Nadja Mütterlein: Realisiere etwas von dem du wirklich überzeugt bist

Treffen Sie Nadja Mütterlein Gründerin von Remote Talents auf der herCAREER in München

Nadja Mütterlein Gründerin von Remote Talents wird auf der herCAREER ein Meetup zum Thema Corporate meets StartUp Life und digitale Arbeitskultur halten

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!
Nadja Mütterlein: „Remote working while traveling the world – the New Way of Working“
In einem einzigartigen Programm begibt sich eine Community aus crossfunktionalen Professionals aus unterschiedlichen Unternehmen für mehrere Monate auf eine gemeinsame Reise. Sie wechseln dabei monatlich die Location, leben in verschiedenen Städten und tauchen in die jeweiligen Kulturen ein. Währenddessen arbeiten sie in CoWorking Spaces remote als digitale Nomaden – in ihren bisherigen Jobs, aber eben aus der Ferne. Remote Talents bietet den Teilnehmern eine einzigartige Reise in die digitale Arbeitswelt und schafft durch regelmäßige Community und Networking Events eine Vernetzung untereinander sowie mit lokalen Professionals. Wir wollen remote work für Angestellte und ihre Unternehmen erlebbar machen und zeitgleich einen sicheren Rahmen bieten.

Ich selbst reiste ein halbes Jahr durch Europa und arbeitete währenddessen 100% remote als HR Business Partnerin für mein Unternehmen Robert Bosch GmbH. Anschließend widmete ich mich aufgrund meiner remote Erfahrungen in einem Sabbatical dem Aufbau von Remote Talents, reiste parallel als digitale Nomadin mehrere Monate in Asien und Afrika. Ich arbeitete dabei an verschiedensten Plätzen wie CoWorking und CoLiving Spaces, Cafés oder auch der freien Natur, um remote Arbeiten in allen Facetten auf die Probe zu stellen.

Im Moment ist „100% remote“ und zusätzlich reisen für die Meisten jedoch noch zu groß. Wenn wir mit Personalabteilungen oder Geschäftsführungen sprechen, ist da noch sehr viel Skepsis. Viele können sich einfach nicht vorstellen, dass Mitarbeiter das können: die Welt kennenlernen und parallel zuverlässig ihren Job machen. Deshalb haben wir beschlossen, ein Pilotprojekt durchzuführen, um genau diese Ängste mit Pionieren zu nehmen. Im Oktober hosten wir für vier Wochen auf einer Finca auf Mallorca ein Pilotprojekt. Von dort aus erledigen die Teilnehmer nach dem Konzept CoWorking und CoLiving ihre normalen Aufgaben remote, gemeinsam entwickeln wir Remote Talents weiter, stellen uns spannenden Fragestellungen in verschiedenen Workshops und entwickeln digitale Kompetenzen. So bekommen wir eine Art Best Practice. Und gute Argumente von Personalern und Managern für ihre Kollegen. Es gibt derzeit noch freie Plätze, bei Interesse können sich Unternehmen gern an uns über nadja@remotetalents.com wenden.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Nadja Mütterlein: Ich habe selbst erfahren, wie eine solch einzigartige Erfahrung beruflich wie persönlich wachsen lässt und was für ein innovatives Personalentwicklungs- und Talentmanagementinstrument dahinter steckt und wie es den New Way of Working bedient. Und genau das brauchen wir und versuchen wir anzustoßen: Unternehmen, die Lust haben Pionier in solch einer neuen Arbeitskultur und in New Work zu sein, die die Bereitschaft aufbringen, etwas völlig Neues auszuprobieren und Vertrauen in ihre Mitarbeiter geben.

Remote Arbeiten gewinnt immer mehr an Bedeutung und wird aufgrund der digitalen Transformation ein entscheidender Wandel in der Arbeit 4.0 darstellen. Remote Talents bietet Unternehmen hierbei den sicheren „Experimentierrahmen“, sodass deren Angestellte „remote“ tatsächlich (er)leben, Erfahrungswerte sammeln und diese gewinnbringend ins Unternehmen einbringen können.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Nadja Mütterlein: Ich würde aus heutiger Sicht sagen die fehlende mögliche Orientierung am Markt. Wenn ich heutzutage einen Online Shop eröffnen will, dann kann ich mir Tausende anschauen und prüfen, was ich gut finde und was nicht. Bei den meisten Dingen gibt es einen Vergleichsmarkt, der häufig auch hilfreich sein kann. Da wir uns mit dem Thema remote work für Angestellte auseinandersetzen und gezielt einen praktischen Rahmen, also etwas Erlebbares, anbieten möchten, war das nicht ganz so einfach. Natürlich auch was die Kommunikation und Überzeugung von Unternehmen angeht. Für alle ist es etwas ganz Neues, das mit vielen Unsicherheiten verbunden ist – aber auch vielen Chancen. Und das macht es so spannend.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
In den meisten Fällen würde ich sogar sagen: das ist ganz normal und muss so. Wenn wir heutzutage immer darauf warten würden, bis alles perfekt ist, hat sich die Welt in dieser Zeit bereits dreimal gedreht. Zumal sich die Frage stellt: wer definiert eigentlich wann, was perfekt ist? Entscheidend ist aus meiner Sicht, ab einem gewissen Punkt den Kunden einzubeziehen, um nicht am Markt vorbei zu entwickeln. Hier hilft es häufig, wenn das Produkt noch kein Endstadium hat, sondern gemeinsam noch flexibel feingeschliffen werden kann.

