Philipp Depiereux: Ein funktionierendes Gründer-Team ist absolut wichtig

Treffen Sie Philipp Depiereux, Gründer und GF etventure-Gruppe, auf dem Event Corporate Venturing and Innovation – Lessons learned from startups am 24. Mai in Düsseldorf

Stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern kurz!
Philipp Depiereux: Philipp Depiereux, 40 Jahre, Diplom-Betriebswirt, geboren und aufgewachsen in Düren im Rheinland, seit rund 15 Jahren in München lebend, glücklich verheiratet und Vater von vier Kindern. Als Familienvater erziehe ich meine Kinder komplett non-digital – ohne TV, Smartphone oder Tablet. Beruflich digitalisiere ich dagegen mit großer Passion Wirtschaft und Gesellschaft, möchte aufrütteln und die großen Chancen des digitalen Wandels begreifbar machen. Außerdem bin ich mit Leib und Seele BVB-Fan und seit 22 Jahren Vereinsmitglied.

Stellen Sie doch kurz die etventure-Gruppe vor?
Philipp Depiereux: Alle reden von Digitalisierung, etventure setzt mit einem Team von 250 Digitalexperten um. Seit 2010 ebnet etventure als aktiver Treiber, mit einer Mischung aus Beratung und eigenen Startup-Aktivitäten, Unternehmen den Weg ins digitale Zeitalter. Wir arbeiten dabei erfolgreich mit Innovationsmethoden wie Design Thinking und Lean Startup, schnell, radikal nutzerzentriert und mit unternehmerischem Mindset in der Umsetzung. Unternehmerisch auch deshalb, weil wir als Company Builder selbst erfolgreich Startups aufbauen. Durch diese Projekte verfügen wir nicht nur über echtes unternehmerisches Know-how, sondern auch über ein weltweites Netzwerk in die Startup- und Digital-Branche, von dem nicht zuletzt unsere Unternehmenskunden, wie u.a. die BARMER, Daimler Financial Services, Haniel, Covestro oder Klöckner, enorm profitieren.

etventure gilt heute als einer der Digitalpioniere und Treiber des digitalen Wandels. Seit Oktober 2017 sind wir Teil der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young).

Welche Vision steckt hinter der etventure-Gruppe?
Philipp Depiereux: Unser Leitsatz lautet „changing the game“ – und drückt genau aus, wie wir denken und arbeiten. Unser Ziel ist es, den digitalen Wandel zu gestalten und voranzutreiben, als digitale Pioniere neue Wege zu beschreiten und zugleich Werte für Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen. Dabei wollen wir nicht nur eine ganz andere Berater-Spezies sein – fernab von Powerpoint-Slides, Strategiepapieren und Excel-Sheets – wir wollen auch als innovativer Arbeitgeber Vorreiter sein. etventure ist ein Unternehmen, in dem jeder seine Ideen einbringen kann, in dem Menschen passioniert und motiviert zusammenarbeiten. In einer Arbeitsatmosphäre, die geprägt ist von Offenheit, gegenseitigem Respekt, dem Willen zu ständigem Lernen und vor allem Spaß. Aus einem solchen Umfeld ergeben sich hohe Qualität, unternehmerischer Erfolg und zufriedene Kunden ganz automatisch.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Philipp Depiereux aus?
Ich bin beruflich fast ständig unterwegs, als Speaker auf Veranstaltungen, in Terminen bei (potenziellen) Kunden, an unseren anderen Standorten in Berlin, Hamburg, Essen oder Stuttgart oder auch in Presseterminen. Dadurch gleicht beinahe kein Tag dem anderen. Nur die Routine morgens und abends ist dieselbe: Um sieben Uhr morgens beantworte ich in der Regel Mails auf dem Weg zum Flughafen, beim Fitness oder im Hotel. Und ich versuche, immer abends wieder zuhause bei meiner Familie zu sein – auch nach einem langen Terminmarathon.

