„Perfekt“ gibt es nicht und wenn man darauf wartet wird man nie anfangen.

Natascha von Hirschhausen Modelabel: Schlichte Eleganz, zeitgemäßen Luxus und transparente Nachhaltigkeit

Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen Natascha von Hirschhausen doch kurz unseren Lesern vor!
Ich habe an der Kunsthochschule Berlin Weißensee studiert und meinen Meisterschüler abgelegt. Direkt im Anschluss habe ich mein Modelabel „Natascha von Hirschhausen“ gegründet. Außerdem gründete ich mit Stefanie Barz das Online-Magazin „aethic.de„, das sich mit Mode zwischen Ethik, Ästhetik und Innovation beschäftigt.
Mit dem Modelabel „Natascha von Hirschhausen“ biete ich Mode, wie sie sein sollte. Schlichte Eleganz, zeitgemäßen Luxus und transparente Nachhaltigkeit mit höchsten Standards.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Obwohl ich Modedesign studiert habe, oder vielleicht auch gerade deshalb, war ich nie gerne Kleidung einkaufen. Die Teile haben mir entweder nicht gefallen, waren zu teuer oder waren ethisch für mich nicht vertretbar. Oft alles zusammen, oder man konnte über die Ethik hinter dem Produkt nicht mehr als hole Phrasen ausmachen.
Also habe ich beschlossen damit aufzuräumen, habe mich höchsten Standards verschrieben und diese transparent offen gelegt, damit meine Kunden eine fundierte Entscheidung treffen und ansprechende Designs kaufen können.

Was waren bei der Gründung Ihres Unternehmens die größten Herausforderungen?
Buchhaltung und die große Aufgabe das eigene Produkt an die Frau zu bringen. Sprich: Wie finde ich meine Zielgruppe, ohne riesigen finanziellen Aufwand? Wie verkaufe ich das Produkt?

Gab es jemals einen Punkt, wo Sie dachten das schaffen wir nicht?
Jeden Tag aufs neue, aber ich glaube an meine Idee. Das gibt mir immer wieder Kraft.

Wer ist die Zielgruppe von Natascha von Hirschhausen?
Jede Frau, die mit gutem Gewissen schöne, moderne Kleidung kaufen möchte.

Was zeichnet die Mode von Natascha von Hirschhausen aus?
Die Mode bietet höchste ökologische und soziale Standards, die transparent offen gelegt werden und dazu modernes, schlichtes Design, das die Trägerin in den Mittelpunkt stellt. Die Kollektionsstücke sind alle bequem und elegant, also besonders angenehm zu tragen.

Wo kann man die Mode kaufen?
Am liebsten ist mir, wenn mich meine Kundinnen im Atelier besuchen kommen und die gesamte Kollektion direkt vor Ort anprobieren und ihre Wünsche mit mir besprechen, damit ich alles entsprechend auf Bestellung produzieren kann. Allerdings kann man natürlich auch über den Onlineshop auf meiner Webseite Bestellungen aufgeben oder über diverse Boutiquen und andere Multi-Brand Online-Shops auf meine Kollektion stoßen.

Wie ist das Feedback?
Sehr gut.

Natascha von Hirschhausen, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
Am wichtigsten ist mir, dass ich von meinem Unternehmen leben, alle Rechnungen und Miete zahlen kann. Das ist leider im Modebereich alles andere als selbstverständlich. Daran arbeite ich gerade, also ist das Wichtigste, Kunden zu gewinnen und zu überzeugen.
Ich bin kein Anhänger des klassischen Business-Plans, auch wenn ich mir natürlich reiflich Gedanken über mein Unternehmen und die möglichen Entwicklungen mache und gemacht habe. Die Modeindustrie verlangt glaube ich, von jedem Gründer, reifliche Überlegung und dann Agilität, Motivation und Arbeitswillen. Mit dieser Herangehensweise bleibe ich auf einem unberechenbaren Markt beweglich und kann mein Unternehmen rasch einordnen. Deshalb wird die fernere Zukunft erst zeigen, wo ich mich dann befinden werde.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Ich glaube besonders wichtig ist nicht zu vergessen irgendwann anzufangen. „Perfekt“ gibt es nicht und wenn man darauf wartet wird man nie anfangen.
Mich hemmt oft und regelmäßig mein Perfektionismus. Langes Durchdenken und Zweifeln ist da an der Tagesordnung. Gerade als junges Unternehmen will man sich keinen einzigen Fehler erlauben und glaubt immer sofort man würde nicht ernst genommen, wenn nicht jedes noch so kleine Detail absolut perfekt ist. Und ein sehr hoher Anspruch ist sicher auch die Grundlage für ein gutes Unternehmen, aber man darf sich eben nicht lähmen lassen. Das ist ein schmaler Grat.
Zum Zögern beigetragen hat außerdem der Gedanke: Braucht die Welt wirklich noch ein Modeunternehmen? Ist es nachhaltig noch eine zusätzliche Kollektion und somit zusätzliche Produkte und Ressourcen auf diesen vollen Markt zu bringen? Diese Zweifel sind erst nach meiner Reise nach Bangladesch etwas ruhiger geworden. Seitdem ich die Ausmaße dort erlebt habe, glaube ich, dass jeder ehrlich gemeinte Schritt in die „richtige Richtung“ ein wichtiger Schritt ist. Und da ich nicht unbedingt an große Unternehmen glaube, denke ich, dass viele kleine Unternehmen einen Unterschied zum Positiven machen können. Und als eines derer sehe ich mich.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Natascha von Hirschhausen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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