Kontakte pflegen ist das A und O

PhraseApp: Translation-Management-Plattform

Stellen Sie sich und das Startup PhraseApp doch kurz unseren Lesern vor!
Hinter PhraseApp stehen Tobias Schwab (38), Frederik Vollert (32) und ich, Wolfram Grätz (33), Unternehmer und CEO von PhraseApp. Wir haben die Translation-Management-Plattform PhraseApp 2012 gemeinsam entwickelt. Bei der Internationalisierung von Webseiten oder Apps simplifiziert PhraseApp den Workflow und synchronisiert Prozesse in Echtzeit. Paralleles Arbeiten wird möglich.

Kunden weltweit profitieren von der Automatisierung der Übersetzungsprozesse. Das spart wichtige Zeit.

Wie ist die Idee zu PhraseApp entstanden?
Ursprünglich sind wir 2009 als Softwareunternehmen an den Start gegangen. Dabei spielte – egal ob bei Startups oder Konzernen – die Internationalisierung der Software fast immer eine sehr große Rolle in unserem Entwicklungsprozess. Ein Kunde hatte den Wunsch, innerhalb von einem Monat eine Plattform in 24 Sprachversionen zu entwickeln. Auf der Suche nach Lösungen dafür wurde schnell klar, dass es am Markt keine passende Software gab, die dieser Aufgabe gerecht wurde. Das war der Startschuss für die Entwicklung von PhraseApp. Bereits wenige Wochen nach Fertigstellung unserer Lösung hatten wir schon die ersten zahlenden Kunden.


Welche Vision steckt hinter PhraseApp?
In einer globalisierten Welt ist der Eintritt in neue Märkte für viele Unternehmen wichtig, um den eigenen Kundenstamm zu erweitern und die eigene Wettbewerbsfähigkeit sowie den Unternehmenserfolg zu sichern. Mit unserer Translation-Management-Plattform ermöglichen wir Unternehmen, ihre komplexen Softwareprodukte mit schnellen und überschaubaren Arbeitsprozessen mehrsprachig zu entwickeln – Internationalisierung per Klick sozusagen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Ein großer Schritt für mich persönlich war es, die Softwareagentur, aus der PhraseApp ursprünglich entstanden ist, einzustellen. Wir hatten tolle und namhafte Kunden, denen ich bis heute persönlich verbunden bin. Umso schwerer fiel es mir – auch wenn es die absolut richtige Entscheidung war – einen harten Cut zu machen und sich komplett auf PhraseApp zu fokussieren.

Die Ansprüche an die IT und die Software ändern sich wahnsinnig schnell.

Die Herausforderung für uns ist, nicht nur Schritt zu halten, sondern idealerweise der Entwicklung voraus zu sein, um innovative Produktideen umsetzen zu können. Schnelligkeit hat in unserem Geschäft einen maßgeblichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit.

PhraseApp wurde initial aus eigenen Mitteln finanziert und wächst heute aus dem Cashflow. Externe Investoren haben wir nicht.

Wer ist die Zielgruppe von PhraseApp?
PhraseApp hilft jedem Unternehmen, das neue Märkte erobern will – egal ob junges Unternehmen oder etablierter Mittelstand. Bisher nutzten schon etwa 1.300 Kunden aus über 60 Ländern PhraseApp, darunter McDonalds, Bosch, Zeiss, Bla Bla Car, Jimdo oder mytaxi.

Wie funktioniert PhraseApp?
PhraseApp macht Schluss mit komplizierten Abstimmungen und veralteten Exceltabellen und sorgt für schnelle und überschaubare Arbeitsprozesse bei den Übersetzungsprojekten. Alle, die an der Internationalisierung der Software eines Unternehmens beteiligt sind, können parallel arbeiten, Prozesse synchronisieren sich in Echtzeit. Jeder sieht somit, was der Übersetzer oder Projektmanager gerade macht.

Welche Vorteile bietet PhraseApp? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
PhraseApp ermöglicht die zentralisierte Internationalisierung von Softwareprojekten, unabhängig von deren Programmiersprache. Über Schnittstellen und die API lassen sich mühsame manuelle Aufgaben bei Übersetzungsprojekten komplett automatisieren.

Dies spart Entwicklern, Projektmanagern und Übersetzern sehr viel Zeit, die Unternehmen profitieren somit von einem kürzeren Time-to-Market.

PhraseApp, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere Mission „Painless software localization“ möchte ich fortführen und ausweiten.
Unsere Firma ist in den vergangenen Jahren schnell und stark gewachsen. Bspw. konnten wir unsere Mitarbeiterzahl und unseren Umsatz in den letzten zwölf Monaten mehr als verdoppeln.
Unser Ziel ist es, dass in fünf Jahren mehr als 100.000 Unternehmen unsere Software nutzen und wir das Benchmark-Produkt für die gesamte Software-Localization-Industry sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Erfahrungsaustausch: Mir persönlich hilft der Dialog mit anderen Unternehmern ungemein. Ich bin Mitglied in der Entrepreneurs Organization (EO) Hamburg, bei der wir uns monatlich zu einem strukturierten Erfahrungsaustausch treffen. Auch wenn für EO die Eintrittshürde hoch ist, gibt es bspw. auch das EO Accelerator Programm für angehende Gründer.

2. Netzwerk: Kontakte pflegen ist das A und O. Sich ein eigenes Netzwerk aufzubauen, zu pflegen und zu beanspruchen hilft mir bis heute persönlich und geschäftlich weiter.

3. Ausgleich: Sport nicht vergessen! Auch in Zeiten hoher Arbeitsbelastung ist es wichtig, einen Ausgleich zu schaffen. Nicht selten entwickeln sich dabei neue Ideen oder Möglichkeiten, Herausforderungen anzugehen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Wolfram Grätz  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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