Neue Datenschutzvorgaben ab 2018: 3 Tipps für Startups

Welche neuen Regeln Startups beachten müssen und wie sie sich dafür wappnen

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) rückt mit riesen Schritten näher. Ab dem 25. Mai 2018 greifen EU-weit einheitliche Regeln für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen. Damit stehen Unternehmen aktuell vor der Herausforderung, die neuen EU-Datenschutzvorgaben umzusetzen. Denn wer zukünftig dagegen verstößt, dem drohen drastische Strafen: 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Bruttojahresumsatzes könnten dann fällig werden.

Umso erstaunlicher, dass laut einer NetApp-Umfrage ein Jahr vor Inkrafttreten der DSGVO fast drei Viertel (73 Prozent) der IT-Entscheider bezweifeln, dass ihre Organisation alle Vorgaben der DSGVO rechtzeitig umsetzen kann. Dies gilt auch für die Unternehmen, die glauben, mit der Einhaltung des deutschen Datenschutzgesetzes auf der sicheren Seite zu sein. Ein Grund: Die DSGVO verpflichtet Unternehmen beispielsweise, jederzeit nachweisen zu können, wo sie personenbezogene Daten verarbeitet und wer Zugriff auf sie hat. Eine Frage, die dann schwierig zu beantworten sein wird, wenn sie Anwendungen aus einer Public Cloud nutzen – so wie es viele Menschen privat mit Apps machen. In welchen Rechenzentren diese Daten landen, weiß in der Regel niemand.

DSGVO Datenschutzvorgaben Datenschutz StartupsAuch für digitale Startups stellt die Datenschutz-Grundverordnung eine Herausforderung dar. Um ihre Investitionen zu Beginn möglichst gering zu halten, bieten sich für sie Public Cloud-Lösungen an, für die ihnen nur für die tatsächlich genutzten Rechen- und Speicherkapazitäten oder Software Kosten entstehen. Es stellt sich für sie also die Frage, ob Public-Cloud-Angebote die richtige Lösung sind? Zumal auch ihre potenziellen Kunden in Deutschland in punkto Datenschutz hoch sensibilisiert sind. „Daraus ergeben sich aber auch Chancen für Startups“, sagt Miriam Mertens, Vice President Startup-Kooperationen bei der Telekom. „Wenn sie bei der Auswahl der Cloud-Partner auf Datensicherheit und Datenschutz achten, sind sie selbst auf der sicheren Seite, haben ein schlagendes Argument gegenüber ihren Kunden und gewinnen zudem Vertrauen.“

Drei Empfehlungen für Startups, die sich mit der DSGVO beschäftigen wollen:

1. Intensiv mit der Datenschutzgrundverordnung befassen

Nur 34 Prozent der IT-Unternehmen haben laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom in Bezug auf die DSGVO „erste Maßnahmen angefangen oder sogar schon umgesetzt“. Viele scheuen offenbar den Aufwand, das komplexe Thema anzugehen – die Chance für Startups, sich hier einen Wettbewerbsvorteil herauszuarbeiten. Was Startups beachten sollten hat die Bitkom in einer Liste mit häufig gestellten Fragen (FAQs) und den passenden Antworten zusammengestellt.

2. Von Sicherheitsexperten beraten lassen

Startups haben einen entscheidenden Vorteil: Sie können ihre Organisation von Beginn an so aufbauen, dass sie den neuen Datenschutzvorgaben bestmöglich entspricht. Um diese Aufgabe möglichst schnell, zielgenau und vollumfänglich zu lösen, sollten sie sich zu Sicherheitsthemen beraten lassen. Die Telekom hat zum Beispiel ein eigenes Security-Team aufgestellt, das Kunden in sicherheits- und datenschutzrechtlichen Fragen umfassend berät – unter anderem zum datenschutzrechtskonformen Einsatz von Public-Cloud-Lösungen.

3. Auf die richtige Cloud setzen

Unternehmen sind bei der Auswahl ihrer Kooperationspartner und Dienstleister aufgrund der Datenschutzthematik besonders vorsichtig. Gerade mittelständische Unternehmen vertrauen bei Cloud-Diensten meist nur solchen Anbietern und Partnern, die ihre Cloud-Lösungen in zertifizierten deutschen Rechenzentren hosten. Deshalb sollten digitale Startups nach Möglichkeit von Beginn an auf einen deutschen Cloud-Provider mit deutschen Rechenzentren setzen. „Viele Cloud-Kunden vertrauen uns, weil wir auch unsere Public Cloud, die Open Telekom Cloud, in unseren Rechenzentren in Deutschland betreiben“, sagt Maximilian Ahrens, Vice President Cloud Strategy bei der Telekom Großkundensparte T-Systems. „Und gerade für Startups bieten sich Public Cloud-Services an, weil sie hier alle notwendigen Rechen- und Speicherkapazitäten sowie Software ohne Investitionsrisiko genau nach Bedarf beziehen können.“

Startup-Programm TechBoost

Die Telekom hat im Frühjahr das Startup-Programm TechBoost gestartet. Startups mit Firmensitz in Deutschland und einer softwarebasierten Geschäftsidee können sich aktuell dafür bewerben. Wer sich qualifiziert, erhält 100.000 Euro Guthaben für IT-Ressourcen aus der Open Telekom Cloud, Rabatte bei Mobilfunk-, Festnetz- und Internettarifen sowie Unterstützung bei Vertrieb und Marketing. „Uns geht es um weitaus mehr als Technologie“, sagt Startup-Expertin Mertens. „Wir haben einen sehr großen Kundenstamm im Mittelstand, der mit Startups selten in Berührung kommen. Das wollen wir ändern, indem wir Startups mit unseren Kunden zusammenbringen.“

Bild: Miriam Mertens

Quelle Palmer Hargreaves GmbH/ Redakteur Sebastian Mainzer

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