Montag, Mai 16, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Perfeggt pflanzenbasiertes Ei proteinreich und wohlschmeckend- anwendbar wie ein fertig aufgeschlagenes und verquirltes Ei

Stellen Sie sich und das Startup Perfeggt doch kurz unseren Lesern vor!

Tanja Bogumil (im Folgenden TB): Perfeggt ist ein Foodtech-Unternehmen aus Berlin, das ich 2021 gemeinsam mit Gary Lin, Co-Founder der EVIG Group und unserem Chief Product Officer Bernd Becker gegründet habe. Wir sind spezialisiert auf die Erforschung, Entwicklung und Herstellung von pflanzenbasiertem Ei und seinen vielfältigen Anwendungen. Unser Ziel ist es, das beliebte Lebensmittel Ei völlig neu zu denken, indem wir pflanzliche, proteinreiche und wohlschmeckende Produkte für eines der weltweit am häufigsten konsumierten, tierischen Proteine entwickeln. Dabei stehen guter Geschmack, Aroma und die richtige Textur im Vordergrund, denn wir wissen, dass genau diese Eigenschaften den Konsument:innen besonders wichtig sind. 

Ich selbst bin seit über zehn Jahren mit Herz und Seele Unternehmerin und fokussiere mich seit einigen Jahren auf AgriTech und die Food-Industrie. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

TB: Die Frage lautet eher, warum ich genau dieses Unternehmen gegründet habe, denn als Vollblutunternehmerin kommt es für mich kaum in Frage, etwas anderes zu machen. 

Mit Perfeggt verfolgen wir ein sehr konkretes Ziel: unsere Ernährung nachhaltiger zu gestalten. Dafür fangen wir mit dem Grundnahrungsmittel Ei an, wofür es bislang, im Gegensatz zu Milch und Fleisch, kaum Alternativen auf dem Markt gibt. 

Welche Vision steckt hinter Perfeggt?

TB: Wir bieten mit Perfeggt eine bessere Version vom Ei – ohne Huhn, dafür aus Pflanzenproteinen und mithilfe innovativer Technologien. Allein in Deutschland werden jährlich pro Kopf 239 Eier verbraucht. Ei ist hingegen die bisher am wenigsten entwickelte pflanzenbasierte Kategorie. Das wollen wir mit Perfeggt ändern und bringen ein pflanzliches Produkt aus nachhaltigen Rohstoffen auf den Markt, das wie Rührei oder Omelett zubereitet werden kann und einfach richtig gut schmeckt. 

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

TB: Die Frage, wie wir uns in Zukunft ernähren werden und welche Rolle Technologie dabei spielen soll, entspricht dem aktuellen Zeitgeist.  Aus Sicht der Konsument:innen war die Bereitschaft,  alternative Proteine zu konsumieren noch noch nie  so massenmarkt-tauglich wie heute. 

Das spiegelt sich auch auf dem Kapitalmarkt und in der Investitionsbereitschaft wieder. Mit unseren internationalen Agri- und FoodTech-Investoren – u.a. EVIG, Stray Dog Capital, Good Seed Ventures, E2DJD, Tet Ventures und Shio Capital –  sind wir bereits sehr gut aufgestellt. Zudem konnten wir die Industriegrößen Godo Röben, Frank Kühne, Fredrik Jung Abbou und Ludwig Cramer-Klett von der Idee, das Ei neu zu denken, begeistern.

Die Forschung und Entwicklung von Perfeggt war und ist für unser Team eine spannende Aufgabe. Hier kommt vor allem die Expertise und Erfahrung von Bernd Becker, der als Chief Product Officer maßgeblich für die Entwicklung von Perfeggt verantwortlich ist, zum Tragen. Um ein sicheres und schmackhaftes Lebensmittel zu entwickeln, ist die Innovationsphase intensiv. Denn es ist eine echte Herausforderung, ein so komplexes, multifunktionales Lebensmittel wie das Ei zu imitieren. Bei der Entwicklung müssen wir die verschiedenen Komponenten beachten – etwa die richtige Textur und Festigkeit, gute Farbe und Geschmack – damit unser Produkt bei den Konsument:innen ankommt und Anwendung findet. 

Wer ist die Zielgruppe von Perfeggt?

TB: Noch nie zuvor waren alternative Proteine so beliebt wie heute. Das Bedürfnis, pflanzliche Alternativprodukte in den Speiseplan zu integrieren, ist extrem hoch – egal ob bei Flexitarier:innen, Veganer:innen oder Vegetarier:innen. Und genau darauf fokussieren wir uns: Wir wollen, dass Perfeggt in Zukunft ganz selbstverständlich in jedem Kühlschrank zwischen der Hafermilch und der Apfelschorle zu finden ist. Denn letztendlich kommt es darauf an, dass nachhaltiges Essen einfach gut schmeckt.

Tanja Bogumil

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

TB: Bisher gibt es hierzulande kein geschmacklich vergleichbares Ei aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen. Im Gegensatz zu pulverisierten Ei-Alternativen ist Perfeggt zudem anwendbar wie ein fertig aufgeschlagenes und verquirltes Ei. Was uns von den wenigen anderen Akteuren und deren Produkten außerdem unterscheidet ist die Tatsache, dass wir zu 100 Prozent europäisch sind und den Geschmack, die Vorlieben und Ansprüche der europäischen Verbraucher:innen verstehen und bedienen können. Mit Bernd Becker haben wir nicht nur den Pionier in der Entwicklung von pflanzenbasierten Lebensmitteln im Team. Er versteht wie kaum ein anderer menschliche Geschmackssinne und -sensorik.

Perfeggt, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

TB: Ei ist wie Milch ein Grundnahrungsmittel, das mehrmals in der Woche konsumiert wird. Wir erwarten im Bereich der Ei-Alternativen eine ähnliche Entwicklung wie bei den Milchalternativen und ein beschleunigtes Wachstum. 

Kurzfristig liegt unser Fokus auf der Markteinführung von Perfeggt in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zudem planen wir weitere Darreichungsformen für 2022 und in den Folgejahren, um den Ei-Appetit der Verbraucher:innen zu sättigen. Darüber hinaus werden wir zügig in weitere europäische Länder expandieren. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

TB: It’s all about the people: Stellt euch ein Team der Besten zusammen! Sucht euch Partner:innen, Kolleg:innen, Mitarbeiter:innen, die für das gleiche Ziel brennen wie ihr und dabei ganz unterschiedliche Expertisen mitbringen: Menschen, die andere Dinge wissen und können als ihr, die eure Fähigkeiten ergänzen. So gestaltet ihr ein Unternehmen aus einem Team, das konstruktiv Hand in Hand arbeitet.

Lasst euch nicht von bestehenden Strukturen bremsen. Ihr tretet an, um etwas zu verändern und Dinge zu verbessern. Es ist nur natürlich, dass sich dadurch auch die umgebenden Strukturen früher oder später verändern müssen. Das ist zu Beginn mühselig und kostet Kraft, aber wenn ihr mit eurer Idee einen Mehrwert für die Welt bietet und Kunden begeistert, dann wird sich alle Mühe lohnen!

Wagt Neues und steht hinter eurer Vision, aber seid dabei so mutig, die Erfahrungen und das Wissen von Expert:innen in bereits bestehenden Märkten mit einzubeziehen und für euch zu nutzen. Macht euch mit euren Branchen, ihren Expertenfeldern und ihrer Historie vertraut, um sie mit Expertise und Selbstvertrauen in die Zukunft zu führen. 

Bilder: © Perfeggt/Patrycia Lukaszewicz

Wir bedanken uns bei Tanja Bogumil für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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