Sonntag, Oktober 17, 2021

Die ersten Schritte entscheiden maßgeblich über den restlichen Weg

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Frederik Fischer, Gründer*in von Neulandia wurde als Kultur- und Kreativpilot*in 2020 ausgezeichnet

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!

Neulandia steht für „Neues Leben und Arbeiten auf dem Land“. Unsere Mission ist eine progressive und gemeinwohlorientierte Regionalentwicklung zu unterstützen. Das können große Bauprojekte sein wie unsere KoDörfer, die wir gemeinsam mit dem Münchner Architekturbüro agmm und der Genossenschaft Vielleben umsetzen. KoDörfer bestehen aus vielen kleinen, ökologisch gebauten Holzhäusern und großen Gemeinschaftsgebäuden, inklusive Coworking Space, Veranstaltungsflächen und Hofladen. Mit dem Summer of Pioneers bieten wir Großstädter:innen die Möglichkeit in einer Gemeinschaft aus 20 Kreativen das Landleben für sechs Monate zu testen. Neben unseren eigenen Projekten, beraten wir aber auch Kommunen und helfen bei der Gründung von Baugruppen in ländlichen Räumen.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Ich wollte in einem KoDorf leben, aber habe keines gefunden. Also musste ich mich gemeinsam mit meinen Mitstreiter:innen selbst auf den Weg machen. 

Welche Vision steckt dahinter?

Ich erkenne in den ländlichen Räumen gewaltiges Potenzial für eine nachhaltige und resiliente Gesellschaft. Unsere Projekte sprechen insbesondere Menschen an, die Lust auf eine gemeinwohlorientierte Dorf- und Stadtentwicklung haben und damit ein wichtiges Gegengewicht zu den in vielerlei Hinsicht schädlichen und seelenlosen Neubaugebieten darstellen. In den ländlichen Räumen erlebt man Selbstwirksamkeit, während die Stadt viele von uns zu reinen Konsument:innen macht. Und auch für unsere Demokratie halte ich einen besseren Austausch zwischen Stadt und Land für zwingend notwendig. Städter haben kaum noch Berührungspunkte mit Menschen in ländlichen Regionen und umgekehrt. Ich bin der Überzeugung, dass wir als Gesellschaft zukunftszugewandte Narrative brauchen und Menschen die diese glaubhaft verkörpern. Mit Neulandia bauen wir diesen Menschen eine Bühne. 

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?

Wir gehen mit unseren Projekten sehr lange in Vorleistung. Das zehrt auf Dauer an den Kräften, aber inzwischen sind wir übern Berg. 

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Gibt es einen anderen Weg? Ich kenne sie jedenfalls nicht, die perfekte und reibungslose Gründung. 

Wie sind Sie auf die Auszeichnung Kultur und Kreativpilot*innen Deutschland aufmerksam geworden?

Unter den Preisträgerinnen der vergangenen Jahre waren offen gestanden recht viele Freunde und Bekannte. So ist mir das Programm immer wieder begegnet und empfohlen worden. 

Wie wichtig sind solche Auszeichnungen?

Wir leben in einer Aufmerksamkeitsökonomie, in der häufig die Lauten, Rücksichtslosen und Dummdreisten belohnt werden. Alles, was mehr Aufmerksamkeit auf die Menschen legt, denen das Gemeinwohl mindestens so wichtig ist, wie das eigene Konto, ist wichtig und richtig. Ich persönlich habe zudem sehr von dem Netzwerk und dem Austausch mit den Mentor:innen profitiert. 

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?

In fünf Jahren werden die ersten KoDörfer stehen, der Summer of Pioneers wird überall in Deutschland Hotspots für innovatives und gemeinwohlorientiertes Unternehmertum entstehen lassen und mit unserem Netzwerk an Architektinnen und Projektsteuerern haben wir zahlreichen Gruppen dabei geholfen durch gemeinschaftliche Bauprojekte ihre Wohnträume zu erfüllen. 

Welche drei Tipps würden Sie angehenden Gründer*innen mit auf den Weg geben?

Alt, aber immer noch gut: Fokus! Ohne die passenden Mitstreiter:innen ist auch die beste Idee zum Scheitern verurteilt. 

Die ersten Schritte (Namensgebung, Rechtsform, Finanzierungsform) entscheiden maßgeblich über den restlichen Weg und wollen entsprechend gut durchdacht sein. 

Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland – die Auszeichnung der Bundesregierung für die Kultur- und Kreativwirtschaft

Jedes Jahr werden im Namen der Bundesregierung 32 Unternehmen als Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland ausgezeichnet. Bewerben können sich Unternehmen, Selbständige, Gründer*innen und Projekte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft und deren Schnittstellen zu anderen Branchen. Bei der Auszeichnung steht die Unternehmer*innenpersönlichkeit im Mittelpunkt. Die Titelträger*innen nehmen an einem einjährigen, individuell abgestimmten Mentoring-Programm teil. Dazu gehören Workshops, die Begleitung durch zwei Coaches, der Austausch mit den anderen Teams und mit Expert*innen sowie die bundesweite Aufmerksamkeit durch die Titelvergabe. 

Einfache Bewerbung

Die Bewerbung kann via Online-Formular auf www.kultur-kreativpiloten.de eingereicht werden. Zur Bewerbung reichen drei Dinge: Eine kurze Beschreibung der Idee, Informationen zur einreichenden Person oder zum Team und ein kurzes Motivationsschreiben, warum man Kultur- und Kreativpilot*in werden möchte. Das diesjährige Bewerbungsverfahren geht vom 15. Juni – 25. Juli 2021. 

Ideengeber und Organisator der Auszeichnung im Rahmen des Projektauftrags durch die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung ist das u-institut für unternehmerisches Denken und Handeln e.V. unter Leitung von Sylvia Hustedt und Christoph Backes. 

Wir bedanken uns bei Frederik Fischer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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