openHandwerk: Digitalisierung im Handwerk

Martin Urbanek, Geschäftsführer der openHandwerk GmbH, im Gespräch mit Startupvalley über die Digitalisierung im Handwerk

Stellen Sie sich und das Startup openHandwerk doch kurz unseren Lesern vor!
openHandwerk ist eine prämierte „Software as a Service“-Lösung für Handwerksbetriebe zur Digitalisierung von Arbeitsprozessen im Handwerk von der Auftragsannahme über die Abwicklung bis hin zur Rechnungsstellung. Darüber hinaus beinhaltet die Software ein Angebots- und Rechnungswesen sowie ein Dokumentenmanagementsystem mit Mitarbeiterterminierung sowie Zeiterfassung, Tracking und Performancemessung. Wir wollen Handwerksbetrieben Wege in die Digitalisierung und Cloud aufzeigen. Vor allem im Bereich Auftragsverwaltung, Durchführung und Dokumentation möchten wir die Betriebe innovativ unterstützen.

Wie ist die Idee zu openHandwerk entstanden?
Die Idee ist aus einem Eigenbedarf entstanden. Wir haben einen Handwerkbetrieb, den ich 2009 gegründet habe, komplett digitalisiert. Begonnen hat alles mit einem cloudbasierten Dokumentenmanagementsystem, dass wir in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut haben bis andere Handwerksbetriebe und Wohnungsverwalter auf uns zukamen, die an einer Cloudlösung interessiert waren ohne teure Wartungsverträge von überall abrufbar.

Welche Vision steckt hinter openHandwerk
openHandwerk hat die Vision das Handwerk abzuholen und zu digitalisieren. Das Handwerk hat hier den größten Nachholbedarf. Für Betriebe ergeben sich Möglichkeiten durch digitale Prozesse Arbeitsabläufe zu optimieren und mehr Umsatz als auch höhere Gewinne zu generieren ohne dabei Mitarbeiter zu verbrennen. Durch openHandwerk gewinnen Unternehmer wieder mehr Zeit für das Wesentliche! Vision ist es eine einfach bedienbare Softwarelösung anzubieten, die entweder Prozesse aufzeigt oder in Betrieben bestehende Prozesse umsetzt oder ergänzt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
openHandwerk ist komplett selbstfinanziert. Die größte Herausforderung war bisher fokussiert zu arbeiten und nicht zu detailverliebt sich zu verlieren. Durch unseren gewerkeübergreifenden Ansatz und durch die vielen Funktionen ist openHandwerk eher als Cockpit zu sehen. Wenn unsere Kunden die Lösung verstehen und die Möglichkeiten sehen werden schnelle weitere Anwendungswünsche wach! Eine weitere Herausforderung war das Timing an den Markt zu gehen. Vor zwei Jahren wären wir deutlich zu früh gewesen für das Handwerk. Somit konnten wir genug Energie in die Fertigstellung und Weiterentwicklung stecken.

Wer ist die Zielgruppe von openHandwerk?
Die Zielgruppe sind ganz klar Handwerksbetriebe und Betriebe die Instandhaltungen machen oder einen Kundendienst haben. Wir bieten Lösungen vom Einzelhandwerker bis hin zur Unternehmensgruppe. Vermehrt bekommen wir aktuell Anfragen von produzierenden Unternehmen die dem Handwerk nahestehen, die eine Auftragsverwaltung benötigen oder eine Zeiterfassung bzw. eine standortübergreifende Cloudlösung benötigen. Darüber hinaus versuchen wir natürlich auch Hersteller und Lieferanten für unsere Lösung zu gewinnen sowie die Wohnwirtschaft einzubinden, um mehr in die PropTech-Ecke zu rücken.

Wie funktioniert openHandwerk?
openHandwerk funktioniert als Software as a Service im Lizenzmodell mit monatlichen Zahlungen. Unser Kunde wählst ein Paket, seine Mitarbeiterzahl und kannst starten. Bei Bedarf unterstützen wir bei der Erstinstallation. Aktuell arbeiten wir in Deutschland vereinzelt auch mit Systemhäusern und Beratern in der Betreuung, da unsere Softwarelösung auch förderfähig ist im Rahmen des Digitalbonus.

Es bestehen keine teuren Wartungsverträge, lange Laufzeiten oder hohe Erstinvestments für die Software. Es muss auch keine Hardware erworben werden. Die openHandwerk App gibt es kostenlos dazu.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit unsere Standardsoftware zu customizen, sprich den bereits bestehenden Prozessen anzupassen gegen einen Mehraufwand.

Welche Vorteile bietet openHandwerk? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
openHandwerk ist in der Regel den ganzen Tag im Einsatz und fungiert als Frontend- oder Cockpitsoftware. Mitarbeiter im Büro z.B. sehen, wenn Mitarbeiter zu spät zum Termin in der Instandhaltung kommen. Alle Daten und Dokumente werden in der Software erfasst. Man hat das papierlose Büro.

openHandwerk ist in der Cloud gestartet und ich denke, dass wir sehr schnell gelernt haben auch aus Handwerkersicht worauf es ankommt in der Umsetzung. Viele bereits am Markt gängige Lösungen sind nicht in der Cloud unterwegs und tun sich schwer dies umzusetzen. Selbst die Mehrfachnutzung an verschiedenen Standorten ist für viele schwer darstellbar. Weiter hat bisher eine Lösung mit dem Fokus auf Auftragsverarbeitung und Dokumentation am Markt gefehlt.

Anbieter, die in der Cloud im Bereich Handwerk unterwegs sind kommen meist aus einer anderen Ecke. Die meisten Umsetzungen sind aus einer App entstanden, die jetzt eine Plattform benötigen. Unser Ansatz war genau umgekehrt. Wir hatten erst alle Webfunktionen und haben dann die App als logische Erweiterung raus gebracht. Durch die Vielzahl der bereits bestehenden Funktionen fällt es uns leichter an der ein oder anderen Stelle Funktionen für unsere Kunden zu customizen.

openHandwerk, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Soweit müssen wir gar nicht gehen. Wenn ich sehe was an Innovationen im Bereich Industrie und Handwerk aktuell entstehen zeigt das das mögliche Potenzial deutlich auf.

Der Weg von openHandwerk geht mittelfristig ganz klar in den Bereich PropTech. Wir sind aktuell auf der Suche nach Hausverwaltungen für Pilotprojekte. Als Startschuss haben wir uns das vierte Quartal 2018 gesetzt. Weiter suchen wir den Kontakt zu Herstellern und zur Industrie,

Langfristig sehe ich openHandwerk als Bindeglied zwischen Auftraggebern und Handwerksbetrieben mit Anbindung in der Beschaffung. Unser Kunde bleibt auch in den nächsten Jahren ganz klar der Handwerksbetrieb, aber wir wollen die möglichen Partner, die Handwerksbetriebe mit sich bringen einbinden.

Der Markt beginnt sich gerade zu öffnen. Handwerksbetriebe suchen gerne Lösungen komplett aus einer Hand. Ich denke wir haben die nötige Produkttiefe und die nötigen Weichen gestellt hier den Bedarf zu decken, um einen erheblichen Teil des Marktes zu erreichen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Martin Urbanek für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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