Denke nicht in Problemen

OmniMundus betreibt Bildschirmsysteme in Innenräumen

Stellen Sie sich und das Startup OmniMundus doch kurz unseren Lesern vor!
OmniMundus betreibt Bildschirmsysteme in Innenräumen, an Orten, an denen Menschen länger als 2 Minuten warten. Diese Bildschirme gibt es in verschiedenen Größen („Tablet“-Größe bis hin zu „Fernseher“-Größe) und zeigen in erster Linie interessante Inhalte, wie Nachrichten, Sport, Wetter, etc., und auch ein wenig Inhalte, welche Produkte und Dienstleistungen bewerben. Das Neue und Interessante daran ist, dass Passanten sich sämtliche Inhalte auf (technisch gesehen) über 20 unterschiedlichen Wegen auf das private Smartphone mitnehmen können, ohne jedoch noch zusätzlich Apps installieren zu müssen (SMS, Anruf, Bluetooth / Physical Web, NFC, QR-Code, Internet-Kurzadresse, etc.). Durch die Mitnahme entsteht etwas, das sehr mit dem „Klick“ im Internet vergleichbar ist.

Durch diese Art der Rückmeldung vom Passanten können sich die Inhalte an den jeweiligen Ort des Monitors und die Besuchszeit anpassen und es werden künftig immer relevantere Inhalte angezeigt. Aus Sicht des Inhaltegebers ist das eine massive Änderung zum IST-Stand, da dieser damit nun genau was, was/wann/wo die Menschen wollen – aber auch aus Sicht der Passanten ist es praktisch, da diese nicht mehr mit unwichtiger Information „zugemüllt“ werden.

Wie ist die Idee zu OmniMundus entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Der Gründer – David Pain, 31 J. – ist bereits seit über 10 Jahren mit 2 Unternehmen (mit Millionen Umsätzen) erfolgreich selbstständig. Dabei hatte er immer das Problem messbaren Ansprache von Kunden im B2C-Geschäft, ausserhalb von Google Adwords und Facebook Ads. So wurden in den letzten Jahren einige 100.000 EUR in Adwords „gesteckt“, jedoch nichts mehr in Plakat-, Radio- und TV-Werbung, da hier die Messbarkeit nicht konkret gegeben war. Der sehr technik-interessierte Gründer hat alle Erkenntnisse der letzten Jahre in ein Produkt verwandelt, welches Kunden, Werbenden und Standortgebern (der Monitore), sowohl inhaltlich, wie auch finanziell ausschließlich Vorteile bringt.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Das Problem der fehlenden Messbarkeit in der realen Welt (im Vergleich zum digitalen bzw. dem Internet) haben alle Inhaltegeber weltweit, seien es Verlage für redaktionelle Inhalte, oder Firmen mit deren Werbeinhalten.
Dieses Problem galt / gilt es zu lösen – vorallem aus der „eigenen Not“ heraus.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Finanziert ist es vor allem vom Gründer selbst, und einem Großinvestor, der noch nicht bekannt gegeben werden kann.

Wer ist die Zielgruppe von OmniMundus?
Die Zielgruppe sind auf der Inhaltegeber-Seite vor allem KMUs und auch Verlage, auf Seite der Standortgeber sind es Imbisse, Supermärkte, Ärzte (Wartezimmer), Taxis. Aus Seiten der Passanten sind es vorallem junge, sehr technik- und smartphone-affine Benutzer („Generation Y“), die gerne auf mobilen Endgeräten lesen, kaufen und Entscheidungen treffen.

Wie funktioniert OmniMundus? & Welche Vorteile bietet OmniMundus?
Um die Vorteile greifbarer zu machen und gleichzeitig zu zeigen, wie das System funktioniert – hier ein paar Beispiele für jede der Parteien:

Die Vorteile aus Sicht des Passanten in zwei Beispielen:
Herr Müller (35 J) geht zu REWE für seinen täglichen Einkauf. An der Kasse wartet er etwa 2 Minuten, bis er „zahlen darf“. Exakt auf Augenhöhe hat er einen Monitor, etwa 1 Meter breit / 60 cm hoch, der ihm eine besonders günstige Reise von TUI anzeigt. Diese Reise ist ein Tagesangebot, welches TUI nur aus dem Grund anbieten kann, weil der Flug und das Hotel ansonsten einfach NICHT gebucht werden würden. Herr Müller hat schon lange auf so ein Angebot gewartet und zückt sein Handy, weil ihm das am Bildschirm so beschrieben wurde. In Sperrbildschirm seines Smartphones sieht er die Meldung „TUI Reiseangebot jetzt aktivieren“ und er klickt darauf.

