Erzählt Freunden, Bekannten, Familie oder auch fremde Leuten von eurer Idee !

New Hand Shop: Online-Marktplatz für aufstrebende, kleine und unabhängige Marken aus dem Bereich Fashion und Lifestyle

Stellen Sie sich und das Startup New Hand Shop doch kurz unseren Lesern vor!
Wir, die Zwillingsbrüder und Gründer der New Hand OHG – Finnegan und Jonathan Bitsch. Wir sind 26 Jahre alt, sehr stolz auf unser Projekt und haben Großes vor. Neben dem Studium in Köln (Finnegan) bzw. Augsburg (Jonathan), haben wir uns im September 2016 dazu entschlossen unser eigenes Ding zu machen: Der New Hand Shop. Im Juli 2017 ist der Online-Marktplatz für aufstrebende, kleine und unabhängige Marken aus dem Bereich Fashion und Lifestyle online gegangen. Was mit acht Marken begann, ist innerhalb eines Jahres auf über 35 Marken angewachsen und demnach hat das Sortiment an Vielfalt gewonnen.

Neben Damen- und Herren-Streetwear, gibt es nun auch zahlreiche Taschen, Schmuck, Caps und weitere Accessoires!

Wie ist die Idee zu New Hand Shop entstanden?
Nach einem Telefonat im Sommer 2016 ist uns aufgefallen, dass wir online nicht wissen, wo wir nach für uns unbekannten Marken suchen können. Der Avocado Store ist uns eingefallen, aber dort muss man erstmal unter den ganzen bekannten Marken aussortieren und das ist auf Dauer sehr zeitaufwendig. Dawanda bzw. Etsy, kam uns als nächstes in den Sinn, aber dort hat man das Problem, dass die kleinen Marken zwischen den vielen Hobby-DIYs untergehen. Demnach haben wir uns entschlossen einen Marktplatz für Marken zu eröffnen, die sich etwas aufbauen wollen und auch eine Vision haben, wohin es mit ihrem Label gehen soll. Geboren war der New Hand Shop!

Welche Vision steckt hinter New Hand Shop?
Gute Frage! Unsere Vision ist es, dass fair produzierende, kleine Marken und auch Start Ups in der Modebranche mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, damit sich in der Fashionindustrie etwas verändert. Denn um die Branche nachhaltig zu verändern, muss erstmal die Nachfrage geschaffen werden. Viele kleine und/oder neue Marken nehmen sich diesem Thema, fair und nachhaltig zu produzieren, an. Auf dem New Hand Marktplatz können diese Marken geschlossen auftreten und so gemeinsam eine Veränderung hervorrufen, ihre Bekanntheit steigern und wachsen.

Aus Kundensicht wollen wir versuchen der Uniformierung, die momentan stattfindet, entgegenwirken. Viele Leute streben nach Individualismus, doch können diesen mangels einzigartigem Angebot im Netz oder auch der Stadt schwer ausleben. Zu viel Gleiches, zu omnipräsent die Global Player.

Wenn also jemand auch abseits des Altbekannten neue Fashion-Marken shoppen will, ist die Person bei New Hand genau richtig.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war vermutlich den Mut zu fassen und das Projekt wirklich anzugehen, zu realisieren, umzusetzen und ohne wirklich alles bis ins kleineste Detail durchgeplant zu haben, an den Start zu gehen. Natürlich denkt man im Vorfeld viel darüber nach, aber wenn es dann soweit ist, ist das etwas ganz anderes! Die größte Herausforderung, die sich jetzt stellt ist das „Bekannt werden“ von New Hand und neu Leute zu erreichen. Eine weitere Herausforderung wird sein die Skalierbarkeit der Unternehmung zu erhöhen, sei es durch mehr Automatisierung oder Schnittstellen zu den Shops der Marken.

Momentan finanzieren wir uns komplett selbst aus Ersparnissen. Das macht das Ganze natürlich noch aufregender, weil man selbstverständlich auch etwas aus seiner Investition zurückbekommen – und nicht in den Sand setzen will.

Wer ist die Zielgruppe von New Hand Shop?
Zum einen wollen wir mündige Kundinnen und Kunden erreichen, die sich bewusst sind, das hinter einem Einkauf mehr als nur das Produkt steckt. Sei es die Produktion, der Transport oder die Marke selbst. Qualität vor Quantität; Chance geben statt Chance nehmen!
Das Alter spielt dabei nicht zwingend eine Rolle, wobei sich durch die Produkte der Marken, die Zielgruppe auf zwischen Anfang 20 und etwa Ende 30 eingrenzen lässt.

Des Weiteren wollen wir, wie bereits erwähnt, ein Shop für Leute sein, die nicht mit der Masse gehen und lieber etwas Neues angehen, als den Slogans der großen Marken hinterher zu laufen. Die Kundinnen und Kunden bekommen einzigartige Artikel, die sich durch ihre Qualität und Machart von der Mainstreamware abheben.

Als weitere Zielgruppe sind natürlich die Marken zu nennen. Diese sollen eine gewisse Größe bei ihrem Eintritt in den Marktplatz nicht überschritten haben und einer Vision folgen – eine faire Vision. Zudem sollten sie etwas in der Fashionindustrie bewegen wollen, um diese auf Dauer zum Positiven zu verändern! Wie genau die Marken ausgewählt werden, kannst du der nächsten Frage entnehmen.

