Immer den Fokus auf guten Service und Support legen

Personio HR-Betriebssystem zur Personalverwaltung und Bewerbermanagement für Unternehmen

Stellen Sie sich und Personio doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Hanno Renner. Ich bin Geschäftsführer und einer der Gründer von Personio. Zusammen mit meinen drei Mitgründern, die ich am Münchner Center for Digital Technology and Management (CDTM) kennengelernt habe, entwickeln und vertreiben wir seit 2015 eine ganzheitliche Software für Personalverwaltung und Bewerbermanagement für Unternehmen mit 10 bis 1000 Mitarbeiter. Als das HR-Betriebssystem entlastet Personio Personalverantwortliche in ihrer täglichen Arbeit, weil es administrative Aufgaben digitalisiert und damit sich wiederholende Tätigkeiten minimiert. Wir unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen dabei, in ihrer gesamten Personalarbeit von Recruiting bis Mitarbeiterentwicklung effizienter und professioneller zu werden.

Wie ist die Idee zu Personio entstanden?
Die Idee zu Personio wurde aus einem Problem heraus geboren. Einer der Gesellschafter musste bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Personalverwaltungsaufgaben übernehmen und hat schnell gemerkt, wie zeitraubend diese Prozesse sein können. Für ihn war klar, dass es eine flexible und ganzheitliche HR Management Lösung geben muss, die auch für kleine und mittlere Unternehmen anpassbar und erschwinglich ist. Das war die Initialzündung zur Entwicklung von Personio.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?
Ich war während meines Studiums mal bei einem Event von Stylight, einem inzwischen sehr etablierten Startup in München. Im Vergleich zu allen Praktika, die ich bis dahin gemacht hatte, hat mich das Unternehmensklima dort begeistert und man hat gemerkt wie stark sich die Leute mit ihrem Unternehmen identifizieren. Für mich war das der Auslöser, selbst ein Unternehmen mit ähnlicher Kultur zu gründen, bei dem die Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen und sich selbst verwirklichen können. Dass die Gründer von Stylight nach ihrem Exit an Prosieben bei uns investiert haben, hilft natürlich, da wir von ihren Learnings profitieren. MIt unserer Software möchten wir auch anderen Unternehmen dabei helfen, einen größeren Fokus auf ihre Mitarbeiter zu legen, weil sich die HR Abteilungen weniger mit administrativen Dingen beschäftigen müssen. Unsere core purpose lautet daher: Enabling Better Organizations.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir hatten das Glück, die ersten 1,5 Jahre komplett bootstrappen zu können und durch unsere frühen Kunden und jährliche Vorauszahlungen aus eigenen Umsätzen zu wachsen. Als wir dann gemerkt haben, dass wir Product-Market-Fit erreicht hatten und mit externem Kapital deutlich schneller wachsen könnten, haben wir im Sommer 2016 eine Seed-Runde eingesammelt. Ursprünglich war das als kleinere Angel-Runde geplant, aber durch die erzielten Fortschritte und die Dynamik im Prozess ist diese mit €2,1 Millionen am Ende deutlich größer ausgefallen.

Die größten Herausforderungen kamen dann mit dem Geld und den vielen Möglichkeiten. Das Recruiting qualifizierter Mitarbeiter ist selbst mit einer guten Software eine Herausforderung und auch die oben angesprochene Kultur in Zeiten schnellen Wachstums aufrechtzuerhalten, ist nicht einfach. Ich denke aber, dass das Probleme sind, die man als Startup nicht umgehen kann. Wir haben dabei bereits einiges gelernt und lernen jeden Tag weiter.

Wer ist die Zielgruppe von Personio?
Unsere Zielgruppe sind Unternehmen zwischen 10-1000 Mitarbeitern, die ihre HR Prozesse effizient digitalisieren wollen. Meist Startups und Unternehmen, die von Excel und anderen Lösungen auf ein ganzheitliches HR Management System umsteigen wollen. Viele nutzen mehrere kleinere Lösungen für einzelne Bereiche, wodurch oft der Überblick fehlt. Wenn in einem mittleren Unternehmen dann einer oder zwei oft generalistisch arbeitende HR Manager für alle Mitarbeiter verantwortlich sind, wünschen diese sich oft eine Lösung, die sie bei allen Prozessen in ihrem Alltag unterstützt.

