Gründet einen Verein, wenn ihr euer Spiel machen wollt!

Am Abend vor der offiziellen Eröffnung des Online Marketing Rockstars Festival luden die Gastgeber von „Hamburgs Spitzen“ zu dem Thema „Hamburg digital – verschlafen wir die Zukunft?“ in das AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt. 

Ein Blick auf Hamburg in diesen Tagen zeigt:

Die Hansestadt ist digital. Dafür sorgt das Online Marketing Rockstars Festival auf dem Messegelände mit – Stand 2018 – mehr als 40.000 Besuchern. Dieses Jahr werden sogar 50.000 Gäste erwartet. Zahlreiche Veranstaltungen rund um Marketing und Digitalisierung in der gesamten Stadt runden das Programm ab. So auch die 15. Ausgabe von „Hamburgs Spitzen“, die gestern als offizielles OMR-Side Event im Ameron Hamburg Hotel Speichstadt stattfand. Im Fokus des Abends: Wie digital ist Hamburg wirklich? 

Eingeladen zu dem Thema hatten die sechs Gastgeber der Veranstaltungsreihe: Dr. Thomas Brakensiek (Vorstandsmitglied Hamburger Volksbank), Ralf Martin Meyer (Polizeipräsident), Gordon Beracz (Colliers International), Jennifer Schönau (General Director Ameron Hotel Speicherstadt), Lars Meier (Geschäftsführer Gute Leude Fabrik) und Thorsten Dzulko (Standortleiter Hamburg PricewaterhouseCoopers GmbH). 

Abseits von OMR & Co fühlte ZEIT-Redakteur Oliver Hollenstein den drei Podiumsgästen beim Bühnengespräch auf den Zahn:

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann, Dr. Katharina Schaefer, Geschäftsführerin der Hamburg Media School, sowie Hendrik Klindworth, Geschäftsführer von InnoGames diskutierten über den Standort Hamburg, seinen Wandel von der Medienstadt zum attraktiven Standort für neue Unternehmen, Ideen und Visionen im digitalen Zeitalter. 

Direkt zu Beginn sorgte Hendrik Klindworth für Aufmerksamkeit, als er Hamburgs internationalem Charakter hervorhob, was seiner Meinung nach für die Gründung eines Unternehmens mit digitaler Ausrichtung sehr wichtig sei. Die ehemalige Medienhauptstadt Hamburg wird aber auch aus anderen Gründen von den drei Gästen als attraktiv für die digitale Zunft angesehen.

„Natürlich gehen viele unserer Absolventen immer noch gerne zu Arbeitgebern wie Stern und Spiegel, doch mittlerweile gibt es hier in Hamburg eine große Reihe an neuen Traumarbeitgebern, wie zum Beispiel Xing, Facebook und Google, aber auch Unternehmen aus dem Silicon Valley“, erklärte Dr. Katharina Schaefer.

Viele Absolventen nutzen die Chance bei diesen Arbeitgebern ihre Erfahrungen zu sammeln, um dann später ihr eigenes Startup zu gründen und eigene Visionen umzusetzen. 

Michael Westhagemann betonte in diesem Zusammenhang aber auch, dass in zum Beispiel den USA die Etablierung von neuen Ideen und Gründungen von Startups deutlich einfacher seien: „Die Digitalisierung verändert jede Branche und man muss raufschauen, wie sich entsprechende Geschäftsprozesse verändern. Du kannst nicht davon ausgehen, dass dein Unternehmen so bleibt wie es 150 Jahre lang war.“

Zwei Punkte hob Westhagemann in diesem Zusammenhang hervor:

Zum einen müssten Unternehmen mehr Bereitschaft zeigen, neue Wege zu gehen, Ideen anzunehmen und Veränderungen zuzulassen. Zum anderen bedarf es einer natürlichen Neugierde die Prozesse in ein neues Zeitalter zu führen.

An der Digitalisierung komme kein modernes Unternehmen, egal welcher Größe, vorbei und auch da gibt es für den Wirtschaftssenator klare kulturelle Unterschiede. Während neue Ideen in den USA, besonders im Silicon Valley, mit offenen Armen empfangen werden, habe man in Deutschland mindestens gleich fünf Leute im Umkreis, die einem sagen, warum diese Idee nicht klappen wird.

Diese These konnte Hendrik Klindworth nur bekräftigen: „In unserer Gründungsphase wurde uns sinngemäß geraten: Jungs, macht kein Unternehmen, gründet einen Verein, wenn ihr euer Spiel machen wollt.“ 

Gerade Institutionen wie die Hamburg Media School unterstützen junge Menschen dabei, ihre Ideen real werden zu lassen, fördern die Neugierde und die Bereitschaft, etwas zu wagen, denn im Gegensatz zu den USA ist die Angst zu scheitern hier noch zu groß.

Mit Bildung und Aufklärung könne hier laut Katharina Schaefer gegengesteuert werden: „Ich würde mehr für Bildungsgerechtigkeit tun. Im Rahmen der Digitalisierung wird Bildung das sein, was uns voran bringt und da lassen wir viele Leute noch zurück“.

Hendrik Klindworth ging noch einen Schritt weiter und erklärte, dass die Digitalisierung als etwas Positives begriffen werden müsse: „Mit der Digitalisierung können alle gewinnen und das muss man nutzen für alle.“ 

Im Anschluss an das Gespräch mischten die drei Gäste sich unter die rund 150 Entscheider aus Wirtschaft, Kultur, Politik, Medien, Wissenschaft und Sport. 

Die Vergabe des passend benannten „Netzwerkpreises“ läutete das Ende des Abends ein:

Jan-Niko Lafrentz gewann eine Hafenrundfahrt für 20 Personen, die er größtenteils unter den Teilnehmern von „Hamburgs Spitzen“ auswählte. So wird der Netzwerkgedanke der Veranstaltung über den Abend hinausgetragen.

Bild: Hendrik Klindworth, Dr. Katharina Schaefer, Michael Westhagemann und Oliver Hollenstein im Talk.

Quelle Gute Leude Fabrik GmbH & Co. KG

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