Denke vom Kunden her

Pattarina: Schnittmuster nie wieder drucken, kleben, abpausen

Stellen Sie sich und das Startup Pattarina doch kurz vor!

5 Millionen Menschen in Deutschland nähen gern als Hobby und zur Entspannung. Und 80% dieser Hobbynäher sind genervt von der Schnittmustervorbereitung. Schnittmuster sind quasi Blaupausen – Formen, die einem sagen, wie man den Stoff ausschneiden muss. Und diese Schnittmuster muss man entweder abpausen, oder man muss viele PDF-Seiten ausdrucken und zu einem großen Teppich zusammenkleben, um daraus die einzelnen Teile auszuschneiden. Ein Haufen Arbeit jedenfalls, und die macht kaum jemandem Spaß.

Mit Pattarina kommen die Schnittmuster per Augmented Reality auf den Stoff. Unsere App zeigt die Schnittteile auf dem Bildschirm an, in der korrekten Relation zum Stoff. Der Nutzer schaut durch das Handy auf den Stoff, und malt die virtuellen Schnittteile direkt  auf den Stoff. So wird viel Zeit in der Vorbereitung gespart, aber auch Papier und Nerven. 

Wie ist die Idee zu Pattarina entstanden?

Ich habe von meiner Mutter schon nähen gelernt, und dann nach der Geburt meiner eigenen Kinder wieder damit angefangen – wie so viele Frauen. Und schon immer war ich von der Vorbereitung der Schnittmuster genervt. Eines Nachts, nach einer Silvesterparty, ist mir eingefallen, dass man Schnittmuster doch mit Licht auf dem Stoff anzeigen könnte – so eine Art Schnittmusterbeamer. Ein halbes Jahr bin ich mit dieser Idee durch die Welt gelaufen. Dann habe ich meinen späteren Mitgründer Markus Uhlig und unseren Mentor Prof. Lewerentz von der BTU Cottbus kennengelernt. Zusammen haben wir uns entschieden, es mal mit Augmented Reality auszuprobieren. Und es hat geklappt!

Welche Vision steckt hinter Pattarina?

Unsere Vision ist, eine schnelle und präzise Musterübertragung mit dem Handy in allen Lebenslagen zu ermöglichen. Augmented Reality ist heute noch sehr auf Entertainment oder Information beschränkt. Unser Ziel ist es, die Informationen aus der Augmented Reality in die reale Welt zurückzuführen. Im ersten Schritt eben, indem man ein Schnittmuster direkt auf den Stoff zeichnet. Im Bereich Bauen, Heimwerken, Dekorieren ergeben sich aber noch sehr viele weitere Anwendungsfälle.

Wer ist die Zielgruppe von Pattarina?

Im Moment sind das Menschen, die gern für ihre Kinder oder sich selbst nähen und einfach keine Lust mehr auf Schnittmustervorbereitung haben.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Wir wurden im Februar von Sony, der Produktionsfirma, angesprochen. Bis dahin waren wir zwar Fans der Sendung, hätten aber überhaupt nicht daran geglaubt, dass Pattarina es dort hin schaffen kann. Nach dem Anruf haben wir ein Bewerbungsvideo eingesendet – immer noch ohne uns große Chancen auszurechnen. Über die Zusage waren wir dann umso glücklicher.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Natürlich trainiert man vor so einer Sendung den Pitch besonders gründlich, damit vor den Löwen und den Kameras auch alles gut rüberkommt. Aber abgesehen davon war unsere Hauptvorbereitung eher, dass wir schon bei ganz vielen Pitches waren und deshalb viele aufkommende Fragen sehr gut kennen.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Bei der Höhle der Löwen dabei zu sein war für uns etwas ganz Besonderes! Wir hätten nie gedacht, es mit Schnittmustern mal in die Prime Time im Fernsehen zu schaffen. Schon vor der Sendung haben wir ganz viele Nachrichten und Glückwünsche bekommen – auch die Community findet also, dass diese Aufmerksamkeit genau richtig kommt. Darüber freuen wir uns, und es bestärkt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf Pattarina aufmerksam werden?

Je mehr Menschen Pattarina nutzen und uns Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten geben, desto besser. Insofern war das für uns ein extrem wichtiger Schritt.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Uns haben Frank, Judith oder Dagmar vorgeschwebt.

Pattarina, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren hat sich die Schnittmusterübertragung mit Pattarina bei Hobbynähern in aller Welt als super Alternative zum Abpausen oder Ausdrucken etabliert. Und wir haben weitere Anwendungsfälle umgesetzt, z.B. Holzbearbeitung, Dekorationen, Übertragen von Bohrschablonen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Trau dich einfach. Mach es – sonst weißt du nie, wie es geworden wäre.

Denke vom Kunden her. Schau nicht auf andere Anbieter, sondern darauf, was deine potentiellen Kunden wollen könnten.

Das Leben als Gründer ist von vielen Unsicherheiten begleitet, damit muss man irgendwie klarkommen. Irgendwann muss man sich einfach sagen, dass es schon alles klappen wird, und aufhören, sich zu große Sorgen zu machen.

Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Nora Baum für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Schreibe einen Kommentar

X
X