Montag, April 19, 2021

Es gibt keinen Misserfolg

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Once Slow-Dating-App. Weil es Zeit braucht, die große Liebe zu finden, erhalten Nutzer*innen nur ein Match pro Tag

Stellen Sie sich und Once doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Clémentine Lalande, CEO der Slow-Dating-App Once. Meine professionelle Karriere begann zunächst als Strategieberaterin bei der Boston Consulting Group, wo ich mit verschiedenen Private-Equity- und Venture-Capital-Unternehmen zusammenarbeitete. Da ich mit der Zeit jedoch genug von den bestehenden Dating-Apps und dem Dating-Markt im Allgemeinen hatte, der patriarchale Stereotypen kontinuierlich reproduziert und stärkt, beschloss ich mit Once die Regeln des Online-Datings neu zu erfinden.

Once ist eine Slow-Dating-App. Weil es Zeit braucht, die große Liebe zu finden, erhalten Nutzer*innen auf Once nur ein Match pro Tag, welcher mit Hilfe von künstlicher Intelligenz ausgewählt wird. Jedes Match hat 24 Stunden die ungeteilte Aufmerksamkeit des anderen. Gefallen sie sich gegenseitig, werden sie dauerhaft verbunden und können weiter miteinander chatten. Dabei nutzt die KI die Account-Informationen, Dating-Vorlieben und vergangene Aktivitäten, um das beste Match für eine Person zu finden.

Warum haben Sie sich entschlossen, Once zu übernehmen?

Das war eine Kombination aus persönlicher und professioneller Chance. Zum einen habe ich in Once sehr viel Potenzial gesehen. Ich habe die Geschichte der App schon seit ihrer Gründung sehr intensiv mitverfolgt, da sie von einem meiner Freunde gegründet wurde. Zum anderen finde ich den Dating-Markt sehr faszinierend. Es ist ein sich schnell wandelnder Markt, der nur von wenigen Big Playern besetzt ist. Dennoch mangelt es hier an Innovation für Frauen und bestehende Dating-Apps reproduzieren und verstärken die patriarchalen Stereotypen. Davon hatte ich genug. Ich wollte die Online-Dating Regeln neu erfinden und Frauen eine bessere Dating-Erfahrung ermöglichen, weswegen ich schon vor der Übernahme von Once die feministische Dating-App Pickable gründete, die ich dann an Once verkaufte. So ergab sich dann auch die tolle Möglichkeit, bei Once einzusteigen. 

Was war die größte Herausforderung als Sie bei Once eingestiegen sind?

Als ich Once übernahm, befand sich das Unternehmen in einer schlechten wirtschaftlichen Lage. Ich musste somit meine neue Position als CEO mit einer Umstrukturierung beginnen, was keine einfache und zugleich herausfordernde Aufgabe ist. Dabei lag der große Fokus auf Profitabilität, um ein gesundes Wachsen zu ermöglichen.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ich denke, das ist keine Frage des Könnens, sondern eine Frage des Müssens. Wenn man mit einer Idee wartet, bis alles perfekt ist, dann ist es meist zu spät und ein*e Andere*r hat die Idee bereits umgesetzt. Man sollte sich nicht an Perfektion klammern. Wenn man eine Idee hat, sollte man ein gesunden Grad an Dringlichkeit erzeugen und die Idee schnell umsetzen, bevor es jemand anderes tut. Dabei sollte man zwar nicht vorschnell handeln, aber immer flexibel  bleiben und Dinge stetig anpassen.

Welche Vision steckt hinter Once?

Die Vision von Once ist es, die Post-Swipe-Welt zu kreieren. Technologische Innovationen helfen uns dabei, unglaubliche Dinge zu tun – also warum nicht auch bei der Liebe? Aktuell sind Singles lediglich Teil eines riesengroßen Katalogs an Möglichkeiten. Das Swipen auf den verschiedensten Apps gleicht der Suche nach einer Nummer im Telefonbuch und macht Singles schlicht unglücklich. Wir müssen das ändern und brauchen Innovationen, die das Swipen beenden und der Suche nach Liebe wieder mehr Persönlichkeit und Relevanz verschaffen. Genau dafür ist Once angetreten. Um Dating wieder schön zu machen.

Wer ist die Zielgruppe von Once?

Singles, die nach echten Verbindungen und schönen Liebesgeschichten suchen sowie Menschen, die ein „Swiping-Burn-Out” haben.

Wie funktioniert Once?

Unser intelligenter Algorithmus sucht ein Mal am Tag nach dem besten Match für die User*innen und verbindet diese zwei Menschen dann miteinander. In den darauffolgenden 24 Stunden können die Nutzer*innen entscheiden, ob sie den anderen gerne kennenlernen möchten und ihrem Match ein Like geben. Wenn sie einander mögen, werden sie langfristig per Chat verbunden. Verbundene Matches können in der App chatten oder sich per Videocall virtuell kennenlernen.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Andere Anbieter setzen auf Masse. Der Katalog an Singles scheint endlos zu sein, wenn man als Nutzer*in durchswiped. Bei Once werden die Matchvorschläge speziell für jede*n User*in ausgewählt und mit jeder Entscheidung, die die Nutzer*innen treffen, lernt der Algorithmus und verbessert die Matchqualität. 

Wohin geht der Weg von Once? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren soll Once die Post-Swipe-Ära eingeläutet und dafür gesorgt haben, dass Singles sich wieder mehr Zeit zum Kennenlernen nehmen. Die kürzliche Akquisition durch die Dating Group ist dabei jetzt schon ein großer Schritt in die richtige Richtung. Wir können die enormen Synergien, die zwischen Once und der Dating Group bestehen, nutzen, um dem Swipen in den nächsten Jahren ein Ende zu bereiten. In einem so konzentrierten und wettbewerbsintensiven Markt einen großen Partner zu haben, ermöglicht es uns, unsere Reichweite zu vergrößern und die geografische Expansion zu beschleunigen, um Dating wieder persönlich zu gestalten und zu entschleunigen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Erstens: Habt keine Scheu davor, laut zu sein und für euch selbst einzustehen. Andere müssen und sollen euch wahrnehmen, sehen und hören, was ihr zu sagen habt.

Zweitens: Entschuldigt oder rechtfertigt euch nicht und findet nicht von vornherein Ausreden, die eure Meinungen und Handlungen neutralisieren. Ich habe während meiner Karriere gemerkt, dass Frauen dies oft tun und nicht selbstbewusst zu ihren Meinungen und Vorschlägen stehen. Um dies zu ändern und in der Gründer*innen-Welt wirklich ernst genommen zu werden, sollte man sich bei jeder Handlung fragen, ob die Leute anders mit einem umgehen würden und man sich selbst anders verhalten würde, wenn man ein Mann wär. Denn wenn man sich als Frau immer entschuldigt oder rechtfertigt, nehmen andere einen nicht ernst. 

Drittens: Wenn ihr eine Idee habt, setzt diese einfach um und wartet nicht auf Perfektion. So sammelt ihr wertvolle Erfahrungen, die euch persönlich sowie das Business weiterbringen und lernt dabei immer weiter dazu. Es gibt keinen Misserfolg, sondern nur stetige Weiterentwicklung. 

Wir bedanken uns bei Clémentine Lalande  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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