Philip Kahnis: In sich selbst investieren

Treffen Sie Philip Kahnis, Geschäftsführer und Gründer von HAFERVOLL, auf dem Event Corporate Venturing and Innovation – Lessons learned from startups am 24. Mai in Düsseldorf

Stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern kurz!
Philip Kahnis: Ich bin Mitgründer von HAFERVOLL. Das sind im Ofen gebackene und handgemachte Müsliriegel ohne Zusatzstoffe. Wir sind 2013 gestartet und vertreiben überwiegend im Lebensmittelhandel in über 7.500 Stores und online über unseren Shop. Ich selbst bin bei uns für den Vertrieb und Finanzen zuständig, mein Mitgründer Robert Kronekker zeichnet sich für Produkt & Marketing verantwortlich.

Was waren bei der Gründung Ihres Unternehmens die größten Herausforderungen?
Philip Kahnis: Produktentwicklung war am Anfang eine Hürde die wir dank Roberts Know-How in dem Bereich schnell und gut meistert haben. Einen passenden Hersteller für unser Produkt zu finden war aber grundsätzlich schonmal nicht einfach.
Danach kam dann relativ schnell Ernüchterung beim Thema Finanzierung auf. 2013 waren Investitionen in Food-Themen einfach noch nicht so sexy wie heute.

Und wie haben Sie diese gemeistert?
Philip Kahnis: Ich denke eine große Portion Hartnäckigkeit zeichnet uns aus. Das hat geholfen und hilft immer noch bei vielen Themen. Bei der Finanzierung haben wir dann einfach auf Crowdfunding via Startnext gesetzt. Darüber hat sich dann auch eine Anschlussfinanzierung bei Business Angels ergeben.

Welche Vision steckt hinter HAFERVOLL?
Philip Kahnis: Wir wollen gesunde Ernährung einfach machen. Das fasst es gut zusammen. Unsere Riegel kommen mit einer absolut verständlichen & natürlichen Zutatenliste daher. Da muss man gar nicht erst überlegen ist das jetzt gut für mich oder nicht.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Philip Kahnis aus?
Wenn ich nicht gerade auf Messen unterwegs bin, mache ich mir im Büro als erstes einen Kaffee. Danach checke ich meine Asana-Aufgabenliste und ergänze was alles zu erledigen ist oder ansteht. Dann lese ich meine Mails, fliege über die wichtigsten Aufträge und die Tourenberichte unserer Außendienst-Crew. Der Rest des Tages ist dann meistens vollgepackt mit Telefonterminen und Teamgesprächen. Freitags darf es nach einer guten Woche dann auch mal ein Feierabend-Gin-Tonic sein.

Über welches Themen werden Sie auf dem Event Corporate Venturing and Innovation – Lessons learned from startups referieren?
Ich bin Teilnehmer am Entrepreneurship Roundtable und werde über meinen Erfahrungen im Lebensmittelsektor sprechen und welche Herausforderungen sich daraus ergeben.

Wie hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?
Es gibt noch viel mehr Förderungsprogramme als vor fünf Jahren. Es ist natürlich auch ein wenig trendy geworden zu gründen und wesentlich akzeptierter in der Gesellschaft. Ich denke das hilft mehr jungen Menschen Mut zu fassen etwas auf die Beine zu stellen. Ich glaube, Scheitern ist in dem Zusammenhang auch etwas akzeptierter bzw. es wird etwas offener damit umgegangen.

Welches sind die größten Fehler Junger Gründer?
Ich glaube einige verlieren sich in zu vielen Details am Anfang und starten dann gar nicht oder viel zu spät. Gerade im Food-Bereich treffe ich immer wieder Gründer die Monate darüber nachdenken wie sie den Vertrieb aufstellen, welche Kunden sie als erstes ansprechen sollen. Andere haben da schon mit ähnlichen Produkten den Einkäufer längst überzeugt.

Welches war das letzte Buch das Sie gelesen haben?
Ich sitze super viel im Auto, daher höre ich täglich Hörbücher und Podcasts. Richtig gut und inspirierend fand ich zuletzt das Hörbuch von Nike-Gründer Phil Knight: Shoe Dog

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
Als glücklicher Familienvater und erfolgreicher Unternehmer. Ich hoffe HAFERVOLL ist bis dahin als DIE Alternative im Müsliriegel-Regal in ganz Deutschland bekannt.
Vielleicht kann ich dann in einer Art Think Tank oder sogar als Business Angel mein Wissen an junge Food-Gründer weitergeben. Das wäre ein kleiner persönlicher Traum für die Zukunft.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?
„It’s all about adjusting along the way, not making the perfect call“ von Gary Vaynerchuk
Hartknäckig bleiben.
Und auch in sich selbst investieren. Sprich persönliche Weiterbildung, Zeit für Freunde und Familie, Hobbies etc. nehmen.

Wir bedanken uns bei Philip Kahnis für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Schreibe einen Kommentar