Partner einbinden, die ihrerseits die nötige Expertise mitbringen

Paladino Insurtech digitalisiert und automatisiert die Versicherungsbranche

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir wollten unser fundiertes Wissen über Versicherungen und unsere technologischen Fähigkeiten nutzen, ein Unternehmen zu gründen, das beim digitalen Wandel im Versicherungsmarkt einen echten Unterschied macht. Bis heute benötigen Versicherer oft zwei oder drei Jahre, um eine neue Versicherungslösung zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen. Das ist eindeutig zu lange und nicht mehr zeitgemäß. Deshalb digitalisieren und automatisieren – also verkürzen und vereinfachen – wir die Prozesse. Dass dies nicht nur schöne Theorie, sondern Praxis ist, zeigt die schweizerische PostFinance, die schon jetzt Versicherungslösungen, die auf unserer Technologie basieren, anbietet.

Welche Vision steckt hinter Paladino Insurtech?

Jeder Markteilnehmer mit genügend großem Zugang zu potenziellen Kunden, egal aus welcher Branche, kann mit uns Versicherungen vertreiben, selbst ohne Branchenwissen. Wir sind in der Lage, alle Arten von Versicherungen, ob KFZ, Hausrat, Reiseversicherung, Gebäudeversicherung oder auch Lebensversicherungen, digital abzubilden und alle Komponenten bereitzustellen, die für ihren Vertrieb nötig sind. Unsere Plattform ist praxiserprobt, ready-to-use und kann in kürzester Zeit implementiert werden. Zum Vergleich: Die meisten Start-ups im Versicherungsbereich beschränken sich darauf, als Vermittler zu agieren, eine schöne App zu bauen, um Neugeschäft an Versicherungen zu vermitteln. Oder sie geben sich als moderne Versicherungsmakler. Das Versicherungsgeschäft wird dadurch wenig revolutioniert, aber genau das ist es, was wir anstreben, und denken Versicherung deshalb komplett neu.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Da wir uns unsere Kreativität und Agilität erhalten wollen, mussten wir der Versuchung widerstehen, uns von strategischen Investoren, wie etwa etablierte Versicherungen, finanzieren zu lassen. Stattdessen konnten wir Finanzinvestoren überzeugen, sich an unserer Seed-Finanzierung zu beteiligen. 

Wer ist die Zielgruppe von Paladino Insurtech? 

Im Grunde jedes Unternehmen, das seine Ertragsströme vergrößern möchte und bereits über eine entsprechende Anzahl an Kunden in seinem jeweiligen Segment verfügt. Das wären beispielsweise Banken und Finanzdienstleister, Verkehrs- und Reiseunternehmen, große Einzelhandelsunternehmen, Autovermieter, etc. Aber auch etablierte Versicherungen und Start-ups, die neue Versicherungsprodukte und -lösungen schneller auf den Markt bringen möchten oder diese zunächst im Markt testen wollen, bevor sie sie in ihre bestehenden Systeme integrieren.

Wie funktioniert Paladino Insurtech? Wo liegen die Vorteile?

Wir können mit unserer modularen Software-as-a-Service-Plattform sämtliche Prozesse vollständig digital und end-to-end abbilden, von Kundenakquisition über Policen-Berechnung und Administration bis hin zur Schadensabwicklung. Wir greifen dabei auf einen einzigen Datenpool zu, was maximale Datenintegrität und hohe Geschwindigkeit garantiert. Unsere Plattform ist skalierbar, in kürzester Zeit implementierbar, einfach anwendbar und vollständig individualisierbar. Sie eignet sich zudem auch für komplexe Versicherungen und hat Underwriting-Fähigkeit. Nicht zuletzt reduziert sie Kosten- und Personalaufwand erheblich.

Paladino Insurtech, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Die Zielkunden, die wir im Blick haben, stellen alleine in Europa einen riesigen Markt dar. Durch die Standardisierung unserer Plattform können wir bereits heute zwei bis drei Großprojekte pro Jahr abwickeln. In fünf Jahren wollen wir in der DACH-Region der führende Anbieter von Versicherungstechnologie sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Zuallererst: Alle, die vorhaben, ein Unternehmen zu gründen, sollten sich vorab so viel Wissen wie möglich aus verschiedenen Disziplinen (Business Engineering, Finanzierung, Vertrieb und Marketing) aneignen und Partner einbinden, die ihrerseits die nötige Expertise mitbringen.

Zweitens: Anfangs ist es unserer Ansicht nach wichtig, möglichst viele Investoren aus dem eigenen Umfeld (Friends and Family) zu gewinnen. Bei Erfolg kommen die institutionellen Investoren von alleine.

Und drittens, wobei sich das eigentlich von selbst versteht: Wer startet und sich Kunden und Umsatz erst erarbeiten muss, tut gut daran, die Kosten so niedrig wie möglich halten.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christoph Lieber und Roman Hofmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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