Wie funktioniert Personio?
Personio ist ein cloud-basiertes System, das sowohl von HR Managern als Administratoren als auch Mitarbeitern als regulären Nutzern im Self-Service genutzt wird. Personio deckt alle administrativen Bereiche des HR Managements und Recruitings ab und enthält Funktionen wie beispielsweise eine digitale Personalakte, in welcher Mitarbeiter selbst Datenänderungen vornehmen können. Auch Fehlzeiten und Abwesenheitsmanagement ist hierbei inbegriffen. Da Personio cloud-basiert funktioniert, können alle Funktionen auch mobil in Anspruch genommen werden.
In unserem Geschäftsmodell zahlen Kunden im Rahmen eines Software-As-A-Service (SAAS) Vertrages einen monatlichen Fixpreis, der unseren Münchner Kundenservice beinhaltet. Der Gesamtpreis richtet sich nach dem genutzten Funktionsumfang und der Mitarbeiteranzahl des Unternehmens.

Vorteile bietet Personio gegenüber anderen HR-Softwares?
Ganz klar im Fokus der Vorteile steht die Ganzheitlichkeit von Personio, die wie eben beschrieben vor allem in Unternehmen mit einem kleinen Personalteam sehr wertgeschätzt wird. Viele andere ganzheitliche cloud-basierte HR Lösungen kamen bisher vom amerikanischen Markt. Hierbei gab es für Personaler oft Schwierigkeiten mit Urlaubsverwaltung und Datenschutz, da diese nicht der deutschen Gesetzgebung entsprechen. Wir als deutsches Unternehmen sind mit der Gesetzgebung vertraut und nehmen die vorgegebenen Datensschutzstandards sehr ernst. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass Personio individuell auf die Bedürfnisse eines Unternehmens anpassbar ist und blitzschnell einsetzbar, da wir als cloud-basierte Lösung keiner langen Installation bedürfen.

Hanno, wo geht der Weg mit Personio hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir möchten mit Personio der führende HR Software Anbieter in unserem Kundensegment in Europa werden. Dazu müssen wir uns natürlich nicht nur auf Kundenseite, sondern auch intern als Unternehmen stetig weiterentwickeln. In fünf Jahren möchte ich ein europaweit erfolgreiches und stabiles Unternehmen führen, um das tägliche Arbeitsleben von noch mehr Personalabteilungen zu verbessern und dabei weiterhin auch für unsere eigenen Mitarbeiter einen spannenden Arbeitsplatz bieten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Versucht eine Lösung zu einem Problem zu entwickeln, das eure zukünftigen Nutzer bereits kennen. Ich habe vor Personio an einem anderen Thema gearbeitet, bei dem ich immer zuerst das Problem erklären musste bevor ich die Lösung präsentieren konnte. Bei Personio ist es genau anders herum und das macht den Vertrieb der Lösung, besonders bei frühen Kunden, sehr viel einfacher.

2. Früh an Recruiting denken: Als Startup unterschätzt man schnell, wie lange der Hiring-Prozess dauern kann und dass neue Mitarbeiter auch erst eingelernt werden müssen. Die Teamkonstellation ist ein entscheidender Faktor in der Aufbauphase. Bei monatlichen Wachstumsraten von 10-20% kommt man schnell in Schwierigkeiten, wenn man keine klare Vorstellung des zukünftigen Teams hat und frühzeitig sucht. Es lohnt sich, früh einen erfahrenen Recruiter an Bord zu holen und in Human Resources zu investieren.

3. Immer den Fokus auf guten Service und Support legen: Natürlich ist kein Produkt perfekt und eben deswegen ist guter Service umso wichtiger. In der Anfangsphase hat jeder von uns hunderte Kunden-Mails beantwortet. Mittlerweile zählt unser Customer Success Department zu den größten und wichtigsten Teams. Schnelle Antwortzeiten und hohe Kundenzufriedenheit sind in einer stark vernetzten Zielgruppe die besten Marketingkanäle.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Hanno Renner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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