PhantoMinds bringt Unternehmen mit Kreativen zusammen

PhantoMinds Crowdsourcing Plattform revolutiniert die klassische Unternehmensberatung

Stellen Sie sich doch bitte unseren Lesern kurz vor!
Dr. Mirko Bendig, Jahrgang 1980, ist promovierter Volkswirt und hat seine akademische Ausbildung in Göttingen absolviert. Neben mehrjährigen Auslandsaufenthalten in Rumänien und Ghana war er mehrere Jahre als Unternehmensberater bei evers & jung in verschiedenen Positionen tätig. Als Geschäftsführer bei PhantoMinds verantwortet er die Bereiche Vertrieb, Marketing und Business Development. Mirko liebt den Umgang mit Menschen. Herausforderungen geht er voller Energie an und sucht stetig nach Verbesserungspotentialen. Strukturiertes Arbeiten, das möglichst rasch sichtbare Ergebnisse zeigt, bevorzugt er vor abstrakten, langwierigen Prozessen.

Alexander Peter, Jahrgang 1977, hat Betriebswirtschaftslehre studiert und war vor seiner Tätigkeit als Gründer und Geschäftsführer bei PhantoMinds als Support, Sales und Marketing-Manager in unterschiedlichen Positionen tätig. Auslandserfahrung hat er in Stanford, USA, gesammelt, im Rahmen seines MBA-Abschlusses in Entrepreneurship. In seiner Funktion als Geschäftsführer zeichnet er sich für die Bereiche IT, Finanzen und Personal verantwortlich. Alex ist ein begeisterungsfähiger Mensch und sprüht vor Energie. Mit seinem Optimismus und dem Glauben an seine eigenen Fähigkeiten steuert er Veränderungen konsequent an und ist immer auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten. Seine hervorragenden Kommunikations-fähigkeiten sind ihm dabei von großem Nutzen.

Was steckt hinter PHANTOMINDS?
Hinter PhantoMinds steckt die Idee die klassische Unternehmensberatung zu revolutionieren. In der Welt der Digitalisierung und Globalisierung ist die Entwicklung von Innovationen der Erfolgsfaktor für Unternehmen. Unternehmen brauchen umsetzbare Innovationen in Form neuer Produkte, Geschäftsmodelle oder Services. Aktuell sind Unternehmen mit einer Produkt-Flop-Rate von 70-90% konfrontiert. Außerdem sind traditionelle Innovationsprozesse oft zu langsam und nicht zielgerichtet genug für die Herausforderungen, die der digitale Wandel mit sich bringt.
Mit der Online-Plattform setzt PhantoMinds auf das kreative Potenzial der eigenen Web-Community von zurzeit 3.500 Mitgliedern. Innovationsprozesse werden künftig nicht mehr im Unternehmen selbst, sondern über „externe Experten“ online entwickelt werden. Über ein Ergänzungsprodukt „automatisiertes Screening“ werden zudem gezielt Trendsetter und Experten zum Mitmachen bewegt.

Wie ist PHANTOMINDS entstanden?
Es gibt einen übergeordneten Grund und zwar haben wir beide schon länger den Traum gehegt, etwas Eigenes aufzubauen und groß zu machen. Wir waren nicht wirklich auf der Suche nach einer Gründungsidee, es war aber auch nicht die erste Idee, die wir gemeinsam diskutiert haben.
Inhaltlich ist die Idee entstanden weil Mirko auf das Crowdsourcing-Phänomen gestossen ist. Besonders gereizt hat uns bei der Idee,die Endkunden von Beginn an in die Entwicklung von Lösungen und Innovationen einzubinden, um Angebote zu entwickeln, die die Endkunden auch haben wollen und im Endeffekt auch kaufen. Da bot sich eine Online-Community bzw. ein Crowdsourcing-Angebot an. Und dann haben wir alles auf eine Karte gesetzt.

Auf dem Crowddialog 2015 in München haben Sie eine Workshop zum Thema Crowdsourcing in der Tourismus Branche gehalten, wo gibt es hier Ansatzpunkte?
Auf dem Crowd Dialog 2015 in München haben wir im Workshop unser gemeinsames Projekt mit TUI für die Sparte ROBINSON CLUB vorgestellt.
Ähnlich wie viele andere Branchen steht der Tourismus in Deutschland vor den digitalen Herausforderungen. Z B. müssen Reiseanbieter den Spagat zwischen online und offline Vertrieb von Reisen meistern. Allerdings gibt es darüber hinaus aus unserer Sicht noch viele Anknüpfungspunkte um eigene Kunden – ob Stammkunden oder Neukunden – in Innovationsprozesse einzubinden. Wie würde Kunden ihr Lieblingshotel gestalten? Oder gibt es nicht Ideen, wie vielleicht Urlaub in Deutschland attraktiver gestaltet werden kann?

