Fokus, Fokus und Fokus

ONO Mobility-Dienstleister: E-Cargo-Bike

Stellen Sie sich und das Startup ONO doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Beres Seelbach. Seit jeher gilt meine große Leidenschaft menschenfreundlicher Mobilität und Urbanität. Gemeinsam mit dem ehemaligen VW-Chefdesigner Murat Günak und dem Elektroleichtfahrzeug-Experten Philipp Kahle habe ich 2017 das Start-Up Tretbox gegründet, aus dem in diesem Jahr ONO wurde. ONO entwickelt als Mobility-Dienstleister Lösungen für die letzte Meile. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines E-Cargo-Bikes, das technisch und optisch neue Maßstäbe setzt und im Zusammenspiel mit unseren dezentralen Logistikkonzepten eines der größten Probleme unserer Zeit lösen kann: Die Verstopfung der Städte durch Lieferfahrzeuge. Mehr als 10 Millionen Pakete werden alleine in Deutschland an jedem Zustelltag befördert! Mehr als 100.000 Lieferfahrzeuge – mehrheitlich Diesel – sind schuld an 80% aller Staus in deutschen Städten. Die ONO dagegen ist kaum breiter als ein Kinderanhänger und Paketzusteller und den Radweg zum Fahren und Parken nutzen.

Das Design stellt den Fahrer in den Mittelpunkt und garantiert Sicherheit sowie Allwetterschutz für Ware und Fahrer.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?
ONO ist bereits meine zweite Gründung (neben dem Carsharing-Dienstleister Lautlos.com). Es gibt mir einfach unglaublich viel, dieses Projekt aufzuziehen, von dem ich hundertprozentig überzeugt bin. Als Murat und ich uns im Rahmen eines Elektroauto-Projekts kennengelernt haben, gingen uns die Ansätze dort wie überall im Markt nicht weit genug. Ein Elektroauto bleibt eben doch oft ein Auto. Dazu kommt, dass sehr viele Anbieter das Thema Design sträflich vernachlässigt haben. Das alleine war schon Grund genug, ein eigenes Konzept zu entwickeln. Unser täglicher Antrieb bleibt aber vor allem die Vision einer lebenswerten Stadt.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Im Bereich der Fahrzeugentwicklung sind die Herausforderungen bei der Konstruktion ohnehin immer sehr groß. Bei einer neuen Fahrzeugklasse gilt das natürlich ganz besonders. Unsere Ansprüche an Funktionalität, Nachhaltigkeit und Design des Produkts waren und sind zudem sehr, sehr hoch: Es war entsprechend ein weiter Weg bis zum Prototyp, den wir dieses Jahr vorstellen werden. Aber er hat sich definitiv gelohnt. Wie für jedes Hardware-Start-up stellt die Frage der Finanzierung eine weitere große Herausforderung dar. Für kurzfristige Maßnahmen wie die Initialisierung von weiteren Pilotprojekten spielt Crowdfunding bei unseren Überlegungen aktuell eine große Rolle.

Auch für einen Proof Of Concept der Logistikkonzepte und den Start der Serienproduktion sind wir auf der Suche Investoren.

Welche Vision steckt hinter ONO?
Wie bereits erwähnt: Bei ONO eint uns die Vision einer lebenswerten Stadt, in der die Mobilitätsbedürfnisse aller Bereiche und Bürger fair und effizient austariert sind. Probleme wie Staus und Luftverschmutzung sollen der Vergangenheit angehören. Speziell im KEP-Markt setzen wir dabei von Anfang an völlig neue Maßstäbe, damit auch die letzte Meile nachhaltig wird.

Wer ist die Zielgruppe von ONO?
Im ersten Schritt richten wir alle strategischen Maßnahmen voll auf Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) aus. Hier herrscht ein großer Bedarf an neuen Lösungen, denn die Zustellmenge wächst durch den E-Commerce weiter exponentiell, Städte fordern und fördern neue Mobilitätskonzepte und last but not least:

Es herrscht ein enormer Fahrermangel und zum Fahren mit der ONO benötigt man keinen Führerschein.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Die meisten E-Cargo-Bikes richten sich eher an Solopreneure oder sind für den privaten Gebrauch gedacht. Die Anforderungen an unser Produkt sind entsprechend größer. Ich denke, dass unser Rahmenkonzept und unser Design im Markt einmalig sind. Auch unser Geschäftsmodell unterscheidet sich gravierend, denn wir wollen die Fahrzeuge nicht einzeln verkaufen, sondern flottenweise vermieten und als Dienstleister umfassende Serviceleistungen anbieten, von der Fahrzeugwartung bis zur Entwicklung von Micro-Hub-Strategien.

Sie sind für den WIWIN AWARD nominiert. Warum gerade der WIWIN AWARD? Was versprechen Sie sich davon?
Das Warum ist schnell beantwortet. Schon mit dem Satz “Der WIWIN AWARD prämiert Vorreiter der Nachhaltigkeit” hatten uns die Ausrichter im Boot, denn als solche sehen wir uns auf jeden Fall. Wir erhoffen uns neben der spannenden Finanzierungsoption für den Ausbau unserer Pilotprojekte die Vernetzung mit engagierten Treibern nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen. Wir wollen die Welt ein Stück verändern und sind damit nicht allein.

Das fühlt sich immer gut an.

Der Gewinner bekommt 500.000 Euro, was werden Sie damit machen? Wie wichtig ist das für das Wachstum Ihres Unternehmens?
Wir werden das Geld für den Bau von weiteren Prototypen verwenden und diese zusammen mit Kunden in Pilotprojekten einsetzen. Mit den Erfahrungen aus diesen Projekten werden wir die Entwicklung des Fahrzeuges fertigstellen und die Serienfertigung anstoßen. Diese Schritte sind essentiell für das Wachstum unseres Unternehmens.

ONO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren sind wir der führende Anbieter von elektrischen Cargobikes für die KEP-Branche in Europa und Nordamerika. Wir sind in über 30 Großstädten präsent und produzieren zusammen mit unseren Partnern mehrere tausend ONOs pro Jahr.

Wir leisten einen großen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in den Städten und begeistern die Menschen mit unseren Fahrzeugen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden GründerInnen mit auf den Weg geben?
Fokus, Fokus und Fokus. Man ist als Gründer oft geneigt, zu versuchen, alle möglichen Trends und Alternativen auszuprobieren, um ein möglichst breites Angebot zu schaffen. Eventuell generiert man dadurch kurzfristig mehr Umsatz, langfristig geht man aber im Wettbewerb unter. Nur wer sich auf ein spezifisches Segment, eine ganz genaue Lösung oder eine ganz enge Zielgruppe fokussiert, hat auch die Chance langfristig Erfolg zu haben. Erst als Amazon der beste und größte Buchhändler der Welt war, haben sie auch andere Produkte in das Sortiment aufgenommen – ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Strategie basierend auf einer ganz engen Fokussierung.

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Wir bedanken uns bei Beres Seelbach für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

redaktion

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