Ich empfehle zukünftigen Gründern, dass sie zuerst ihre Idee sehr gut skizzieren.

MyKidds Freizeitportal: Freizeittipps für Familien

Stellen Sie sich und das Startup MyKidds doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Silke Klingelhöfer (33), Gründerin und Geschäftsführerin von MyKidds. Nach meiner Berufspraxis in der Redaktion von Fachverlagen und dem Marketing eines Displaydistributors habe ich mich 2015 selbständig gemacht und in Elternzeit mein eigenes Unternehmen gegründet.

MyKidds ist ein Freizeitportal für alle, die nach bewährten Freizeitaktivitäten und Ausflügen für Familien suchen. Damit vor allem Eltern schnell und einfach kindgerechte Angebote finden, sollte MyKidds von Anfang an mehr als eine bloße Datenbank sein. Bei MyKidds sind alle Einträge elterngeprüft, d.h. die Erfahrungsberichte sind authentisch und aus Elternsicht geschrieben. Auf wichtige Punkte wie Kindersicherheit, altersgerechte Angebote aber auch den Spaßfaktor lege ich großen Wert, um Eltern einen verlässlichen Ratgeber an die Hand zu geben.

Wie ist die Idee zu MyKidds entstanden?
Mit meiner Familie lebe ich derzeit in Hessen. Im Herzen bin ich aber ein echtes „Münchener Kindl“. Aufgrund unseres Umzugs von Bayern nach Hessen hatte ich in der neuen Umgebung plötzlich das Problem „Wohin mit meinen Kindern in der Freizeit?“. Mühsam musste ich herumfragen und in langwierigen Suchen das Internet bemühen. Am Ende wusste ich doch erst nach dem Ausprobieren, ob ein Ausflugsziel für mich und meine Familie wirklich empfehlenswert war. Der eine oder andere „Reinfall“ war da leider schon dabei. Ich war der Meinung, dass das aber vermeidbar wäre. Zum Beispiel mit einem deutschlandweiten Freizeitportal speziell für Familien.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Ich gründete in erster Linie mit dem Ansporn, Eltern durch mein Angebot eine Hilfestellung zu geben, die ich als Mutter selbst vermisste habe und noch immer vermisse. Außerdem war ich in Elternzeit und hatte die Möglichkeit, mir nebenher etwas aufzubauen.

Von der Idee bis zum Start. Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Zwischen der Idee und dem Launch meiner Website im Januar sind sage und schreibe mehr als 4 Jahre vergangen. Es war ein langer Prozess und gerade in Elternzeit auch eine Frage der Prioritätensetzung. Da mich der Gedanke an ein eigenes Freizeitportal für Eltern, v.a. mit authentischen und hilfreichen Bewertungen, nicht los ließ und über all die Jahre begleitete, habe ich immer wieder an der Idee gefeilt.
Die größte Herausforderung war und ist die Finanzierung, da ich bisher auf Fremdmittel verzichte und mich als Solopreneurin verstehe. Das bedeutet, dass ich von der Konzeption über Redaktion bis hin zum Marketing alles selbst verantworte. Bei der anspruchsvollen, technischen Programmierung des Internetauftritts komme ich allerdings an meine Grenzen und muss auf Programmierer zurückgreifen, die mich unterstützen.

Wer ist die Zielgruppe von MyKidds?
MyKidds richtet sich an werdende Eltern und Eltern mit Kindern bis zu 16 Jahren, bzw. weitere Erwachsene wie Großeltern, Paten usw., welche ihre Freizeit mit Kindern verbringen.

Was findet man auf MyKidds?
Auf der Website www.mykidds.com findet man derzeit über 200 Ausflugsziele in ganz Deutschland mit der Besonderheit, dass sie vor Ort von Eltern getestet und bewertet wurden. Beinahe täglich kommen neue Einträge dazu und jeder von ihnen enthält wichtige Basisinformationen wie Adresse, Öffnungszeiten und Website aber vor allem einen persönlichen Erfahrungsbericht aus Elternsicht: Gibt es Wickelmöglichkeiten und kinderwagengerechte Wege? Wie ist das gastronomische Angebot? Und für welches Alter der Kinder eignet es sich am besten?

Wie wählen Sie die Ausflugsziele aus? Werden Sie von Ihnen getestet?
In erster Linie sind die Ziele persönlich von mir getestet. Dies erkennt man auch an einem „Elterngeprüft“-Button, der diese Artikel markiert. Zusätzlich lade ich andere Eltern dazu ein, mir ihre persönlichen Freizeit-Favoriten zu schicken, welche ich dann mit dem eingesendeten Erfahrungsbericht veröffentliche.

Wie ist das Feedback?
Seit Start der Website zu Beginn des Jahres habe ich viele Rückmeldungen u.a. in Form von Einsendungen von beliebten Freizeitzielen anderer Eltern bekommen. Außerdem wird die Website aktuell von 1.000 bis 1.500 Besuchern pro Monat gut besucht – und das, wo die Marketingmaßnahmen jetzt erst starten. Ich erkläre mir das mit dem Bedarf der Eltern, entsprechend verlässlich Erfahrungsberichte zu finden, sowohl nach einem Umzug, im Urlaub oder im gewohnten Umfeld.

MyKidds, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Mein 5-Jahres-Plan sieht vor, dass sich MyKidds zu einer interaktiven Community entwickelt. Ich arbeite bereits jetzt an der technischen Weiterentwicklung des Portals, damit es für die Besucher noch übersichtlicher und einfacher zu bedienen wird. So ist beispielsweise eine Umkreissuche geplant, die eine einfache Abfrage von Angeboten in einer bestimmten Umgebung ermöglicht.
Ein zusätzliches Ziel ist die Umsetzung eines kleinen Teams zur Unterstützung im Anzeigenmanagement und „Local Scouts“, die mit mir zusammen Angebote unter unseren Kriterien testet.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Ich empfehle zukünftigen Gründern, dass sie zuerst ihre Idee sehr gut skizzieren. Mir hat dabei eine detaillierte Businessplanung geholfen. Bei dieser Durcharbeitung kommen oft Fragen auf, über die man sich vorher nicht tiefgründig Gedanken gemacht hat, auch wenn man schon meinte, sehr gut geplant zu haben.

Außerdem rate ich jedem, der ein Unternehmen gründen möchte dazu, sich darauf vorzubereiten, dass einige der vorher so klar gesteckten Ziele und perfekt geplanten Deadlines sich womöglich nicht wie geplant erreichen lassen. In diesem Fall bitte nicht verzweifeln: Das ist meiner Erfahrung nach eher der Regelfall. Also nicht aufgeben und das Gesamtprojekt in Frage stellen, sondern vielmehr nach Alternativen und anderen Umsetzungsmöglichkeiten suchen!

Mein letzter aber nicht weniger wichtiger Ratschlag ist, dass sich jeder Gründer darauf vorbereiten sollte, dass er oder sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einmal an einen Punkt kommen wird, an dem die Gesamtumsetzung angezweifelt wird. Dann muss man sich ganz klar fragen: Möchte ich diesen Weg mit allen Konsequenzen gehen? Wenn man weiterhin von seiner Idee und dem Mehrwert für andere überzeugt ist und noch immer bereit ist, vollen Einsatz dafür zu bringen, dann hat man auch gute Chancen erfolgreich zu sein.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Silke Klingelhöfer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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