Einfach mal machen: Schluss mit Perfektionismus und Selbstzweifel und ran an den Speck.

NerdFactory: Online-Plattform mit qualfizierten und geprüften IT-Nerds

Stellen Sie sich und das Startup NerdFactory doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Jonas Heidergott. Ich bin einer der vier Mitgründer und der CEO unseres StartUp-Unternehmens NerdFactory, welches wir vor ungefähr einem halben Jahr gegründet haben.

Wir sind in der Personalberatungs-, bzw. HR-Tech.-Branche tätig. Mit Hilfe von Data Science Technologien wollen wir bewerberspezifische Assessments und Matching-Algorithmen automatisieren und so für jeden Informatik-Nerd und Programmier-Geek einen für seine Fähigkeiten optimalen Job in einem innovativen StartUp finden. Unsere Vision ist es, durch die Implementierung von diesen Technologien, den in die Jahre gekommenen HR-Markt zu revolutionieren und die Qualität von Vermittlungen signifikant zu steigern.

Wie ist die Idee zu NerdFactory entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wir, das Gründerteam, kennen uns schon seit einigen Jahren und haben zusammen so manches unternommen, erlebt und durchgemacht. Diese Zeit hat uns als Team geformt und füreinander sensibilisiert, was das Firmenklima nach wie vor sehr entspannt und familiär macht.

Da wir uns für die aufkommende StartUp-Mentalität begeisterten und von unserem eigenen Unternehmen träumten, waren wir 2016 das erste Mal auf der „Gründen heute“, einer beliebten StartUp-Messe in Hannover. Dort sprachen wir mit vielen Personen aus der Szene und gingen zu einigen Vorträgen. Aus den dort gesammelten Eindrücken, konnten wir zwei Erkenntnisse gewinnen.

Erstens, dass es unzählige junge Gründer und StartUps mit überragenden Ideen gibt, die teilweise sogar das Potential mitbringen, das nächste Einhorn auf der Weide zu werden. Zweitens, dass die meisten dieser Unternehmungen einen Mangel an kompetenten Informatikern haben, um ihre Visionen umzusetzen. Das geht sogar so weit, dass geniale Ideen verworfen werden müssen, weil sich einfach niemand für die Umsetzung finden lässt.

An dem Abend nach der Messe diskutierten wir in einer Bar lange über dieses Problem und suchten nach möglichen Lösungsansätzen. Unser Programmierer schlug im Verlaufe des Abends vor, ob man nicht mithilfe von Data Science Technologien eine Lösung finden könnte, durch die Unternehmen und Programmierer zusammenfinden. Ein paar Stunden und Biere später, stand das erste Grundgerüst für unser Unternehmen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine unserer größten Hürden war es, die Hemmschwelle zu überwinden, dass die Informatik-Nerds sich bei unserem, ihnen bisher noch unbekannten, Portal anmelden. Wenn man sich z.B. bei Facebook oder bei LinkedIn registriert, liegt der Gedanke auf der Hand, dass sich dort schon Millionen Menschen eingeloggt haben. All denen ist auch nichts Schlimmes passiert. Aber welche Zugeständnisse gebe ich der NerdFactory mit einer Registrierung? Für was dürfen sie meine Daten verwenden? Oder habe ich jetzt am Ende noch irgendein Abo abgeschlossen?

Wir haben schon sehr viel unternommen, um dieses Problem zu bewältigen. Einerseits haben wir versucht, die „Spielregeln“ so transparent wie möglich offenzulegen. So erscheint bei der ersten Registrierung z.B. ein Pop-Up mit allen relevanten Informationen. In diesem wird erläutert, wie der Prozess abläuft, wie wir unsere Daten speichern (keine Drittstaaten-Übermittlung) und wofür wir ihre Daten verwenden (Datenschutzerklärung).
Des Weiteren arbeiten wir seit Beginn an bedienerfreundlichen Prozessen. Wir wollen unseren Kunden den Besuch auf unserem Portal so angenehm und intuitiv wie möglich machen. Aus diesem Grund, werden wir in naher Zukunft das Registrieren über Drittanbieter wie Xing und LinkedIn ermöglichen. Das bedeutet, dass wir es unseren Nerds ermöglichen, sich mit gängigen Technologien mit einem Klick zu registrieren.

