Viel Ausdauer mitbringen

OPAL – Operational Analytics: Verbessert Prozesse und Entscheidungen im Lebensmitteleinzelhandel

Stellen Sie sich und das StartupOPAL – Operational Analytics doch kurz unseren Lesern vor!
Wir unterstützten Unternehmen bei der Steigerung ihrer Produktverfügbarkeit durch exakte Bedarfsprognosen. Hauptaugenmerk ist hierbei die optimale Erreichung eines gewünschten Service-Level-Grades, bei gleichzeitiger, bestmöglicher Ressourcenschonung. Nehmen Sie die Frischeproduktion im LEH. Beispielsweise im sogenannten Bake-Off Prozess, haben wir es mit sehr harten Restriktionen zu tun. Vorgebackene Teigrohlinge werden in Märkte angeliefert und für den Verkauf fertiggebacken. Hier muss der tägliche sowie der untertägige Bedarf so gut wie möglich prognostiziert werden, damit es nicht zu hohen Abschreibungen aus Verderb kommt, die Regale jedoch möglichst kontinuierlich voll mit frischen Backwaren sind.

Wie ist die Idee zu OPAL – Operational Analytics entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Mein Geschäftspartner Marc Huber und ich haben uns an der Uni Mannheim während eines Promotionsvorhabens kennengelernt. Gemeinsam haben wir uns auf die Auswertung transaktionaler Daten in Echtzeit spezialisiert und prototypisch den Anwendungsfall Bake-Off, in Kooperation mit einem der Lebensmitteleinzelhändler Deutschlands, erfolgreich umgesetzt. Daraus ist die Geschäftsidee entstanden die gut übertragbar ist für sehr viele Anwendungsfälle in der operativen Steuerung.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir haben zwei Finanzierungsrunden, eine mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim. Eine weitere mit einem strategischen Investor aus dem Bereich Maschinenbau und Automatisierung. Die größte Herausforderung sind für uns als StartUp die langen Vorlaufzeiten unserer Kunden aus dem Bereich LEH oder anderen Branchen. Aufgrund ihrer Größe sind sie einfach in einem anderen Rhythmus was ihre Entscheidungsprozesse angeht. Wir arbeiten auch beispielsweise mit mittelständischen Bäckereien, bei denen Entscheidungswege deutlich kürzer sind. Hier ist die Herausforderung für uns bei, die unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden möglichst generisch abzubilden.

Wer ist die Zielgruppe von OPAL – Operational Analytics?
Wie erwähnt im Prinzip alle Branchen, bei denen es um die Optimierung der Verfügbarkeit geht und gleichzeitig um Kostenreduktion zur Erreichung dieses Service-Levels. Dies kann die Just-in-time Produktion eines Automobilzulieferers, die Fleischproduktion im LEH oder der Bäckereifilialist von neben an sein.

Wie funktioniert OPAL – Operational Analytics?
Wir bringen aktuelle Daten aus den Kernprozessen, Beispielsweise Bondaten aus Kassen oder Backstationen, Verpackungsmaschinen im Markt in Echtzeit automatisiert mit relevanten exogenen Einflussgrößen wie Wetterdaten oder lokationsspezifischen Daten in den Kontext. Unsere Prognosemodelle berücksichtigen dabei die historische Entwicklung dieser Daten und die darin enthaltenen Muster, anhand mathematischer Verfahren und maschineller Lernalgorithmen.

Welche Vorteile bietet OPAL – Operational Analytics?
OPAL ist skalierbar auf nahezu alle Unternehmensgrößen. Durch den hohen Automatisierungsgrad, müssen sich unsere Kunden nicht um exogene, relevante Einflussgrößen kümmern, sondern erhalten direkt optimierte Prognosen undHandlungsempfehlungen zur Verbesserung ihrer operativen Prozesse. Die Ergebnisse sind nahtlos integrierbar in die vorhandenen Warenwirtschaftssysteme. Jeder Mitarbeiter erhält Anweisungen auf mobilen oder stationären Endgeräten. Wir setzen mit unserer Lösung direkt an den „Pain-Points“ der Unternehmen, der Vermeidung von Verlusten auf der einen Seite, der Umsatzsteigerung auf der anderen an. Der Einsatz unserer Software bringt unmittelbar und transparent einen deutlichen monetären Nutzen.

OPAL – Operational Analytics, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Momentan haben wir das Ziel eine Best-of-Breed Lösung für Bake-Off und Bäckereien zu schaffen. Wir sind hier auf einem sehr guten Weg da, wir sowohl Lösungen für Bäckereifilialisten unterschiedlicher Größe von 10 – 150 Filialen, als auch für die Bake-Off Abteilungen mehrerer großer LEH anbieten mit tausenden von Filialen. Dieses vertikale Wachstum, möchten wir fortsetzen und unsere Marktanteile hier sichern. Darüber hinaus planen wir horizontales Wachstum durch Ausweitung auf gesamtes Frischesortiment und weitere Branchen. Erste Erfahrung im Bereich Prognosen im vollen LEH Sortiment und der Chemiebranche sind sehr positiv verlaufen, so dass der gesamte Markt für Advanced Analytics für uns von großem Interesse ist. In fünf Jahren möchten wir unser Team von aktuell 7 Data Scientisten auf 100 Mitarbeiter ausweiten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Bei uns hat es sich als Vorteil erwiesen nicht zu sehr auf bestimmte Ideen von außen einzugehen, wie klassisch „jemanden aus dem Vertrieb“ an Bord zu holen. Wir fanden und finden es richtig uns als Gründer selbst um den Vertrieb zu kümmern. Auch wenn man sehr wie ein Techie für außenstehende wirkt, ist es ein erheblicher Teil der Übung selbst sein Produkt vermarkten zu lernen. Generell würde ich eher dem eigenen Urteil vertrauen. Sonst können wir nur bestätigen, dass ein Großteil an der Umsetzung der Idee hängt, weniger an der vermeintlich genialen Idee selbst – also viel Ausdauer mitbringen.

Bild: v.l.n.r. Alexander Gossmann, Marc Huber – das Gründerteam Fotograf/Bildquelle Daniel Lukac

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Alexander Gossmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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