Früh Feedback von potentiellen Nutzern einholen

Ninox: Geschäftsabläufe ganz einfach digitalisieren

Stellen Sie sich und das Startup Ninox kurz unseren Lesern vor!
Ninox ist eine Plattform, mit der man Geschäftsabläufe ganz einfach digitalisieren kann. Kaum vorstellbar: In vielen Unternehmen sind immer noch Excel und E-Mail die Basis für wichtige Kernprozesse. Mit Ninox können diese Prozesse übersichtlich gestaltet und automatisiert werden. Und dazu braucht man keine Programmierkenntnisse: Unsere Nutzer erstellen selbst Lösungen für die verschiedensten Bereiche. Angefangen von der Adressverwaltung über Fertigung und Vertrieb bis hin zum Personalmanagement.

Dabei ist Ninox nicht auf eine bestimmte Branche beschränkt.

Zu unseren Kunden zählen Fertighaushersteller, Versicherungsunternehmen, große Fußball-Clubs und viele mehr. Ninox bietet ein einfach zu nutzendes Front-End, etwa auf Smartphones oder Tabletts oder auch auf dem PC, welches mittels Schnittstelle (API) an zahlreiche gängige Systeme angedockt werden kann.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Die Idee zu Ninox hatte ich während meiner Tätigkeit als IT-Projektleiter bei Volkswagen. Dabei merkte ich, dass die Digitalisierung in den Betrieben nicht ideal umgesetzt wurde. Ein wichtiger Grund war, dass Unternehmen nur die Wahl hatten, entweder unflexible Standardsoftware zu verwenden oder in teure, langwierige Eigenentwicklungen mit ungewissem Ergebnis zu investieren. Daher blieben die meisten Unternehmen bei improvisierten Insellösungen mit gängigen Office-Anwendungen, verschiedenen Online-Tools und exzessivem E-Mail-Verkehr. Mit Ninox haben wir dieses Problem gelöst. Unsere IT-Plattform ermöglicht es nun jedermann, auch ohne Programmierkenntnisse, die für sich passende Datenbankanwendung zu erstellen.

Das bringt digitale Prozesse zu den Fachabteilungen, wo das Wissen sitzt.

Welche Vision steckt dahinter?
Über kurz oder lang werden praktisch alle Geschäftsprozesse digitalisiert werden müssen. Mit Ninox tragen wir dazu bei, dass das einfach und für jedermann und jedes Unternehmen möglich wird. Dafür setzen wir konsequent auf den No-Code-Ansatz, mit dem das Wissen der Fachleute ohne Umwege digital abgebildet werden kann.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Unser Wertversprechen „Jeder kann selbst Business-Apps erstellen“ – für einige klingt das zu gut, um wahr zu sein. Die größte Herausforderung ist für uns, potentielle Kunden zu überzeugen, den ersten Schritt mit Ninox zu wagen. Denn wer sich einmal in Ninox vertieft hat, der bleibt auch dabei.

Um diese Lücke zu überwinden und den Markt aufzubauen, setzen wir vor allem auf die Ninox Community, die einen großen Anteil zum Wachstum beiträgt.

Bei der Entscheidung, wie wir unser Wachstum finanzieren, haben wir uns dann auch konsequent für Crowdinvesting entschieden, um der Community die Möglichkeit zu geben, direkt am Erfolg von Ninox beteiligt zu sein.Das war sehr erfolgreich. Wir haben die schnellste Crowdfunding-Kampagne, die es bei Seedmatch je gab, hingelegt: Innerhalb von 22 Stunden war das Funding-Ziel erreicht.

Wie funktioniert das? Wo liegen die Vorteile?
Ninox ist sehr einfach zu nutzen. Wirklich jeder kann direkt loslegen und Anwendungen bauen. Gleichzeitig ist das System so mächtig und flexibel, dass die erstellten Apps höchsten Industriestandards genügen und voll in die vorhandenen Prozesse im Unternehmen integriert werden können. Stichwort Enterprise-grade. Zahlreiche Integrationsmöglichkeiten erlauben die einfache Anbindung bestehender Systeme. Ein weiterer Vorteil von Ninox sind die ständig neu hinzukommenden Templates, die von anderen Nutzern erstellt werden und die man für seine Zwecke anpassen kann.

Das ist vergleichbar mit Word-Press.

Wie ist das Feedback?
Unsere Nutzer lieben Ninox, weil sie kreativ mit Technologie umgehen können und somit selbst zum Entwickler ihrer eigenen Anwendung werden. Mittlerweile haben sich zahlreiche Anwendertreffen gegründet. Dort tauschen Nutzer ihre Erfahrungen aus. Wir unterstützen das natürlich gerne.

Außerdem sind die Anwender begeistert von unserem Support. Sei es per Telefon, Videokonferenz oder per E-Mail. Unsere Kunden lernen wir in den neun wöchentlich stattfindenden Webinaren kennen. Dort behandeln wir im engen Austausch Themen wie Ninox-Anwendung, Integration und Branchen-Lösungen.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir wollen die Nummer eins im Bereich Datenbank-Anwendung werden. Seit dem Start haben wir über 250.000 Downloads nur auf iOS und Mac. Wir haben es damit in 49 Ländern an die Spitze im App-Store in der Kategorie Business-Apps geschafft.

Seit Ende 2018 gibt es Ninox auch auf Android – damit wollen wir diesen Erfolg wiederholen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Früh Feedback von potentiellen Nutzern einholen
Den wichtigsten Channel identifizieren und dann darauf fokussieren
Input von außen annehmen, aber am Ende den eigenen Weg gehen

Bild: Die Macher von Ninox Alexander Koenig und Frank Böhmer (v.l.) Fotograf Florian Kronfeld

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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