Wettbewerber genau beobachten und die eigenen Stärken kennen

Mit Payhawk können Unternehmen und Agenturen einfach, digital und in Echtzeit ihre Spesen und Kosten managen

Stellen Sie sich und das Startup Payhawk doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Thomas Westerhoven und als Country Manager des bulgarischen FinTech-Start-ups Payhawk für das neu eröffnete Berlin-Office und den Marktaufbau und -ausbau in Deutschland verantwortlich.

Mit Payhawk können Unternehmen und Agenturen einfach, digital und in Echtzeit ihre Spesen und Kosten managen. Wir wollen die Benefits der Digitalisierung und des digitalen Kostenmanagements in die Buchhaltung bringen – effizient, papierlos und GoBD-konform. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Payhawk wurde 2018 gemeinsam von dem Produktmanager Hristo Borisov und dem Entwickler Boyko Karadzhov gegründet. Die beiden verband eine enorme Frustration, immer wieder mussten sie bei ihren vorherigen Arbeitgebern privat Gelder für Ausgaben auf Dienstreisen vorstrecken. Die Rückerstattung – stets bürokratisch und zeitaufwendig. Gemeinsam entwickelte das Gründer-Duo eine Vision: Geschäftsausgaben im Unternehmen effizient, papierlos und gesetzeskonform zu verwalten, ohne dass ein Wechsel der bisherigen Bank notwendig ist.

Welche Vision steckt hinter Payhawk?

Als Softwareunternehmen will Payhawk traditionelles Banking mit effizientem Spesen- und Kosten-Management verbinden. Damit wollen wir zur größten Bank in Europa werden, ohne selbst in den Besitz der Kundenbudgets zu kommen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Zunächst mussten wir das Produkt validieren und an die rechtlichen Anforderungen anpassen. Bei der Finanzbuchhaltung sind natürlich viele Regulierungen zu beachten, die sich von Land zu Land teilweise erheblich unterscheiden. Dank der neuen EU-Richtlinie dürfen unsere Kunden europaweit ihre Belege ab jetzt nur noch in digitalisierter Form aufbewahren – das ist ein großer Schritt für uns. Wir sind stolz darauf, dass wir ein Produkt geschaffen haben, das unseren Kunden in ganz Europa dadurch einen echten Mehrwert bietet. 

Kurz nach der Gründung von Payhawk verfügten wir über ein Startkapital von 500.000 Euro. Mit der kürzlich abgeschlossenen Seed-Finanzierung von drei Millionen Euro setzen wir nun auf Wachstum und legen den Fokus auf den deutschen Markt.

Wer ist die Zielgruppe von Payhawk?

Payhawk ist eine branchenübergreifende Lösung, von der besonders die Unternehmen profitieren, deren Angestellte viele Geschäftsausgaben tätigen. Dazu zählen in erster Linie Mitarbeiter, die viel reisen oder Remote arbeiten, aber auch Projektmanager, Anzeigen- oder Office Manager. Bisher wird Payhawk vor allem von Start-ups und mittelständischen Unternehmen genutzt, wobei die Anwendung aber grundsätzlich unabhängig von der Unternehmensgröße ist. Im Gegenteil sogar, umso größer das Unternehmen, desto komplexer ist das Ausgabenmanagement. Gerade hier braucht es eine einfache, übersichtliche und digitale Lösung.

Wie funktioniert Payhawk? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Mit Payhawk schaffen wir eine Kostenmanagement-Lösung der nächsten Generation. Dabei wird das virtuelle Payhawk-Konto von unseren Kunden mit der jeweiligen Geschäftsbank verbunden. Unternehmen erlangen also ganz ohne einen Wechsel der Bank die direkte Kontrolle über Firmenkarten und die finanziellen Ausgaben der  Mitarbeiter in Echtzeit. Zusätzlich steht bei Payhawk stets das bestmögliche Nutzererlebnis im Fokus. Wir verwenden zum Beispiel eine KI-gestützte Optical Character Recognition Software (OCR), mit der Daten aus Belegen extrahiert und digitalisiert werden. Ein manueller Buchungsabgleich ist also nicht mehr nötig, die Buchführung wird dank Payhawk automatisiert.

Payhawk, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir der Marktführer für digitales Ausgabenmanagement und Firmen-Kreditkarten in Europa sein. Auf dem Weg dahin konzentrieren wir uns zunächst voll auf den deutschen Markt. Die große Zahl an klein- und mittelständischen Unternehmen, die ihr Ausgabenmanagement noch nicht digitalisiert haben, bietet uns hier ein großes Wachstumspotenzial. Wir helfen dem modernen deutschen CFO bei der digitalen Transformation.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens sollte das eigene Produkt zunächst ausführlichst getestet und in Zusammenarbeit mit Kunden validiert werden – sonst läuft man Gefahr, an den Bedürfnissen der Zielgruppe vorbeizuentwickeln. Zweitens sollte bei der Auswahl von passenden Investoren auf deren Fachkompetenz geachtet werden, schließlich profitieren Start-ups nicht nur von ihrem Kapital, sondern auch von Branchenkenntnis und Know-how. Drittens ist es sowohl für die interne Motivation als auch die Positionierung im Markt unerlässlich, die Wettbewerber genau zu beobachten und die eigenen Stärken zu kennen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Thomas Westerhoven für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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