Welche Vorteile haben Unternehmen die auf Crowdsourcing setzen?
Unternehmen, die vor Marktveränderungen stehen oder Herausforderungen durch den digitalen Wandel erfahren, erhalten genauso wie Organisationen, welche Produkt-, Dienstleistungs- oder Geschäftsmodellinnovationen benötigen, den temporären Zugriff auf das Know-how von externen Experten und einen neuen und vor allem schnellen Zugang zu Innovationen.
Kunden werden frühzeitig in den Innovationsprozess zur Reduzierung der Produkt Flop Rate eingebunden. Es entstehen umsetzbare Innovationen in konzeptioneller Form oder bei digitalen Lösungen sogar bereits Testmodelle.
Durch die PhantoMinds Evaluationsphase kann gleichzeitig die Marktakzeptanz der Innovationen überprüft werden. Unternehmen sparen Zeit und Kosten durch den modularen selbstentwickelten Innovationsprozess, der Komponenten neuer Methoden (z.B. Lean Start-Up, Design Thinking etc.) beinhaltet.

Wo sehen Sie Risiken und wo Chancen?
Chancen für Crowdsourcing sehen wir in der sehr hohen Motivation der Crowd. Motivation wirkt ideenfördernd und ist somit gewinnbringend für Unternehmen, wenn die Crowd als temporärer Innovator eingebunden wird.
Fragt man die Community auf ihre Motive mitzumachen, scheinen die Chancen auf der Hand zu liegen und jegliche Kritik an der oft zitierten „Ausbeutung von Crowdworkern“ zunichte zu machen. Zum Beispiel wollen 52% unserer Mitglieder Unternehmen ein Feedback geben, 39% unserer Community wollen ihr Wissen teilen und ihre berufliche Reputation ausbauen und lediglich 30% unserer Nutzer wollen sich etwas dazu verdienen.
Alle Crowdsourcing Anbieter werden mit Kritikpunkten konfrontiert. Das ist eines der größten Risiken, dass Crowdsourcing als Methode nicht die Anerkennung für ihre Vorteile erhält.

Wie wird sich das Crowdsourcing in den nächsten Jahren entwickeln?
Generell ist Crowdsourcing im Trend. Jedes fünfte Großunternehmen hat dies in irgendeiner Form schon einmal eingesetzt. Selbiges gilt für die Öffnung der Innovationsprozesse, den Einsatz eigener Plattformen für den Kundendialog bis hin zu Start-up Acceleratoren und Start-up Slams. D.h. wir liegen mit unserem Angebot voll im Trend, weg vom angestaubten Image des Betrieblichen Vorschlagswesens und Innovationsmanagements.
Dies wollen wir jetzt in ein neues Zeitalter überführen. Daher machen wir einiges anders als unsere Mitbewerber, da es auch schon den ersten Frust gibt, dass die „normale“ Crowd auch nicht alles kann. Wichtig beim Crowdsourcing ist nicht die reine Masse an Ideen und Vorschlägen, sondern die Qualität der Lösungen. Die muss für unsere Kunden stimmen. Das geht nur über die richtige Auswahl der Community, deren Aktivierung und deren Moderation über aktive Kommentierung und auch Steuerung der Innovationsentwicklung über eine Community Lösung. Deshalb haben wir unseren Ansatz mit dem Screening erweitert, um eine spezifische Auswahl der Community zu ermöglichen und diese Experten dann als „Mitarbeiter auf Zeit“ zu rekrutieren.
Für die nächsten Jahre erwarten wir einen hohen Bekanntheitsgrad für Crowdsourcing als Innovationsmethode. Es wird sich dann herauskristallisieren, welche Wege die richtigen sind. Wir glauben nicht daran, dass Unternehmen mit einer Crowd eine Masse von Ideen generiert und dadurch Innovationen findet. Masse bringt nicht Qualität. Nur durch Spezialisierung werden wir einen Unterschied machen und so Felder der Unternehmensberatung als Anbieter abdecken.

