Rückschläge positiv nutzen um noch stärker wiederaufzustehen!

Das Allgäuer Start-Up out for space entwickelt sich rasant zu einem begehrten Geschäftspartner für die Industrie.

Mit ihrem innovativen, nachhaltigen Werkstoff karuun®, einer Weiterentwicklung des Rattans, haben sie eine Alternative zu Plastik erfunden: „Mit unserem Material ersetzen wir nicht nur Plastik durch einen nachwachsenden Rohstoff und tragen gleichzeitig zum Erhalt und zur Wiederaufforstung unserer Regenwälder bei, sondern kreieren einen leichten, maximal verformbaren und individualisierbaren Hightech-Werkstoff“, sagt Felix Wurster, Gesellschafter | CFO, Director Sales and Marketing von out for space.

Im Moment ist es insbesondere für die Automobilbranche ein begehrtes Material. „Wir sind inzwischen mit fast allen deutschen Playern der Automobilbranche und auch namhaften internationalen Erstausrüstern, sogenannten OEMs, in Gesprächen“, so Felix Wurster. Durch den Erhalt und die Aufforstung des Regenwaldes, ein Herzenzprojekt der Gründer, trägt out for space zudem dazu bei, CO2 zu binden. Alles starke Argumente und eine gute Story für die Automobilbranche.

Erste Showcars mit Interieur und Exterieur aus karuun® wurden bereits vorgestellt.

Nun starten Serienprojekte mit führenden Automobilbauern und OEMs. Weitere Projekte gibt es im Innenausbau und mit der Caravan- Industrie, sowie Konsumgüterhersteller, die den leichten, nachwachsenden Werkstoff im Rahmen einer nachhaltigen Produktentwicklung einsetzen wollen.

Stellen Sie sich und das Start-Up out for space kurz unseren Lesern vor!

out for space ist ein interdisziplinäres Team, das durch die Verbindung von Forschung und Gestaltung einen neuen Weg in der Entwicklung nachhaltiger Produkte geht. Inspiriert von der Natur, traditionellem Handwerk und neuen Technologien, setzt out for space höchste Standards in der Herstellung nachhaltiger Materialien und innovativer Produkte. Mit karuun® haben wir ein innovatives Material auf Basis der Rattanpalme entwickelt, welches unendlich viele Anwendungen hat und schon heute in vielen Industrien eine Alternative zu herkömmlichen, natürlichen Materialien und Kunststoffen bietet. karuun® kommt aus dem indomalayischen und bedeutet so viel wie versteckter Schatz.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Die Erteilung des ersten Patents – die Veredelung der Rattanpalme durch den ganzen Quer- schnitt – hat uns Mut und Sicherheit gegeben und war für uns der Beweis, dass es sich lohnt dieses Produkt in einer Organisation weiterzuentwickeln und auf den Markt zu bringen. Die Idee hat mich persönlich einfach gefesselt und von Anfang an überzeugt. karuun® hat seine Daseinsberechtigung und bereichert die Produkt – und Materialwelt. Mit einem derart innovativen und zugleich nachhaltigem Produkt kann ich mich identifizieren und es war für mich somit „einfacher“ den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Mit einer erfolgreichen Selbstständigkeit verbinde ich ein Gefühl von Freiheit und die Chance Großes zu bewegen. Als wir 2017 den Allgäuer Gründerpreis gewannen, war das eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Welche Vision steckt hinter out for space?

Wir wollen die Produkt- und Materialwelt revolutionieren. Angetrieben von dieser Vision entstehen bei uns einzigartige Konzepte, die von den Regenwäldern Asiens bis ins Allgäu, dem regionalen Ursprung der out for space GmbH, reichen. Wir haben den innovativen Naturwerkstoff karuun® entwickelt, eine funktionelle Erweiterung des Rattans. Damit sind wir unserem Ziel, die Materialwelt zu revolutionieren, in vielen Bereichen Plastik zu ersetzen und die Wiederaufforstung unserer Regenwälder voranzutreiben, einen großen Schritt nähergekommen. Wir möchten zeigen, dass man selbst aus dem Allgäu die Welt verbessern kann.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Natürlich ist die Finanzierung immer eine der großen Herausforderungen, die ohne unsere Fördergelder von Bund und Land sehr schwer geworden wäre. Am Anfang gibt es eine Idee/Vision aber noch viele Fragezeichen und der Wert einer Firma muss erst noch generiert werden. Heutzutage bekommt man in dieser Phase ohne die nötigen Sicherheiten keine Firmenkredite bei der Bank und um bei Investoren eine ordentliche Bewertung zu erzielen, muss der Unternehmenswert und die Potenziale durch verschiedene Parameter wie geplante Umsätze, Team, Patente, Marke uvm. abgebildet werden können. Ohne diese Werte ist es sehr schwer, sodass wir uns zuerst mit eigenen Privatkrediten finanziert haben. 2018 haben wir nun unsere erste Beteiligungsfinanzierung abgeschlossen und konnten „intelligentes Geld“ einsammeln.

