Keep your focus!

OnlineDoctor Teledermatologie-Plattform auf der Dermatologen online Hautprobleme von Patienten beurteilen

Stellen Sie sich und das Startup OnlineDoctor doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Philipp Wustrow und ich bin Co-Founder der OnlineDoctor AG.
OnlineDoctor.ch ist eine führende Teledermatologie-Plattform, die in der Schweiz entwickelt wurde. Mit Hilfe unserer Web-Applikation können Dermatologinnen und Dermatologen innerhalb von 48 Stunden online Hautprobleme von Patientinnen und Patienten professionell beurteilen. Dies geschieht kostengünstig und ortsunabhängig. Lange Wartezeiten und die damit verbundene Unsicherheit gehören der Vergangenheit an. Bereits über 50 Dermatologen aus der Schweiz nutzen OnlineDoctor täglich.

Vor kurzem wurde OnlineDoctor als «innovativstes Startup der Ostschweiz» ausgezeichnet.

Wie ist die Idee zu OnlineDoctor entstanden?
Am KMU-Institut der Universität St.Gallen bieten wir ein betriebswirtschaftliches Seminar für Ärztinnen und Ärzte an. Der Dermatologe Dr. Paul Scheidegger war Teilnehmer an diesem Seminar und sprach uns damals an. Er teilte uns mit, dass er täglich Fotos von Hautproblemen erhielte, mit der Bitte um eine fachärztliche Einschätzung. Jedoch erhielt er diese Anfragen über unprofessionelle Kanäle wie E-Mail oder SMS. Nachdem wir erkannt haben, dass dies ein Problem ist, mit dem sich viele Dermatologinnen und Dermatologen täglich konfrontiert sehen, haben wir entschieden, eine professionelle Teledermatologie-Plattform zu entwickeln.

Welche Vision steckt hinter OnlineDoctor?
Wir möchten mittelfristig führender Anbieter teledermatologischer Dienstleistungen innerhalb der DACH-Region werden. In diesem Zusammenhang ist es unser Ziel für Qualitäts- und Effizienzsteigerung in der Teledermatologie zu stehen und die Chancen der Digitalisierung für alle Anspruchsgruppen nutzbar zu machen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Für uns lag eine zentrale Herausforderung darin, das schnelle Wachstum erfolgreich zu managen. Hierbei ging es auch darum, die persönlichen Ressourcen möglichst zielführend einzusetzen und geeignete Team-Mitglieder zu finden, die uns in diesem dynamischen Prozess begleiten. Letzteres ist uns zum Glück kürzlich gelungen.

Um das Wachstum zu finanzieren, haben wir Anfang 2018 eine Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Die Gründungsphase haben wir ausschliesslich aus Eigenmitteln finanziert.

Wer ist die Zielgruppe von OnlineDoctor?
Unsere zentrale Kundengruppe sind die Dermatologen. Unsere Plattform wurde auf die Bedürfnisse der Ärztinnen und Ärzte zugeschnitten. In den Entwicklungsprozess der Plattform wurden Key Opinion Leader aus dem Fach der Dermatologie eingebunden.

Auf der «Anfrager-Seite» unterscheiden wir zwischen Patienten und professionellen Institutionen, wie bspw. Spitälern. So konnten wir z.B. mit dem Kantonsspital Baden und diverses weiteren Spitälern enge Kooperationen eingehen. Unser Ziel ist es nun auch in Deutschland ansässige Krankenhäuser für unsere Dienstleistung zu gewinnen.

Wie funktioniert OnlineDoctor?
OnlineDoctor ist aus Patienten-Perspektive einfach und unkompliziert zu nutzen. Am besten gelingt es, die Anfrage direkt mit dem Smartphone oder Tablet durchzuführen. In einem ersten Schritt geht man auf die Webseite. Anschliessend wählt man seinen Wunsch-Hautarzt aus, der die Anfrage aus fachärztlicher Sicht beantworten soll. Daraufhin beantwortet der Patient diverse Fragen zu den individuellen Symptomen und er wird gebeten drei Fotos vom Hautproblem hochzuladen. Im letzten Schritt zahlt der Patient die erforderlichen CHF 55.- bspw. per Kreditkarte und schliesst den Anfrageprozess ab.

Innerhalb von wenigen Stunden erhält der Patient eine E-Mail mit der Handlungsempfehlung des ausgewählten Hautarztes.

Welche Vorteile bietet OnlineDoctor? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Aus Sicht der Hautärzte sind die Vorteile vielseitig. Der Arzt kann einen Teil seiner Patienten ortsunabhängig im «Home-Office» behandeln. Zudem können die Patienten «triagiert» und nach der Schwere oder Dringlichkeit des Hautproblems behandelt werden. Eine klassische Prozessoptimierung also. Darüber hinaus schätzen die Dermatologen, dass wir Datenschutz und -sicherheit gewährleisten. Die Nutzung der Plattform ist für die Dermatologen kostenlos.

Ein zentraler Unterschied zu anderen Anbietern liegt darin, dass wir unsere Dienstleistung spezifisch auf die Bedürfnisse der Ärztinnen und Ärzte ausgerichtet haben. Die Ärztinnen und Ärzte nutzen unsere Plattform zur Optimierung ihrer praxisinternen Prozesse. Somit erreichen wir eine signifikante Entlastung des gesamten Praxispersonals. Zudem haben wir mit unserem prämierten Conversational User Interface ein Kommunikationsinstrument entwickelt, das insbesondere hinsichtlich der Usability bei den Patienten und Ärzten überzeugt.

OnlineDoctor, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Aktuell befinden wir uns in einer starken Wachstumsphase. Aus einer geografischen Perspektive richtet sich unser Fokus momentan auf die DACH-Region. Aber auch Märkte wie Russland oder China sind für uns vielversprechend, da die Distanzen zwischen Ärzten und Patienten dort besonders gross sind. Zudem arbeiten wir daran, eine Technologie auf Basis der künstlichen Intelligenz zu entwickeln. Diese soll die Dermatologen bei der fachärztlichen Ersteinschätzung über OnlineDoctor zusätzlich unterstützen.

In fünf Jahren hoffen wir über die Schweizer Grenze hinaus als führende Teledermatologie-Plattform wahrgenommen zu werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Priorisierung ist das A und O. In einem Startup entstehen täglich neue Ideen.
2. Gründe im Team und im Idealfall mit unterschiedlichen Charakteren, die unterschiedliche Fähigkeiten besitzen.
3. Keep your focus!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Philipp Wustrow für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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