Für welche Unternehmen ist Crowdsourcing Interessant?
Crowdsourcing ist für Unternehmen, die nicht nur in den Dialog mit ihren Kunden treten wollen, sondern sie am Prozess partizipieren lassen wollen. Der Kunde muss im Fokus des Unternehmens stehen. Es geht nicht darum, Ideen zu finden, sondern Innovationen zu entwickeln, die von den Kunden und Nutzern gebraucht werden.
Außerdem gehören zu unserer expliziten Zielgruppe alle Unternehmen, die vor Herausforderungen des digitalen Wandels stehen. Dies sind zurzeit vor allem neben der o. g. Tourismusbranche, Banken die mit Ideen aus der Fintech-Szene konfrontiert sind oder Mobilitätsanbieter. Es ist aber auch nicht eine Frage der Unternehmensgröße. Z. B. ist unsere Produktstrategie auf ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis ausgelegt so dass auch kleine Unternehmen und der Mittelstand den Zugang zu wichtigen existentiellen Innovationen haben.

Wie funktioniert PhantoMinds?
Unsere Plattform bringt Unternehmen mit Kreativen zusammen, die sich hier konkreter Herausforderungen, etwa zu einem neuen Produkt oder Geschäftsmodell, annehmen.
Im Vordergrund steht bei PhantoMinds die Unterstützung von Unternehmen und Start-ups mit neuen Impulse: Unternehmen, die vor Marktveränderungen stehen oder Herausforderungen durch den digitalen Wandel erfahren, erhalten genauso Unterstützung wie Organisationen, welche Produkt-, Dienstleistungs- oder Geschäftsmodellinnovationen benötigen. Unternehmen haben so einen temporären Zugriff auf das Know-how von externen Experten und einen neuen und vor allem schnellen Zugang zu Innovationen. Sie können zwischen unterschiedlichen Leistungspaketen wählen. PhantoMinds moderiert und strukturiert die Innovationsprozesse bis hin zur Ausarbeitung einer optimalen Lösung. Um die Community je nach Projekt passgenauer zu gestalten, identifiziert ein Screening-Tool geeignete Trendsetter und Experten im Netz, sodass sie zielgerichtet zum Mitmachen eingeladen werden können.
Das Screening Tool sucht die richtigen Experten. Diese motiviert dann eine eigene entwickelte Anreizmetrik. Die Schnittstelle zwischen Software und dem selbst entwickelten Screening Tool, mit dem der Kreis der Community um spezielle Nutzer und Experten erweitert wird, war nur durch Eigenentwicklung von Software und Screening Tool möglich. Das Screening Tool ermöglicht, Personen mit bestimmten Merkmalen über einen Algorithmus für die Community und somit für spezielle Projekte der Kunden automatisiert im Netz zu identifizieren und zu rekrutieren.
PhantoMinds geht jedoch nicht nur beim Screening-Tool, sondern auch bei den bisher auf dem Markt bekannten Anreizsystemen einen Schritt weiter. Während bislang häufig mit rein monetär ausgerichteten Systemen gearbeitet wurde, kam PhantoMinds nach wissenschaftlichen Experimenten zu Anreizen für die Community auf andere Ansätze:
Kreative lockt bei erfolgreich eingebrachten Ideen eine Prämie, Anerkennung durch die Community und dem Unternehmen sowie auch Reputation und den Aufbau von Referenzen.
Bringt ein Experte sich auf besondere Art und Weise ein, kann er beispielsweise einen Level „aufsteigen“. So erfährt er, dank einer Art Gamifizierzung oder Gamifikation (also das Einbringen spieltypischer Elemente in das System), ein ungewöhnliches Anreizsystem durch seine engagierte Teilnahme am Innovationsprozess. Vision und Ziel sind die Etablierung einer neuen Form einer kollaborativen Innovationskultur, die so bislang nicht existiert. PhantoMinds sucht Menschen mit unternehmerischer, gestalterischer Denke, Fachwissen, verschiedenen Blickwinkel sowie mit Interesse, Neugier und Wille zur Veränderung von Wirtschaft und Gesellschaft im digitalen Wandel.

Wo sehen Sie sich in den nächsten Jahren?
Als Startup denken wir im Moment noch von Jahr zu Jahr ohne dabei unsere Vision aus den Augen zu verlieren. Deshalb fokussieren wir uns derzeit auf das nächste Jahr: 2016 ist für uns ein wichtiges Jahr. Wir bereiten zum einen die englische Plattform für unsere EU- und Internationalisierungspläne vor. Weitaus wichtiger ist aber, dass wir 2016 unser automatisches Expertenscreening auf den Markt bringen. Damit sind wir dann in der Lage für jede Branche und jede Herausforderung die richtigen Experten zu identifizieren.

Wir bedanken uns bei Dr. Mirko Bendig für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Markus Elsässer

Markus Elsässer ist 43 Jahre jung, Verleger und Herausgeber des StartupValley. Seine Karriere startete er, in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Er ist ein Auto und Technik begeisterter Querdenker. Verliebt in die Startup-Szene, was Ihn dazu bewogen hat, mit StartupValley ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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