Null-Fehler-Qualität Kultur in Ihrem Unternehmen

Eine Null-Fehler-Kultur ist ein höheres Ziel, welches von vielen Unternehmen angestrebt wird. Dies würde neben der Reduzierung von Ausschuss und der Minimierung von Reklamationen auch bedeuten, dass keine Arbeitsunfälle oder Verletzungen im Betrieb mehr vorkommen. Das schont vor allem Kosten und auch Nerven.

Infolge dessen erhöht sich natürlich auch die Produktivität des Unternehmens und dessen Image.

Doch niemand ist unfehlbar. Um eine sichere und fehlerfreie Produktion zu erreichen, müssen vermeidbare Fehler reduziert werden, dabei sollte die Sicherheit nicht außer Acht gelassen werden.

Eine Kultur mit minimaler Fehlerquelle kann jedoch nur erreicht werden, wenn die Unternehmenskultur es zulässt aus gemachten Fehlern zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Wann spricht man von Fehlern?

Wenn wir etwas tun, haben wir eine Erwartungshaltung. Trifft diese Erwartung nicht ein, ist ein Fehler aufgetreten. Fehler erfolgen ohne Absicht, sie „passieren“ aufgrund vorhandener Risiken und wir haben in der Regel das Bestreben den Fehler kein zweites Mal zu machen.

Fehler können verschiedene Gründe haben, oft sind sie auf Unachtsamkeit, Unterbrechungen im Arbeitsablauf, fehlende Kommunikation oder Sicherheitslücken zurückzuführen.

In vielen Fällen wird das Ergebnis des Fehlers behoben, nicht jedoch dessen Ursache. Somit wird der eigentliche Auslöser und das grundlegende Risiko weder erkannt noch eliminiert. Oftmals wird dem Faktor Mensch die Ursache für den Fehler zugeschoben und die Fehleranalyse bleibt außen vor.

Eine offene und objektive Beurteilung der Geschehnisse bietet die Möglichkeit die Ursachen und Gründe für Fehler zu ermitteln.

Was ist eine Null-Fehler-Kultur?

Die Null-Fehler-Kultur zielt auf fehlerfreies Arbeiten ab, sprich eine Produktion ohne Ausschuss, keine Arbeitsunfälle oder keine Reklamationen.

Voraussetzung dafür ist die Fehler gar nicht erst entstehen zu lassen und die Risiken zu minimieren bzw. zu beseitigen. Führungskräfte und Mitarbeiter müssen gemeinsam an der Vision der 100% sicheren Handlungen, Zustände und Rahmenbedingungen arbeiten, um Fehlerrisiken auf allen Ebenen zu beseitigen.

Der Fehler an sich ist noch gar nicht das Problem, zum Problem wird er erst, wenn er ein zweites Mal auftritt. Daher sollte das Ziel der Null-Fehler-Kultur, das Vermeiden von wiederholten Fehlern sein.

Alles beginnt mit dem Management

Macht ein Mitarbeiter einen Fehler, wird er in der Regel angeklagt und bestraft. Dies führt meist dazu, dass Fehler vertuscht oder verschwiegen werden. Eine offene Fehlerkultur bewertet nicht den Mitarbeiter, sondern macht sich die Fehler nutzbar und lernt daraus.

Die Führungsebene muss den Mitarbeitern den neuen Umgang mit Fehlern vorleben und Diagnose vor Bestrafung stellen. So lernen auch die Mitarbeiter mit Fehlern konstruktiv umzugehen und diese offen anzusprechen.

Jeder Fehler sollte als Chance zur Verbesserung gesehen werden, Ursachen und Lösungen zu finden, damit dieser nicht wiederholt auftritt.

Die richtige Null-Fehler-Strategie

Nach der Änderung der Einstellung zu Fehlern und dem Schaffen der kulturellen Grundlagen ist es wichtig die Struktur zur Erfassung der Fehler zu implementieren.

Werden die Fehler systematisch erfasst und ausgewertet, können auch die Ursachen erkannt und die notwendigen Schritte zur Vermeidung dieser eingeleitet werden.

Hierbei wird unter persönlichen Fehlern, wie etwa mangelnde Konzentration oder fehlende Kommunikation und sachlichen Fehlern, wie etwa unzureichende Arbeitsanweisungen oder fehlerhafte Arbeitsabläufe unterschieden.

Konstruktive und offene Gespräche mit den Betroffenen, ohne Schuldzuweisungen dienen als Hilfestellung und fördern die Zuarbeit der Mitarbeiter. Meist sehen die Mitarbeiter den Handlungsbedarf und haben bereits Verbesserungsideen.

Fehler vorbeugen

Eine lernende Organisation sieht Fehler als Lernchancen an und eröffnet sich so neue Sichtweisen auf die Ursachen. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten die Auslöser zu beseitigen und wiederkehrende Fehler zu vermeiden.

Betroffene Mitarbeiter haben eine andere Sichtweise auf die Vorfälle und können Aufschluss auf die Ursachen geben. Daher ist ein offenes Mitarbeitergespräch ohne Bewertung die einfachste und effizienteste Methode Ursachenforschung zu betreiben. Anschließend definierte Strategien helfen Wiederholungsfehler zu vermeiden und neue Fehler vorzubeugen.

Gemeinsam zur Null-Fehler-Kultur

Die Grundlage für eine funktionierende Null-Fehler-Kultur ist die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern und Management. Nur wenn die Mitarbeiter keine Angst vor Sanktionen haben, werden sie auch Fehler zugeben und offen daran arbeiten diese zukünftig zu vermeiden.

Das Zugeben eines Fehlers muss als positiv empfunden werden und als Chance zur Erreichung gemeinsam definierter Qualitätsziele. Die kulturelle Grundlage sieht die gemeinsame Ursachenforschung, das Erarbeiten von Korrekturmaßnahmen und die Definition von Präventionsmaßnahmen vor.

Fazit

Unternehmen, die eine positive Einstellung zu Fehlern leben, ihre Mitarbeiter als Experten ihres Arbeitsplatzes sehen und in den Veränderungsprozess mit einbeziehen ebnen den Weg zu einer Null Fehler Kultur. Sie profitieren von der Motivation der Mitarbeiter und werden mit höherer Produktivität und mehr Qualität belohnt.

Autor: Stephan Köhler

Stephan Köhler arbeitet im Marketing bei T&T. Er beschäftigt sich mit einer systemischen Unternehmensberatung rund um das Thema Qualität, Arbeitssicherheit und den “Faktor Mensch” im Unternehmen. Seine Artikel sind informativ und nutzbringend für Entwicklungsunternehmen.

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