Was die Finanzierung betrifft, haben wir alle anfallenden Kosten aus eigener Tasche gezahlt. So mussten wir noch keine Prozente an Externe abgeben. Jedoch kommen wir natürlich langsam an einen Punkt, an dem wir nicht mehr alles selbst leisten können. So werden wir uns in der nächsten Zeit aktiv nach Investoren umsehen.

Wer ist die Zielgruppe von NerdFactory?
Wir suchen auf der einen Seite nach coolen StartUps und innovativen Firmen, an die wir unsere Nerds vermitteln können. Dabei legen wir Wert darauf, dass wir unsere Programmierer zu fordernden Projekten verhelfen, sodass sie dort ihre Potentiale effizient entfalten und ausbauen können.
Auf der anderen Seite benötigen wir selbstverständlich Informatiker aus allen Disziplinen, an die wir diese Jobs vermitteln können. Für uns spielt es dabei keine Rolle, ob der Nerd sich seine Skills selbst angeeignet hat, er sich noch im Studium befindet oder dieses schon abgeschlossen hat. Wir akzeptieren jeden mit ausgeprägten Programmier-Skills und finden für ihn den passenden Job.

Wie funktioniert NerdFactory?
Wir haben ein Portal auf unserer Internetseite bereitgestellt, in dem sich sowohl Informatik-Nerds, als auch StartUps registrieren können. Erstere können in ihrem Bereich ein Skill-Profil hinterlegen, in dem sie ihre Fähigkeiten in einem Fünf-Punkte-System angeben. Im Anschluss überprüfen wir die Angaben mithilfe eines individuellen, kurzen „Assessment“-Tests. Abschließend suchen wir nach einem bestmöglichen Match zwischen dem verifizierten Skill-Profil unseres Informatikers und dem Gesuch eines Unternehmens.

Unsere Mission ist es, den Matching-Prozess durch Maschine Learning stetig zu optimieren und skalierbar zu machen. So möchten wir ideale Vermittlungen vorantreiben, für mehr Erfolg in der deutschen StartUp-Szene.

Welche Vorteile bietet NerdFactory?
Für den Nerd bietet unser Service den Vorteil einer schnellen und unkomplizierten Bewerbung. Er oder sie muss sich einmalig, in nur wenigen Minuten in unserem Portal registrieren und bewirbt sich damit schon auf hunderte attraktive Stellen und Gründungsprojekte.
Gibt es ein ideales Match, überspringt der Bewerber die bewerbungstypischen und aufwändigen Prozesse und bekommt direkt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Hier muss nur noch der erste Eindruck stimmen und schon hat er den Job.
Auf der anderen Seite bekommen die StartUps eine Rundumbetreuung während der Personalsuche. Wir helfen ihnen von der Fragestellung, welche Art von Programmierer sie benötigen, bis zu dem Punkt, an dem wir ihnen einen idealen Kandidaten vorstellen.

Wie ist das Feedback?
Bisher war das Feedback immer sehr gut. Der „Schmerz“ den wir bekämpfen wollen, sitzt bei vielen sehr tief. Aus diesem Grund bekommen wir von vielen Accelleratoren und Institutionen, die etwas mit Gründungen zu tun haben, sehr viel Unterstützung und Zuspruch.

NerdFactory, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In den nächsten Monaten und Jahren wollen wir unser Vermittlungsgeschäft deutschlandweit ausbauen und etablieren. Hierzu gehört es, eine gelebte und zelebrierte Nerd-Kultur in Deutschland zu etablieren. Ganz nach dem Vorbild aus dem Silicon Valley, in der Visionäre und fähige Programmierer sogar ein Vorbild- und Rockstar-Image bekommen. Natürlich steht währenddessen die Weiterentwickelung unseres Matching–Algorithmus stets im Fokus.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Einfach mal machen: Schluss mit Perfektionismus und Selbstzweifel und ran an den Speck.
Standhaft bleiben: Es klappt nie alles nach Plan, nur der der aufgibt, verliert.
Kritikfähig sein: Kritik ist wertvoller als Lob.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jonas Heidergott für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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