Geduldig und hartnäckig dran bleiben

NINE TO FIVE nachhaltige Mode, Schuhe , Taschen und Accessoires aus Leidenschaft

Stellen Sie sich und das Startup NINE TO FIVE doch kurz unseren Lesern vor!

Bei NINE TO FIVE geht es um nachhaltig produzierte Schuhe und Taschen, um minimalistische Sneaker und Shirts und coole Accessoires für eine gut sortierte Capsule Wardrobe.

Im Grunde schaffen wir anspruchsvolle aber lässige Key Pieces, die mehr als eine Saison das Herz erfreuen sollen. Einfach weil sie in jede Garderobe passen, egal welcher Anlass, egal welches Wetter oder welche Veränderungen man sonst noch so mitmachen muss.

Ich habe zuvor mehr als 12 Jahre als Creative Director in Agenturen verbracht und das hinterlässt Spuren, aber auch wichtige Einsichten. Meine Sehnsucht nach tollen Produkten und vernünftigen Unternehmen, die wunderbare Arbeit leisten und die die Interessen der Gesellschaft in den Mittelpunkt stellen, wurde immer größer. Irgendwann fragt man sich, was kann ich dafür tun.

Wie ist die Idee zu NINE TO FIVE entstanden?

Eigentlich ist die Idee aus meinem eigenen Bedürfnis nach Fair Fashion entstanden. Erst habe ich den Markt umgegraben und geschaut ob es solche Produkte schon gibt und wo man diese bekommt. Als ich mich dann mit den Produktionsweisen beschäftigt habe, wusste ich, das muss ich selbst in die Hand nehmen. Ganz naiv eigentlich, aber wir brauchen einen Change in der Art und Weise wie wir Mode herstellen, kommunizieren und verkaufen.

Mittlerweile bin ich ja keine Einzelkämpferin mehr und es gibt viel junge Unternehmen die sich ganz auf nachhaltige Produkte spezialisiert haben. 

Welche Vision steckt hinter NINE TO FIVE?

Ich habe NINE TO FIVE gegründet, weil mir klar wurde, das wir mehr Alternativen zur Fast Fashion, deren Herstellung und vor allem deren Werte brauchen. Ich wollte das es wieder mehr Produkte gibt, bei denen einem das Herz hüpft und man trotzdem keinen großen Schaden für Mensch und Tier hinterlässt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ja, ganz klar, es war schwierig. Und ist es im Grunde immer noch. So als Quereinsteiger im Bereich Mode und als Frau mit Visionen trifft man nicht sofort auf offene Zuhörer, weder bei den Banken noch bei Investoren. Aber ich bin der GLS Bank unfassbar dankbar das sie diesen Weg mit mir gegangen ist. Ich denke fast das ich am Anfang nur ein Experiment war.

Es ist wie immer im Leben, man braucht die richtigen Partner zur richtigen Zeit und ein gewisses Maß an Zuversicht und Mut um all das zu verbinden, ach und Geduld. Und davon reichlich.

Und wenn ich an meine ersten Produktionsreisen denke, frag ich mich schon noch wie ich das alles geschafft habe. Immerhin bin ich dort ohne Referenzen oder großen Konzern im Rücken angekommen und hab erstmal alles hinterfragt. Da traf eine gänzlich etablierte Industrie auf mich, die alles genauer wissen wollte, alles sollte vollkommen transparent und ökologisch sein. Kein guter Einstieg. Aber über die Zeit zahlte sich die Geduld aus.

Heute sind wir ein eingespieltes Team und haben nur noch die völlig normale Probleme, die die andere Unternehmen auch haben, also gleiche Qualität bei hohen Stückzahlen, Lieferengpässe und Warenwirtschaftssysteme… aber das finde ich schon richtig super und eine tolle Entwicklung.