Wie werden die Marken von euch ausgewählt?
Die Marken müssen bei ihrem Eintritt in den Marktplatz bestimmte Kriterien erfüllen, um Verkäufer zu werden zu dürfen.
Der Verkäufer darf im vergangenen bzw. laufenden Geschäftsjahr nicht mehr als 1,3 Mio. € Jahresumsatz erzielt haben.
Im Führung-, Management-, Design-, Marketing-, und Vertrieb-Bereich des Verkäufers dürfen nicht mehr als 10 Angestellte tätig sein.

Mindestlohn und Sicherheits- sowie Arbeitsstandards in den eigenen Produktionsstandorten und denen der Zulieferer müssen gegeben sein.

Die Marke muss als eigenständiges Unternehmen auftreten oder sie darf kein Tochterunternehmen eines Unternehmens sein, das beim Zeitpunkt des Eintritts gegen eines der oberen Kriterien verstößt.

Kriterien zu den verwendeten Materialien (z.B. Bio-Baumwolle muss verwendet werden) gibt es bisher noch nicht, da die Marken, die auf Sicherheits- bzw. Arbeitsstandards achten auch gleichzeitig keine schädlichen Materialien verwenden wollen. Die Kriterien können aber gegebenenfalls angepasst und geändert werden. Des Weiteren nehmen wir es uns raus auch bei erfüllen der Kriterien einen Eintritt zu verweigern, wenn beispielsweise keine Vision da ist oder der Glaube an eine Veränderung fehlt.

Wie ist das Feedback?
Von Seiten der Marken ist das Feedback sehr positiv. Andernfalls wäre eine Vervierfachung der Markenanzahl nicht zu erklären! Mehr muss man dazu wahrscheinlich nicht sagen.
Auch Kundinnen und Kunden reagieren durchaus erfreut, wenn sie von dem Konzept des New Hand Shops hören. Das bestätigen auch die Besucher- sowie Verkaufszahlen. Allerdings muss man fairerweise anmerken, dass die Verkäufe nicht auf alle Marken gleich verteilt sind. Wie überall gibt es Marken, die besser ankommen werden als andere. Wir arbeiten aber jeden Tag daran, die richtigen Leute für jede Marke zu erreichen und auf die Plattform zu bringen. Zudem sind wir in ständig auf der Suche nach neuen Marken, die mit New Hand was bewegen wollen und ebenfalls ihren ganz eigenen Stil mitbringen.

New Hand Shop, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Für uns wäre es natürlich ein Traum, wenn „New Hand“ in fünf Jahren ein Synonym für Neues steht oder auch einfach DER Marktplatz für Menschen ist, die sich abseits des Mainstreams bewegen wollen – neue Marken, einzigartige Produkte und eine große Vielfalt.

Zudem würden wir uns freuen, wenn New Hand in Zukunft eine Zuhause für neue Marken bspw. nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne wird. Dass der logische Schritt für neue Marken ist, dem New Hand Marktplatz beizutreten. Weiterhin wollen wir daran arbeiten eine gemeinsame Stimme für kleine Marken zu werden und so Druck auf die Global Player auszuüben und vielleicht auch bei diesen für ein kleines bisschen Umdenken sorgen!
Mit dem „Year of the…“ wollen wir auch neben dem „Shoppen“ etwas verändern und Kundinnen wie Kunden auf Missstände aufmerksam machen. 2018/19 wird das Year of the Bee stattfinden, in dem wir auf die Wichtigkeit von Bienen aufmerksam machen und Projekte zu deren Schutz vorstellen. Des Weiteren pflanzen wir pro 50€-Bestellwert einen Baum mit Plant for the Planet.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Wie wahrscheinlich jeder sagt, der schon mal gegründet hat – Einfach machen! Ihr habt eine Idee, die es wert ist umgesetzt zu werden. Wir haben anfangs auch gedacht, neben Studium, Teilzeitjob passt doch gar nichts mehr in den Tagesplan…doch es funktioniert, sogar meist besser als gedacht und bringt einen in der eigenen Struktur auch noch einen großen Schritt nach vorne. Und wenn es am Ende doch nicht klappen sollte, habt ihr auf jeden Fall so viel an Erfahrung mitgenommen – das nimmt euch niemand mehr!

2. Erzählt Freunde, Bekannte, Familie oder auch fremde Leute von eurer Idee und schaut wie sie reagieren. Aus deren Reaktion lässt sich oft mehr rauslesen als man denkt. Zudem lernst du deine Idee zu „verkaufen“, denn Übung macht den Meister! Feedback und Antworten auf Fragen sind die beste Art und Weise seine eigene Idee wirkich kennenzulernen, auf alle Gegebenheiten vorbereitet zu sein und das Konzept nochmals zu durchdenken.

3. Hinterfragt alles! Ihr werdet viele „tolle“ Angebote, komische Rechnungen und „nette“ Leute kennen lernen. Leider wollen aber nicht alle euer, sondern nur ihr Bestes. Daher nehmt euch lieber mehr Zeit und überlegt euch genau, was es für Vorteile haben könnte oder auch wer euch gegenübersteht. Wenn Fragen offen sind, fragt! Mit New Hand wurden wir auch schon den ein oder andern Euro Lehrgeld los, weil wir zu übereifrige Entscheidungen getroffen haben. Daher macht bitte nicht dieselben Fehler wie wir!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jonathan und Finnegan für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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