Auf seinem privaten (Smartphone) Bildschirm hat er nun das Angebot und kann es gerade buchen. Er entscheidet sich dafür, sich das Angebot zu Hause in Ruhe nochmal anzusehen und wählt die Option „für 2 Std. reservieren“ und gibt seine Emailadresse ein. Zu Hause bucht Herr Müller dann die Reise und packt schon mal den Koffer…

Frau Maier (17 J) sitzt gerade im Imbiss und isst Ihr Mittagessen. Auf dem kleinen Monitor auf Augenhöhe, neben dem Stehtisch, sieht sie eine Meldung, dass „Brad Pitt stark gealtert“ sei. Sie interessiert sich sehr für dieses Thema und öffnet Snapchat. Macht ein Foto von der Meldung und es öffnet sich genau in dem Moment die Nachricht „www.bild.de öffnen“, worauf sie klickt. Sie liest den Artikel auf www.bild.de/gossip/brangelina/ und entscheidet sich dort dafür in Zukunft immer Nachrichten per „Push-Nachricht“ zu erhalten, wenn es neue wichtige Nachrichten in dieser Sache gibt.

Die Vorteile aus Sicht den Werbenden: Da die Werbungen auf den Monitoren in „HTML“ erzeugt werden, kann TUI die Inhalte automatisch aus der bestehenden Homepage generieren lassen. Es ist eine direkte Korrelation möglich, wer / wann / wo / welche Reise gekauft hat, und so können diese Angebote laufend optimiert und an die echten Kundenwünsche angepasst werden. Im Vergleich zu anderen „Offline“-Werbemedien ist der schnelle Wechsel und die Reaktion auf Kunden, wie auch die kurze Planungsdauer (vergleiche TV-Spot / Plakat-Kampagne) ein riesiger Vorteil.

Die Vorteile aus Sicht des Verlags: Zum Beispiel der Axel-Springer-Verlag, welche die Bild.de-Inhalte produziert, hat den Vorteil so – ohne Mehraufwand – neue Leserschaft zu erhalten. Die Inhalte werden automatisiert, parallel zu der Bild.de Homepage, erstellt, der Aufwand für die Einbindung in die Bildschirme ist daher sehr sehr gering, und einmalig. Mit den Push-Nachrichten werden diese Neukunden jeweils wieder zurück geholt und laufend bespielt. Es können im weiteren Verlauf somit auch spezielle und besonders aufwändig recherchierte Artikel als „Bild Plus“-Artikel einmalig oder im Abo verkauft werden.

Die Vorteile aus Sicht des Standortgebers: Zum Beispiel die REWE-Gruppe, oder auch der Imbiss-Besitzer aus dem Beispiel, erhalten für die Bereitstellung des Platzes für den Monitor eine monatliche bzw. jährliche Pauschale, haben jedoch keinen Aufwand für die Montage oder Wartung – die anfallenden laufenden Kosten (Stromkosten) sind sehr gering. Der Kunde des Standortgebers („Passant“) hat seine – bisher – langweilige Wartezeit mit interessanten Inhalten gefüllt, oder anders gesagt: Der Standortgeber „verkauft“ nun im positiven Sinn auch die Wartezeit.

Wie ist das Feedback?
Vorallem aus Sicht der Inhaltegeber gibt es massiven Zuspruch und es konnten in weniger als einem Monat bereits Kundenstämme von einigen Hundert Kunden, verteilt in allen Branchen, aufgebaut werden. Die Reaktion der Passanten muss noch beobachtet werden, vorallem auch, da die Technologie und die Art die Inhalte zu konsumieren derzeit in Europa noch nicht bekannt bzw. vorhanden ist.

OmniMundus, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Zunächst wird die Technologie in Europa getestet und ständig an die Wünsche aller Parteien angepasst, und dann – wenn es sich hier bewährt hat – soll in den asiatischen Markt expandieren, da diese Art von (Interaktion mit der) Technik dort in abgeschwächter Form bereits etabliert ist.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1.) Folge dem Geld -> Höre auf den Kunden, achte auf seine Probleme, seine Rückmeldung, und frag, ob er *WIRKLICH* für dein Ding (wenn auch nur mit seiner Zeit) bezahlen würde!
2.) Darwin hat immer Recht -> Wenn man als Unternehmen aufgibt, sich weiterzuentwickeln, stirbt man langfristig aus, denn es wird immer ein Unternehmen geben, das sich weiterentwickelt.
3.) Denke nicht in Problemen-> Immer an das Ziel und die Lösung denken!

Bild: Claudia Engl

Weitere Informationen finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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