Wobei die Finanzierung im Fashionbereich wirklich seine Eigenheiten hat. Wir entwickeln und produzieren unsere neuen Kollektionen bis zu anderthalb Jahre im Voraus. Der Cashflow ist schon hohe Schule.

Ach, und auch der Markt hat sich in den letzten 5 Jahren drastisch verändert. Wir kaufen alle mehr online und spazieren nur noch durch die Fussgängerzonen. Der ganze Prozeß hinter dem Vertrieb hat völlig neue Partner hervorgebracht, Systeme wie Fachmessen und Fachzeitungen werden immer unrelevanter oder verändern sich völlig.

Aber da ich ja aus einer guten (Strategie-) Schule komme, haben wir das alles im Blick.

Wer ist die Zielgruppe von NINE TO FIVE?

Ich hoffe doch das wir vielen Menschen aus dem Herzen sprechen, wenn wir tolle und faire Schuhe entwickeln. Aber am Ende sind es schon Menschen die den Mehrwert zu schätzen wissen und sich im allgemeinen Gedanken über ihren Lebensstil machen. Und das dann noch in Kombination mit Spaß an Mode, der eigenen Stilrichtung und einer Begeisterung für junge, deutsche Marken.

Was ist das Besondere an den Produkten?

Unsere Styles überzeugen mit einer außergewöhnlich klaren Formensprache, sie sind niemals over-trendy und dadurch sind unsere Produkte auch länger als eine Saison Lieblingsstücke.

Ansonsten ist unsere Produktion natürlich von vorn bis hinten auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Wir fangen schon bei der Idee für die nächste Kollektion damit an, wir entwickeln nur Schuhe, die einen breiten Kundenstamm begeistern können und wollen auch das unsere Modelle langlebig sind. In Sachen Style und Material. Wir suchen sehr lange nach den richtigen Partnern, Produktionen und Zulieferern. Und alle Modelle entwickeln wir selbst, es gibt also keine Kopie von XY. Daher dauern unsere Entwicklungsphasen manchmal etwas länger, sind dafür aber kleine Allroundtalente, wenn sie fertig im Karton landen.

Auch unser Leder ist ökologisch auf der sauberen Seite, wir produzieren in Portugal, dort wird ausschliesslich chromfrei und metallfrei gegerbt. Das Abwasser wird sogar solange aufbereitet, dass es in die normale Wasserversorgung der Stadt zurück geleitet wird. Wir finden es wichtig zu wissen, das man unsere Schuhe auch barfuss anziehen kann, ohne davon Schaden zu nehmen.

Und ganz stolz sind wir auch auf unsere Verpackung, da ist kein Plastik zu finden und auch die Lederreste werden alle aufbereitet.

Wie ist das Feedback?

Wir bekommen manchmal kleine Texte auf unseren Retourenscheinen, die sind herzzerreißend. Manchmal braucht man genau das um wieder weiter zu machen, egal welche Herausforderung sich grad in den Weg stellt. Ich bin immer wieder schwer bewegt zu sehen, das man doch einen Unterschied machen kann.

NINE TO FIVE, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich bin lang genug dabei um zu wissen das es nicht immer steil bergauf geht, sondern immer wieder Phasen von Veränderung und Resignation kommen werden. Aber ich weiß auch das es immer eine Lösung dafür gibt und wir immer unser Bestens geben werden. Egal wo wir in 5 Jahren sind, es wird der richtige Weg sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Am Ende zählt der Mensch und seine Einstellung dazu. Egal wie erfolgreich man wird, man muss sich damit wohl fühlen. Egal ob was nicht gleich beim ersten Mal klappt, dann klappt es eben beim nächsten Mal besser. Geduldig und hartnäckig dran bleiben. Und bei all dem nicht den Spaß verlieren, es ist im Allgemeinen schon eine wirklich luxuriöse Angelegenheit die Freiheit zu haben ein Unternehmen zu gründen. Dann muss es doch auch reichlich Freude machen, oder?

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Sandra Schittkowski für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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