Findet die richtigen Leute

Perdoo hat es sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsplätze von morgen zu schaffen

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Perdoo doch kurz  unseren Lesern vor!
Perdoo hat es sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsplätze von morgen zu schaffen. Bisher arbeiten Mitarbeiter häufig isoliert vor sich hin, ohne das große Ganze zu erkennen. Das ist dann manchmal fast so, als würden das Management, die verschiedenen Abteilungen und Mitarbeiter nicht dieselbe Sprache sprachen. Wir sind wie ein Universalübersetzer: Jeder im Unternehmen versteht, wo der Weg hingehen soll und welchen Beitrag er und seine Kollegen dazu leisten.
Mit unserer Software für Objectives and Key Results (OKR) können Unternehmen ihre Ziele verwalten, tracken und miteinander verknüpfen. Perdoo unterstützt Organisationen aller Größen und Branchen dabei, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren und Transparenz, Mitarbeitermotivation sowie Produktivität zu steigern.

Wie ist die Idee zu Perdoo entstanden und wie haben sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Während meiner Arbeit als selbstständiger Management Consultant in den Niederlanden beobachtete ich immer wieder ein grundlegendes Problem: Viele Organisationen leiden unter fehlender Transparenz und Mitarbeitermotivation. Ihre Mitarbeiter ziehen einfach nicht an einem Strang. Damit bleiben sie in puncto Produktivität weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Als ich meinen späteren Co-Founder von Perdoo, Jonathan Morrice, auf einem Startup-Event kennenlernte, stellte sich heraus, dass er bereits an einer ähnlichen Idee arbeitete. Gemeinsam kamen wir zum Schluss, mit einer solchen Software auf ein enormes Marktpotenzial zu stoßen. Im Jahr 2014 gründeten wir schließlich Perdoo.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die bisher größte Herausforderung war es definitiv, die richtigen Menschen ins Boot zu holen: die richtigen Investoren gewinnen, das richtige Team zusammenstellen. Diese Dinge sind unfassbar schwierig, aber ebenso aufregend. Wir mussten alles „from scratch“ lernen, da wir beide zum ersten Mal gegründet haben.
Neben kleinen Seed und Business Angel Investments finanzieren wir uns aus dem eigenen Cashflow und legen ein konstantes organisches Wachstum hin. Das macht uns sehr stolz und ermöglicht uns im „Driver’s Seat“ zu sitzen und Entscheidungen über die strategische Ausrichtung von Perdoo selbständig zu fällen.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Ziemlich gut. Im Jahr 2015 lag die Wachstumsrate des monatlich wiederkehrenden Umsatzes bei durchschnittlich 42 Prozent. Das haben wir mit nicht einmal einer Handvoll Menschen geschafft. 2016 haben wir dann alles auf ein nächstes Level gebracht. Wir haben alle Schlüsselpositionen mit talentierten Mitarbeitern besetzt. Damit bereiten wir uns auf ein massives angestrebtes Wachstum in 2017 vor. Das Kunden-Feedback und Reviews im Internet fallen auch sehr positiv aus. Kürzlich haben wir den Net Promoter Score (NPS) eingeführt und verzeichnen auch dort sehr gute Werte.

Wer ist die Zielgruppe von Perdoo?
Besonders beliebt ist Perdoo bei Tech Companies, Startups und anderen schnell wachsenden Unternehmen. Das liegt sicherlich an Vorreitern wie Intel, LinkedIn oder Google, die mit Unterstützung von OKR bahnbrechende Erfolge erzielen konnten. Wir betreuen aber auch immer mehr etablierte Konzerne oder mittelständische Unternehmen, die vom Konzept begeistert sind und OKR flächendeckend eingeführt haben. Unter Kundenstamm umfasst inzwischen über 250 Unternehmen aller Branchen und Größen – von gerade mal sieben bis hin zu 70.000 Mitarbeitern.

