns nicht nur die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt, sondern uns obendrein mit für uns wichtigen Playern – und auch heutigen Kunden – vernetzt und bekannt gemacht. Die beratende Funktion, die sie ebenfalls übernommen haben, hilft vor allem zum Start sehr – das sollten Gründer bei der Wahl der Investoren definitiv bedenken.
Aller Anfang ist schwer: Man sollte Rückschläge daher von vorneherein einplanen und sie als Ansporn nehmen.
Auch als Start-up ist eine klare Grundlinie wichtig. Es soll zwar möglich sein, flexibel zu reagieren, allerdings bedarf es auch einer gewissen Fokussierung: Nicht jeder am Wegesrand liegenden Chance sollte man hinterherrennen, sei sie auch anscheinend noch so attraktiv.

Wir bedanken uns bei Dirk Franke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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