Über welche Themen werden Sie auf dem Event Corporate Venturing and Innovation – Lessons learned from startups referieren?
Ich werde in meinem Vortrag aufzeigen, wie sich etablierte Unternehmen die Methoden und Erfolgsrezepte von Startups und digitalen Playern zu eigen machen können, um die digitale Transformation zu meistern. Denn Fakt ist: Die erprobten deutschen Tugenden – ingenieursgetriebener Perfektionismus, Präzision und Qualität – reichen nicht mehr aus, um im digitalen Zeitalter zu bestehen. Unternehmen müssen neue Methoden und Herangehensweisen anwenden, durch die mit starkem Fokus auf den Kunden, großer Schnelligkeit und Daten-Kompetenz, neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt werden können.

Unternehmen können hier sehr viel von den Methoden und dem innovativen Denken der Startups lernen. Dies bedeutet aber nicht, dass man sich nur an einem Startup beteiligen muss, um Innovation und Digitalisierung ins eigene Kerngeschäft zu bringen. So einfach ist es leider nicht. Es macht Sinn, mit Startups zusammenzuarbeiten und von ihnen zu lernen. Umsetzen muss man die digitale Transformation aber dann selbst.

Wie hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?
In meinen Augen ist die deutsche Startup-Szene in den letzten Jahren vielfältiger und „erwachsener“ geworden. Deutschland – insbesondere natürlich Berlin – wird mittlerweile auch im Ausland als spannender Startup-Hotspot gesehen. Das erkennt man an der Höhe der Finanzierungsrunden. Die Investitionen in deutsche Startups steigen, allein im vergangenen Jahr um 88 Prozent (Quelle: EY Start-up Barometer Deutschland). Was Deutschlands Startup-Szene auch im Ausland attraktiv macht, sind die gute Verknüpfung zu etablierten Unternehmen sowie zu Wissenschaft und Forschung, eine insgesamt florierende Wirtschaft und gute Infrastruktur, die vergleichsweise niedrigen Mietpreise und die zentrale Lage in Europa.

Welches sind die größten Fehler Junger Gründer?
Junge Gründer machen oft den Fehler, dass sie den Fokus nur auf die Entwicklung ihres Geschäftsmodells legen und dabei die Aspekte Sales und Marketing komplett vernachlässigen. Es gibt so viele Startups mit tollen Business-Ideen. Eine tolle Idee und ein funktionierendes Geschäftsmodell mit erstklassigem Team bringen aber alles nichts, wenn man das Produkt am Schluss nicht an den Mann bzw. die Frau bekommt. In den Jahren, in denen ich nun schon mit verschiedensten Startups zusammengearbeitet habe, war der Faktor Sales fast immer ausschlaggebend für Erfolg oder Nicht-Erfolg.

Welches war das letzte Buch das Sie gelesen haben?
Fire and Fury von Michael Wolff. Das Enthüllungsbuch über Donald Trump hat ja vor allem in den USA tagelang die Schlagzeilen bestimmt – und mich persönlich in meiner Meinung über den US-Präsidenten mehr als bestätigt.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
Hoffentlich als Bürger einer digitalen EU, die sich mit einem ausgeprägtem sozialen Wertesystem erfolgreich dem Wandel in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gestellt und sich entsprechend erfolgreich entwickelt hat.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?
Vertrieb, Vertrieb, Vertrieb
Eine Idee an sich ist nichts wert. Es kommt auf die Umsetzung an. Deshalb sollten Startups ihre Ideen ausgiebig testen, im kleinen Maßstab und unter möglichst realistischen Bedingungen, also direkt am späteren Kunden oder Nutzer. Auf diese Weise kann man schnell feststellen, was funktioniert und was nicht – und ob die Idee tatsächlich einen Mehrwert bietet.

Ein funktionierendes Gründer-Team ist absolut wichtig. Wer so viel zusammenarbeitet wie das in einem Startup meist der Fall ist, muss miteinander auskommen. Dabei ist ein Team immer besser als ein Einzelgründer. Denn diese Vielfalt ist wichtig, es braucht verschiedene Sichtweisen und nicht jeder kann alles. Beispielsweise braucht man jemanden, der sich mit IT und Entwicklung auskennt. Das sind aber meist nicht die geborenen Verkäufer. Idealerweise ergänzen sich die Stärken der einzelnen Gründer.

Wir bedanken uns bei Philipp Depiereux für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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