Wie funktioniert Perdoo?
Perdoo basiert auf einem einfachen Prinzip und setzt auch bei der Darstellung auf Simplizität, Benutzerfreundlichkeit und ein ansprechendes Design. Unternehmen legen fest, welche Ziele (Objectives) sie in einem bestimmten Zeitraum, z.B. innerhalb eines Quartals, erreichen wollen. Key Results sind wiederum messbare Erfolgskriterien, die Aufschluss darüber geben, ob das jeweilige Ziel erreicht wurde oder nicht. Sowohl Unternehmen als auch Teams und Individuen definieren ihre OKR s und aktualisieren den Fortschritt manuell oder über die Integration mit Drittanbieter-Software. Mitarbeiter können bei Perdoo jederzeit sehen, an welchen Zielen ihre Kollegen arbeiten und welche Fortschritte sie dabei machen. Indem jedes Ziel einem übergeordneten Ziel zugeordnet wird, ist sichergestellt, dass niemand im Unternehmen sinnlosen Aufgaben nachgeht, sondern wirklich einen wertvollen Beitrag leistet.

Warum sollte man Perdoo nutzen?
Mangelnde Mitarbeitermotivation und daraus resultierende Produktivitätseinbußen kosten Unternehmen jährlich mehrere Milliarden Euro. Perdoo unterstützt Organisationen dabei, eine klare Route festzulegen und jeden Mitarbeiter aktiv in den Prozess der Zielerreichung einzubinden. Mitarbeiter, die eine Stimme haben und das große Ganze erkennen, tragen nicht nur zu einem großartigen Betriebsklima, sondern auch zum generellen Unternehmenserfolg bei.

Perdoo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unser Ziel ist es, das beste und weltweit führende OKR -Tool zu werden. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin ist es, im amerikanischen Markt Fuß zu fassen und weltweit zufriedene Kunden zu gewinnen. Wir wollen Hunderttausenden von Mitarbeitern einen echten Mehrwert in ihrer täglichen Arbeit bieten und sie näher an ihre Ziele bringen. Für uns zählt aber auch, selber einen großartigen Arbeitsplatz für immer mehr Kollegen zu bieten, der sie inspiriert und voranbringt.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Erstens: Findet die richtigen Leute. Dabei geht es sowohl um Investoren als auch um Mitarbeiter. Investoren sollten eure Vorstellungen davon teilen, wie ein Unternehmen aufgebaut werden sollte. Gerade in der Early-Stage-Phase ist es zudem wichtig, euren Weg mit begeisterten Mitarbeitern zu beschreiten.
Zweitens: Setzt auf Bootstrapping und steuert geradewegs auf Profitabilität zu. Fokussiert euch dabei immer aufs Wesentliche. Sorgt dafür, dass eure Kunden von Anfang an zahlen, denn wenn sie es jetzt nicht tun, werden sie es auch in Zukunft nicht. Sichert außerdem immer ab, dass ihr aus eigenen Kräften agieren könnt, sobald euer Funding aufgebraucht ist.
Drittens: Investiert in eure Teamkultur und vertraut euren Mitarbeitern. Viele Gründer neigen beim Pflegen ihres „Babys“ ins Micro-Managing. Jede Entscheidung an sich zu reißen, ist jedoch genau der falsche Ansatz. Stattdessen solltet ihr Mitarbeiter am Aufbau eures Startups teilhaben lassen. Seid immer transparent und erschafft eine motivierende Unternehmenskultur. Gebt Mitarbeitern die Freiheit, zu scheitern. Wenn zwei unterschiedliche Meinungen – und damit Egos – aufeinandertreffen, lasst Daten entscheiden.

Über Henrik-Jan van der Pol
Henrik-Jan van der Pol ist Co-Founder und CEO von Perdoo. Nach seinem Studium mit dem Schwerpunkt Corporate Law absolvierte ein Management Traineeship bei Pon Holdings BV. Anschließend leitete er als Management-Berater Projekte für Change & Implementation in Organisationen wie Heineken. 2014 gründete er gemeinsam mit Jonathan Morrice Perdoo.

Wir bedanken uns bei Henrik-Jan van der Pol für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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