Pfandring und die Höhle der Löwen

Paul Ketz mit Pfandring ein Zeichen setzen

Bevor Sie in die Höhle der Löwen gingen, wie haben Sie sich da gefühlt?
Paul Ketz / Pfandring : Es war mein erster Fernsehauftritt dieser Größenordung, das war natürlich aufregend – Auf der einen Seite habe ich Anspannung verspürt, auf der anderen Seite freudige Erwartung, da ich nach wie vor von dem Projekt überzeugt und auch Stolz über die bisherige Entwicklung bin. Die Produktionsfirma hat mich auch angefragt, ob ich das Projekt vorstellen möchte und mir durch diese Möglichkeit eine große Bühne geboten, mit meiner Idee viele Zuschauer zu erreichen.

Sie haben viele Tipps von den Löwen bekommen. Konnten Sie schon den einen oder anderen Tipp umsetzen?
Paul Ketz / Pfandring : Die Sendung wurde bereits im März aufgezeichnet, seit dem hat sich einiges getan, nicht zuletzt auch dadurch, weil meine innere Haltung auch durch das Feedback einzelner Löwen geschärft wurde. Ich brauchte keinen Investoren, da die Idee schon fertig war, nur Aufträge.. und die kommen langsam. Ich musste also in meinem jungen Leben, in dem ich nicht nur Designer, sondern gezwungener Maßen auch Geschäftsmann bin, erst mal einen potentiellen Investoren treffen um rauszufinden, dass ich keinen Investoren brauche.

Sind Sie bereits Kooperationen mit Städten eingegangen?
Paul Ketz / Pfandring :
Bisher gibt es Pfandringe in Bamberg, Köln, Karlsruhe, Bielefeld und Magdeburg. Bochum, Sindelfingen und Paffenhofen folgen in Kürze und mit weiteren Städten laufen die Gespräche..
Unabhängig davon wird der Pfandring im Museum für angewandte Kunst in Wien und in Köln ausgestellt, eine große Ehre für das Projekt und für mich als Gestalter.

Stieg das Interesse am Pfandring seit Ihrem Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“?
Paul Ketz / Pfandring : Seit der Ausstrahlung habe ich sehr viele Nachrichten erhalten, vor allem die postiven Rückmeldung von Privatpersonen haben mich gefreut. Das Projekt kam authentisch rüber, das war mir sehr wichtig. Ich habe außerdem Anfragen von Firmen, die ich bisher noch nicht alle bearbeiten konnte. Das Ganze ist kein Wirtschaftsprojekt, sondern es geht vor allem um die Sache und den Wert als Brückenstück zwischen den Menschen im öffentlichen Raum – vor allem deshalb wollen mögliche Partner sorgfältig gewählt sein.

Sie haben mehrere Projekte. Ihr neustes ist der Prometheus. Wie ist die Idee, dazu entstanden?
Paul Ketz / Pfandring : Ich sehe mich als Designer gerne als Kind mit viel Praxiserfahrung und das überträgt sich auf meinen Gestaltungsansatz: Bei diesem Projekt wollte ich ein Objekt schaffen, mit dem durch das eigenständige Schaffen von Wert ein „AH-Moment“ spielend erlebbar gemacht wird. Ideen kommen mir immer und nie, eigentlich ist es viel schwieriger zu entscheiden was ich nicht machen will als zu entscheiden was ich machen will. Manchmal wache habe ich Ideen im Traum, jeder hat da so seine Methoden. Es ist wichtig mental dafür Raum zu schaffen, damit die Gedanken Platz haben. Gelerntes in Frage zu stellen oder konventionelle Reihenfolgen zu ignorieren – das sind Dinge die Kurzschlüsse in meinem Kopf erzeugen und somit die Saat für Neues sein können.

Was ist das Besondere an Prometheus und wie funktioniert Ihr Produkt?
Paul Ketz / Pfandring : Prometheus ist ein collagiertes erlebnispädagogisches Kunstobjekt dass aus gefundenen Teilen besteht und mit dem man mittels Muskelkraft und der Hitze von Feuer aus Kunststoffabfällen Actionfiguren herstellen kann.
Auch inhaltlich an den Titan der griechischen Mythologie angelehnt schafft der Benutzer Figuren „nach seinem Bilde“, Actionfiguren, die als Sinnbild dafür stehen, dass einjeder seine Umwelt proaktiv mitgestalten kann und niemand nur bloß als Konsument geboren ist. Wer glaubt die Welt nicht verändern zu können, der unterschätzt sich selbst.

Welches Material ist besonders gut geeignet und welche Materialien sind nicht zu empfehlen?
Paul Ketz / Pfandring : Der Verformungsprozess nennt sich Rotationsguss, da das Verfahren mit Hitze betrieben wird, kommen nur Thermoplaste in Frage (PP,PE). Das sind z. B. Deckel, Gießkannen, Becher, Nudelsiebe..

Sind weitere Projekte in Planung?
Paul Ketz / Pfandring : Mich hat es nach Istanbul gezogen, wo ich bis zum Jahresende an diversen Projekten arbeite. Unter anderem gestalte ich eine besondere Trinkglaskollektion, Möbel und Leuchtobjekte..
Auf meinem Blog wird es bald Bilder und mehr Informationen zu den Entstehungsgeschichten geben. (facebook.com/paulketzlookingatthings)

Haben Sie noch Tipps die Sie Jungunternehmern mit auf den Weg geben wollen?
Paul Ketz / Pfandring : Einen hilfreichen Tipp für Jungunternehmer habe ich nicht, dafür aber einen generellen Hinweis, der mir sehr geholfen hat, nachdem ich ihn verinnerlicht habe: Hört auf euren Bauch – das Bauchgefühl ist der verlässlichste Partner, den wir haben. Was sich gut anfühlt ist in der Regel auch das beste für uns! 🙂

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Paul Ketz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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