Österreichs heißeste Krypto-Start-ups

Virtuelles Taschengeld, Steuererklärung für Krypto-Trader und Multi-Blockchain – Österreichs heißeste Krypto-Start-ups

Heftige Kursschwankungen, gewaltiger Energieverbrauch und eine ungleiche Vermögensverteilung tun der Faszination Kryptowährung keinen Abbruch. Mittlerweile handeln Millionen Menschen weltweit auf über 50 Börsen mit 1.500 verschiedenen digitalen Währungen wie Bitcoin, Ether oder Ripple. Auch die Zahl der institutionellen Organisationen, die in Blockchain-basierte Anwendungen investieren, steigt kontinuierlich. Österreichische Start-ups sind an vorderster Front mit dabei.

Das Wiener Start-up Bitpanda zum Beispiel hat sich seit seiner Gründung 2014 schnell zu Europas führendem Einzelhandelsmakler für Kryptowährungen entwickelt und zählt mittlerweile rund 850.000 Benutzer. Die Transaktionen werden direkt und vollautomatisiert auf der Plattform selbst abgewickelt. Nach Zahlungsbestätigung erhält der Käufer die Token automatisch. Gemeinsam mit Forschern der Technischen Universität Wien will Bitpanda mit Pantos darüber hinaus das „erste Multi-Blockchain-Tokensystem“ entwickeln, das erstmals werthaltige Übertragungen von Token über mehrere Blockchains ermöglicht. Der Transfer soll nahezu in Echtzeit und ohne eine Handelsplattform oder andere Mittler ablaufen. Damit wird unter anderem auch Arbitrage-Handel, eine an den Finanzmärkten gängige Praxis, möglich.

Das 2017 gegründete Linzer Start-up Blockpit wiederum hilft Krypto-Händlern per Web-App durch den Steuerdschungel und will den ersten Standard für Krypto-Steuererklärungen setzen. Gewinne aus digitalen Währungen sind in den meisten Ländern steuerpflichtig. Wer zahlreiche Transaktionen über verschiedene Börsen hinweg tätigt, verliert jedoch schnell den Überblick. Das Unternehmen hat deshalb mit einem Team aus Krypto- und Steuerexperten eine App entwickelt, die alle Transaktionen automatisiert, eine praktische Echtzeitübersicht bietet sowie einen vollständigen Bericht vermittelt, der für die Steuererklärung verwendet werden kann. Anfang 2019 soll die erste Vollversion online gehen. Im dritten Quartal 2018 will das Unternehmen mittels Tokensale 12,5 Millionen Euro einnehmen, um den Ausbau des Tools und eine rasche Etablierung am europäischen Markt zu finanzieren. KPMG unterstützt Blockpit dabei, einen international offenen Marktplatz für Krypto-Trader und Steuerberater aufzubauen.

Eine community-getriebene Blockchain-Infrastruktur für Abo-basierte Geschäftsmodelle, bei denen Geld live gestreamt wird, bietet das Grazer Start-up lab10 Collective. Die Blockchain „ARTIS“ soll Ende 2018 an den Start gehen und versteht sich als Plattform wie Ethereum, auf deren Technologie sie auch aufbaut. Während bei einer herkömmlichen Überweisung ein Geldbetrag zu einem bestimmten Zeitpunkt von A nach B gebucht wird, wird ARTIS ein Livestreaming für Geld („Streems“) anbieten, bei dem das Geld so lange fließt, wie eine Leistung oder ein Service in Anspruch genommen wird. Als möglichen Anwendungsbereich nennen die Entwickler neben Abos, Gehaltszahlungen und Parkgebühren auch Taschengeld, das die Eltern konstant auf die Smartphones ihrer Kinder fließen lassen können.

Mit einer neuartigen Anwendung befasst sich auch das Wiener Start-up Riddle & Code. Als mittlerweile Europas führender Anbieter von Blockchain-basierten End-to-End Lösungen will Riddle & Code Blockchain und Lieferkette zusammenbringen und Produkte vom Hersteller über Zwischenhändler bis zum Endabnehmer rückverfolgbar machen. Die Systeme ermöglichen Unternehmen, Herausforderungen in den Bereichen Maschinenidentität, Produktherkunft, Supply Chain Management aber auch Onlinebetrug wirksam zu begegnen. Das Start-up verbindet dabei die Sicherheit von Chipkarten mit dem Potenzial der Bitcoin-Technologie und des Internet of Things (IoT).

Dass das junge Forschungsfeld rund um Kryptowährungen aufgrund seiner weitreichenden technischen und sozioökonomischen Auswirkungen spannend ist, hat auch die Wirtschaftsuniversität Wien erkannt. Als erste Universität weltweit hat sie Anfang 2018 ein interdisziplinäres Forschungsinstitut für Kryptoökonomie eingerichtet, das die Kompetenzen in den Bereichen Blockchain, Kryptowährung und Distributed Ledger Technologie bündelt. 30 Wissenschaftler aus acht Fachbereichen forschen gemeinsam an Blockchain-relevanten Fragestellungen. Direktorin ist die Expertin Shermin Voshmgir, die zuvor den Blockchain-Hub in Berlin gegründet hat.

Guter Nährboden und ideale Bedingungen für innovative Köpfe

All diese kreativen Start-ups sind ein Ausdruck für den kräftigen Boom, den die Gründerszene in Österreich nun schon seit Jahren erlebt. Ausgezeichnete Standortqualität, interessante Fördermittel und spannende Geschäftsideen führen zu zahlreichen erfolgreichen Gründungen. Insbesondere der Standort Wien entwickelt sich zu einem zentraleuropäischen Hub mit großer Anziehungskraft für innovative Gründer aus dem In- und Ausland.

Quelle Hill+Knowlton Strategies GmbH

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