Intelligent, weil wir neben dem Kapital auf ein breites und strategisches Netzwerk zugreifen können, dass uns die Türen zur Industrie öffnet. Starke Unterstützung erhielten wir insbesondere auch von der Gründerregion Allgäu und Allgäu Digital. Hier werden Unternehmensgründer und Start-Ups unterstützt, begleitet und in die Zukunft geführt. Der Gewinn des Allgäuer Gründerpreises 2017 brachte uns in Kontakt mit potentiellen Investoren, Coaches und Unternehmen.

Wer ist die Zielgruppe von out for space?

Mit der karuun® Halbware sprechen wir die produzierenden Gewerbe an, die unser Material in ihre Produkte weiterverarbeiten. Heute kann karuun® in jedem Gebäude und Fahrzeug im Innenraum Anwendung finden. Neben Möbel werden aber auch Konsumgüter, wie Brillen, Uhren oder z.B. Gehäuse für elektronische Geräte entwickelt, um nur ein paar wenige Anwendungen aufzuzeigen. Weitere Entwicklungen in der Pipeline werden wieder neue Geschäftsfelder und Zielgruppen ansprechen. Es bleibt spannend.

Wie funktioniert karuun®? Wo liegen die Vorteile?

Rattan hat ein geniales Konzept für den Erhalt und die Wiederaufforstung unserer bedrohten Regenwälder. Es gedeiht nur in den Bedingungen eines intakten Regenwaldes und wächst in keinen Monokulturen. Darüber hinaus ist die Rattanpalme extrem schnellwachsend und die Ernte sehr umweltfreundlich. Mit unseren patentierten Technologien wird bei karuun® die natürliche Rattanpalme zu einem High Tech Werkstoff mit herausragenden Eigenschaften, wie Leichtigkeit, dreidimensionaler Verformbarkeit und einer Vielzahl an Möglichkeiten individuellen Designs. Die umweltfreundliche Antwort auf Plastik.

Wie ist das Feedback?

Das Feedback ist durchgehend sehr gut, da wir sehr viele verschiedene Ansätze für Problemlösungen anbieten können. Für einige Stakeholder sind insbesondere die vielen Designmöglichkeiten und die herausragenden technischen Eigenschaften der große Mehrwert. Anderen wiederum gefällt das nachhaltige Konzept und das Denken in Kreisläufen im Einklang mit der Natur.

Für Investoren ist das wirtschaftliche Potenzial, bald ein millionenschweres Unternehmen zu werden, Grund für Interesse und Begeisterung.
Was wir auch immer wieder merken: Leider gibt es heute noch verbreitet das Denken, dass Nachhaltigkeit teuer ist. Das stimmt nicht immer. Gerade dann, wenn man den Produktlebenszyklus bis zum Ende betrachtet. Meiner Meinung nach findet in der jüngeren Generation gerade verstärkt ein Umdenken statt und wenn wir diese Themen in Zukunft gesamtheitlicher angehen, werden sich nachhaltige Produkte wie karuun® auch in preisgetriebenen Märkten durchsetzen können.

out for space, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren werden wir karuun® in unterschiedlichsten Premiumprodukten wiederfinden. Die Moblitätsindustrie, vor allem die neue Ära alternativer Antriebe und autonomen Fahrens, wird sich mit karuun® Ausstattungen im Innenraum schmücken und die nachhaltige Geschichte er- zählen. In immer mehr öffentlichen Räumen, sowie auch in Privat- und Firmengebäuden wird man diesen Werkstoff in Szene setzen. Zudem wird karuun® auch in Lifestyle-Produkten Anwendung finden und mitunter für ein neues Zeitalter stehen: für den intelligenten, nachhaltigen und transparenten Umgang mit Materialien und Produkten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Zuerst einmal: Ein Gefühl dafür entwickeln, wer mir tatsächlich weiterhelfen kann und wer mich eigentlich nur aufhält – beständig und mit Leidenschaft das richtige Netzwerk aufbauen. Zweitens: Viele können es vermutlich nicht mehr hören, doch man braucht immer Geduld, weil fast alles meistens etwas länger dauert – das mussten wir auch lernen. Und zu guter Letzt: Rückschläge positiv nutzen um noch stärker wiederaufzustehen

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Felix Wurster für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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