Freitag, Dezember 2, 2022

Olav Carlsen: Frühzeitig Netzwerke bilden

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Treffen Sie Olav Carlsen beim Start Up Live an den Alpen in Salzburg

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen und was waren die größten Herausforderungen?
Olav Carlsen: Die größte Herausforderung war auch gleichzeitig die größte Motivation, Unternehmensgründer zu werden: Das eigenständige Entwickeln und Umsetzen einer Geschäftsidee bis zum wirtschaftlichen Erfolg. Das ist grundlegend anders, als in ein bestehendes Unternehmen einzusteigen und dort eine bestimmte Funktion zu übernehmen. Als Unternehmensgründer ist man zunächst für alle Aspekte des Betriebes verantwortlich. Dazu gehören Bereiche, auf die man nicht vorbereitetet sein kann, egal, welche Ausbildung oder betriebliche Karriere man vorzuweisen hat. Und diese Überraschungen, die einen täglich erwarten, gute und auch nicht so gute, das ist das spannende aber auch die größte Herausforderung einer eigenen Unternehmensgründung.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?
Olav Carlsen: Da weiß man meistens morgens noch nicht genau, wie der Tag abläuft. Man muss und kann natürlich planen, aber als Gründer kommen die Dinge meist unverhofft und dann ändert sich der Tagesablauf ad hoc. Was bei mir, wie bei anderen Gründern wahrscheinlich sehr ähnlich ist, ist, dass es keinen regelmäßigen „Feierabend“ oder Wochenende gibt. Ich arbeite viel mit Personen in anderen Zeitzonen zusammen, da gibt es die telefonischen Konferenzen, die erst um elf Uhr abends beginnen.

Und viele Dinge, die überraschend aufkommen, müssen schnell erledigt werden, und da kann es keinen 8 Stunden Tag geben. Aber auf der positiven Seite habe ich als Unternehmer auch die Flexibilität, tagsüber Freiräume, die sich kurzfristig ergeben, zu nutzen.

Da radel ich auch mit meiner Frau im Sommer tagsüber zum Baden, dafür muss ich dann manchmal spätabends weiterarbeiten.

Über welches Thema werden Sie bei Start Up Live an den Alpen referieren?
Olav Carlsen: Ich werde mich überwiegend um die Mentoren und Juroren und deren Einsatz kümmern und bin selber als Mentor tätig. Wenn Zeit ist, halte ich vielleicht einen kurzen Vortrag über erfolgreiches Präsentieren der Geschäftsidee.

Wie hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?
Olav Carlsen: Sie ist „digitaler“ geworden. Digitale Medien spielen eine größere Rolle bei den Ideen der jungen Gründer. Damit ist sie auch schneller geworden, denn digital heißt auch oft „global“ und damit setzten sich die Gründer der globalen Konkurrenz aus. Sie ist auch ein bisschen lokaler geworden auf der anderen Seite. Ich will damit sagen, dass es vermehrt das Interesse gibt, in Deutschland oder Österreich zu gründen.

Vor 10 oder 15 Jahren hat noch jeder vom Silicon Valley geträumt, jetzt gibt es Berlin, München und Wien, aber auch sehr viel regionales Interesse an Gründern, dass den Gründern mehr Flexibilität bietet, so wie hier bei uns im Berchtesgadener Land oder in Salzburg.

Welches sind die größten Fehler junger Gründer?
Da gibt es so vieles, was man falsch machen kann. Aber ehrlich gesagt, gehört das dazu. Ohne Fehler gibt es kein Wachsen und Lernen. Einer der Fehler ist es oft, sich nicht genug mit dem administrativen Themen der Gründung und des Wachstums zu beschäftigen. Dazu gehören, wie man die richtigen Teammitglieder rechtzeitig findet und motiviert.

Eine erfolgreiche Gründung ist meiner Meinung nach immer eine Teamarbeit von Experten in verschiedenen Bereichen.

Technik, Vertrieb und Finanzen sind dabei die wichtigsten Bereiche, die Gründer frühzeitig abdecken sollten, und dann vor allem bei der Finanzierung immer ganz rechtzeitig vorausdenken. Finanzierung der Geschäftsideen dauert immer länger, als Gründer oft glauben und ohne Geld lassen sich viele Ideen leider nicht realisieren.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Olav Carlsen: Ich nehme mir immer vor, mehr zu lesen. Aber ich lese tagsüber so viel, wissenschaftliche Berichte, Recherchen, Zeitung, Nachrichten, auch aus der Gründerszene, emails, etc etc., dann fehlt mir oft die Lust, Bücher zu lesen. Ich bin allerdings ein „Strandleser“. Wenn ich da ein gutes Buch anfange, bleibe ich dran. Allerdings nichts berufsbezogenes.

Das letzte Buch war ein Spionage Thriller – House of Spies. Und seit Monaten Seite für Seite quäle ich mich ein bisschen durch die Erklärungen des ehemaligen griechischen Finanzministers Vanoufakis über die Eurokrise, um mal eine andere Sete der Geschichte kennenzulernen. Schwierig.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
Olav Carlsen: Hoffentlich erfolgreich mit meiner letzten Unternehmensgründung – Hydrogen Rise AG – einer Firma, die sich um die Erstellung von Wertschöpfungsketten im Bereich Wasserstoff bemüht, von der grünen Stromproduktion, die für die Wasserstoffproduktion benötigt wird bis hin zu den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Dazu sind wir auch viel im Mittleren Osten unterwegs, in Ländern, die sich vermehrt um Diversifikation im Energiesektor bemühen. Die fossilen Reserven neigen sich dem Ende zu und sind ja bekanntlich auch Verursacher einer der größten Herausforderungen der modernen Geschichte, des Klimawandels.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?
Frühzeitig Netzwerke bilden zu Experten, die einem bei der Ausarbeitung der Geschäftsidee helfen, inkl. der heimischen Wirtschaftsförderung z.B.
Frühzeitig an Finanzierungsoptionen arbeiten
Spass haben.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Olav Carlsen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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