Wie sind Sie auf die herCAREER aufmerksam geworden?
Das war anders herum: herCAREER wurde auf mich aufmerksam. Was mich natürlich sehr gefreut hat.

Zu welchem Thema werden Sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf der herCAREER weitergeben?
Rund um das Thema remote work, digitales Nomadentum, New Way of Working, Generation Y sowie Gründung. Punkte, die ich allesamt ausgiebig kenne oder ausgetestet habe und so enorm viele Erfahrungswerte sammeln konnte. Alles kann ich aus zwei Brillen betrachten: Start Up und Corporate. Ich selbst arbeite Vollzeit bei Bosch im Personalwesen und gleichzeitig für mein Start Up Remote Talents. Auch das kann ein Lebens- und Arbeitsmodell der heutigen Welt sein und wird sicherlich immer mehr werden in Zukunft.

Wie wichtig sind solche Events für Gründerinnen?
Sehr wichtig. Gerade zu Beginn eines Start Up ist das Thema Netzwerk das A und O, um sein Geschäft voran zu treiben. Und auch wenn man erst sehr kurz am Markt tätig ist, bekommt man zudem relativ schnell die Betriebsblindheit im eigenen Business und sollte sich gezielt auf solchen Events durch aktiven Austausch, Vorträge etc neuen Input holen. Zeitgleich hilft eine Vernetzung mit anderen Gründern/Gründerinnen enorm auf emotionaler Ebene – schwierige Phasen sind häufig halb so schlimm, wenn man hört, dass es anderen auch so erging. Oftmals gibt es ganz informell auch den ein oder anderen tollen Ratschlag oder Kontakt, der einem enorm viel Zeit und auch Kosten sparen kann. Win-Win und gegeseitiger Support sind für mich die Schlagwörter auf solchen Veranstaltungen.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
Unsere Vision ist es digitale Arbeitskultur zu etablieren und Unternehmen einen sicheren Rahmen zu geben remote work zu (er) leben – und diese werden wir konsequent verfolgen und dabei wollen wir als Unternehmen gesund wachsen. In 5 Jahren sehe ich uns als etablierten Anbieter „remote work in sicherem Rahmen zu (er) leben“ und dabei Branchen und Unternehmen aller Art einen Experimentierrahmen zu geben, sich diesem Thema anzunehmen. Abgesehen davon bietet das Feld remote Arbeiten viele weitere spannende Projekte, denen wir uns sicher auch an der ein oder anderen Stelle widmen werden. Aber wir möchten erst einmal das doch ungewöhnliche Konzept von Remote Talents in der Arbeitswelt verankern. Wir möchten uns trotz Visionen und Zielen stets offen für aufkommende Chancen positionieren. Unsere (Arbeits-) Welt ändert sich so rasch, da wäre es fatal, wenn nicht auch wir uns offen aufstellen.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
• Realisiere etwas von dem du wirklich überzeugt bist. Etwas, das idealerweise eine echte Herzensangelegenheit mit Passion von dir ist. Hinter deiner Idee und getroffenen Entscheidungen musst du 100% stehen und letztendlich verkörperst du dein Business.
• Wenn du die Wahl hast, können wir aus persönlicher Erfahrung sagen: such dir einen Mitgründer. Und zwar einer, der auf gleicher Augenhöhe und Wellenlänge ist, wie du. Zu zweit lässt sich so ein Schiff zumeist besser schaukeln. Außerdem hilft es bei der gegenseitigen Motivation, die bei aufkommenden Tälern enorm wichtig ist und dem Austausch, der letztlich zu guten Ideen führt.
• Komm weg vom Glauben, dass du alles selbst wissen und können musst, wenn du gründest. Bei vielen Dingen macht es Sinn, diese an echte Experten abzugeben.

Wir bedanken uns bei Nadja Mütterlein für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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