Donnerstag, Januar 20, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Numbat umweltfreundlicher, stationärer Batteriespeicher mit einer integrierten Schnellladesäule

Stellen Sie sich und das Startup Numbat doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Martin Schall und Dr.-Ing. Maximilian Wegener, die Gründer von Numbat. Viele Jahre haben wir im Management und in der Entwicklung eines High-Tech Maschinenbau-Unternehmens mit Schwerpunkt Batterietechnologie gearbeitet. In Gesprächen mit damaligen Kunden, bezogen auf die Herausforderungen der E-Mobilität, kam uns der Gedanke einer eigenen Unternehmensgründung. Im Februar 2021 war es dann so weit, wir gründeten das Cleantech-Startup Numbat in Kempten (Allgäu) und haben den ersten umweltfreundlichen, stationären Batteriespeicher (Numbat) mit einer integrierten Schnellladesäule (> 300 kW) entwickelt. Zukünftig wird dadurch das Schnellladen von Elektroautos flächendeckend, unkompliziert und wirtschaftlich tragfähig möglich sein. Gleichzeitig bieten wir mittels unserer Technologie B2B-Applikationen an, die den Energieverbrauch eines Unternehmens optimieren. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ganz einfach – weil wir gesehen haben, dass ein vernünftiges und unserer aktuellen Zeit angepasstes Schnellladen nicht möglich ist. Zwar gibt es in den letzten Jahren einen starken Aufwärtstrend von Neuzulassungen im Bereich der E-Fahrzeuge, jedoch fehlt es an Schnellladesäulen, die in kurzer Zeit und flächendeckend aufgebaut werden können. Mit den herkömmlichen Schnellladesäulen wird der flächendeckende Ausbau, insbesondere auch in ländlichen Bereichen, nicht wirtschaftlich tragfähig sein und damit viel zu langsam vorwärts gehen. Sollte das so bleiben, wird das zu einem großen Problem. Das wollen wir lösen! 

Welche Vision steckt hinter Numbat?

Wir wollen die Elektromobilität stärken und die Energiewende aktiv mitgestalten! Unser Ziel ist es deshalb, die dichteste Schnellladeinfrastruktur Europas aufzubauen. Unser Batteriespeicher reduziert die Stromkosten und entlastet die Netze, während die integrierte Schnellladestation es Kunden/Besuchern/Mitarbeitern ermöglicht, ihre Elektrofahrzeuge innerhalb von 15 Minuten zu 80 % aufzuladen. Einfach gesagt: Der Batteriespeicher lädt sich aus dem normalen Stromnetz mit Ökostrom oder selbst generiertem PV-Strom aus ihrer Solaranlage auf und gibt den Strom schnell an das Auto ab, wenn der Bedarf da ist. Mit der patentierten Klimaschutztechnologie und dem Multi-Lifecycle-Ansatz ist der Numbat eine der nachhaltigsten Lösungen auf dem Markt. Als Cleantech-Startup sehen wir uns in der Verantwortung, anderen Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich der CO2-Neutralität ein großes Stück anzunähern und umweltschonender agieren zu können.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Mit der Ausgründung aus der Hochschule Kempten über Exist haben wir mit dem dortigen Allgäuer Netzwerk die ersten Schritte gemacht. Die Unterstützung durch das Digitale Gründerzentrum Allgäu hat uns dabei enorm geholfen. Weitere Förderungen, wie z.B. die Bezuschussung eines Forschungsprojektes mit knapp 800.000 € vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, sind wichtige Finanzierungsbausteine. 

Herausforderungen gibt es viele und das täglich, da wir uns in einem Markt befinden, der einerseits hoch technisch und komplex ist, und sich andererseits durch Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in einem andauernden Wandel befindet.

Wer ist die Zielgruppe von Numbat?

In erster Linie sind unsere Zielkunden alle B2B Kunden, deren Endkunden eine kurze Aufenthaltsdauer (20-50 Minuten) am Standort haben. Dazu zählen beispielsweise Einzelhandel, Tourismus, Autohäuser, Krankenhäuser, Tankstellen etc. Dort wird die Nachfrage nach einem Schnellladen enorm steigen. Indirekt auch die Fahrer von Elektrofahrzeugen (B2C), die die Nachfrage nach Schnellladesäulen ausmachen.

Wie funktioniert Numbat? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das disruptive Geschäftsmodell und die neuartige Technologie ist regional übergreifend skalierbar. Entgegen anderen Anbietern entlasten unsere Numbats das Stromnetz, sind einfach zu installieren und mittels B2B-Anwendungen wirtschaftlich tragfähig. Der Kunde spart durch die Eigenverbrauchsoptimierung jährlich Stromkosten und, im Vergleich zu herkömmlichen Schnellladesäulen, die Anschlusskosten ans Mittelspannungsnetz bzw. Baukosten für eine Trafostation. Numbat übernimmt von der Bedarfsanalyse über die Installation, Wartung und den Betrieb alles. Wir sind somit der erste Anbieter von „Energy Storage as a Service“. Als nachhaltig denkendes Unternehmen haben wir außerdem eine patentierte Technologie entwickelt, bei der eine Batterie nicht schon bei einem „State of Health“ von 80 % direkt thermisch verwertet wird, sondern ihr Leben durch einen gezielten Austausch nicht mehr funktionsfähiger Batteriezellen um bis zu drei Mal verlängert werden kann.

Numbat, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Proof of concept – das Schnellladenetz Allgäu (alle 10 KM ein Numbat) – wird Ende des Jahres 2021 erreicht. Wir schaffen es also bis Mitte 2022 das dichteste Schnellladenetz Europas im ländlich strukturierten Allgäu aufzubauen und beweisen damit, dass unser Modell skalierbar ist. In 5 Jahren sehen wir uns als einen der führenden Anbieter von Schnellladeinfrastruktur in Europa. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Für uns war es extrem wichtig, dass unsere Business Angels neben der finanziellen Unterstützung vor allem Know-how und Kontakte mit eingebracht haben. Das sollte auch bei der Suche oder Entscheidung von Gründern im Vordergrund stehen. 

Nehmt euch Zeit um alle Finanzierungsmöglichkeiten und Förderungen sehr detailliert zu verstehen und auszuarbeiten. Erst danach sollte gegründet werden. 

Sobald eine gewisse Größe erreicht ist und die ersten Mitarbeiter eingestellt werden: Auch wenn es länger dauert, nehmt nicht einfach Leute an Bord, um die Lücken zu füllen. Sucht die perfekt passenden Mitstreiter aus, die euer Mindset teilen. 

Wir bedanken uns bei Martin Schall und Dr.-Ing. Maximilian Wegener für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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